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Startseite»Nachrichten»Behörden melden zahlreiche Tote: Schweres Erdbeben erschüttert die Philippinen
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Behörden melden zahlreiche Tote: Schweres Erdbeben erschüttert die Philippinen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Behörden melden zahlreiche Tote Schweres Erdbeben erschüttert die Philippinen

Viele Geschäfte sind nach dem Erdbeben beschädigt. (Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Ein starkes Erdbeben erschüttert die südlichen Philippinen. Die Behörden warnen zwischenzeitlich vor einem Tsunami. Die Zahl der Todesopfer steigt.

Bei dem schweren Erdbeben auf den Philippinen sind nach Angaben verschiedener Behörden mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. 129 weitere wurden verletzt, wie der Direktor des philippinischen Zivilschutzes, Rod Sosmena, vor Reportern erklärte. Die Schadensbewertung und die Erfassung weiterer Opfer dauerten an. Berichten zufolge könnten zudem Menschen in einer Schule eingeschlossen sein. „Die Rettungsmaßnahmen laufen.“

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Morgen (Ortszeit) die südliche Insel Mindanao erschüttert, Gebäude einstürzen lassen und Menschen in Panik auf die Straßen getrieben. Besonders betroffen war die Stadt General Santos City mit rund 700.000 Einwohnern. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden dort die meisten Todesopfer registriert.

Die zunächst ausgegebenen Tsunami-Warnungen wurden inzwischen weitgehend aufgehoben. Das US-Tsunami-Warnzentrum hatte zuvor vor Wellen von bis zu drei Metern Höhe gewarnt. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) registrierte in sechs Küstengebieten Flutwellen von bis zu 1,4 Metern Höhe und beobachtete die Lage zunächst weiter. Phivolcs sprach am frühen Nachmittag zudem von mehr als 180 teils heftigen Nachbeben. Da schwerste hatte eine Stärke von 6,7.

Mehrere Stunden später hob das US-Tsunami-Warnzentrum seine Warnung wieder auf. Die Behörde hatte zuvor vor bis zu drei Meter hohen Wellen in dem südostasiatischen Inselstaat gewarnt. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) behielt seine Warnung für die Küstenregionen zunächst aufrecht. Die Behörde hatte kurz nach dem Beben Flutwellen in sechs Gebieten mit einer Höhe von bis zu 1,4 Metern verzeichnet.

Auch in Indonesien, wo die Erdstöße ebenfalls deutlich zu spüren waren, wurden kleinere Tsunami-Wellen registriert. Der Meeresspiegel stieg nach Angaben der zuständigen Behörde jedoch nur leicht an. Die dortige Tsunami-Warnung wurde ebenfalls aufgehoben.

Erster Schultag des Jahres

Die philippinische Katastrophenschutzbehörde erhielt Berichte über Schäden an Schulen, Krankenhäusern, Einkaufszentren und Kirchen. Mehrere Gebäude auf Mindanao stürzten teilweise oder ganz ein. Der Flughafen von General Santos City wurde vorübergehend geschlossen.

PASAY-CITY-PHILIPPINES-JUNE-8-Passengers-bound-for-the-quake-hit-city-of-General-Santos-check-social-media-posts-about-destruction-in-Mindanao-following-a-powerful-magnitude-7-8-earthquake-that-struck-Southern-Philippines-at-the-domestic-departure-area-at-NAIA-airport-Pasay-City-Philippines-on-June-8-2026-Multiple-buildings-across-the-Mindanao-region-have-reportedly-been-damaged-or-collapsed-Rescue-operations-are-underway
Passagiere, die ins Erdbebengebiet fliegen wollten, prüfen am Flughafen Berichte über Schäden und Verletzte. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Das Beben traf die Region um 7.37 Uhr (Ortszeit) am ersten Schultag des neuen Schuljahres. An Schulen und Behörden fanden vielerorts gerade Flaggenzeremonien statt – Glück im Unglück, denn zahlreiche Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte hielten sich gerade im Freien auf. Der Unterricht wurde in den betroffenen Gebieten ausgesetzt, ebenso die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.

„Wir haben nur noch geschrien“

Viele Menschen reagierten panisch auf die heftigen Erdstöße. „Ich dachte, es wäre mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten“, sagte die Provinzreporterin Noreen Ygonia lokalen Medien. „Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte.“ Eine Bewohnerin der Stadt Koronadal sagte: „Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten.“

An einer Schule in der Provinz Davao del Sur stürzte nach Angaben der Schulleitung ein Gebäude ein. Verletzt wurde niemand. „Zum Glück fand gerade unsere Flaggenzeremonie statt und alle waren draußen“, sagte Schulleiterin Elene Marie Jane Gamboa. Das Gebäude sei bereits bei einem Erdbeben im Jahr 2019 beschädigt worden und sollte ohnehin abgerissen werden.

US-Geologen registrierten zahlreiche Nachbeben. Nach Einschätzung der US-Erdbebenwarte USGS könnten an einigen Küstenabschnitten Wellen von bis zu drei Metern Höhe auftreten. Die philippinischen Behörden erklärten jedoch, zunächst seien keine ungewöhnlich hohen Wellen beobachtet worden. Die Entwicklung werde weiter überwacht.

Pazifischer Feuerring

Präsident Ferdinand Marcos Jr. sicherte den Betroffenen staatliche Unterstützung zu. Die nationale Regierung werde Mindanao nicht alleinlassen, erklärte er. Er stehe in ständigem Kontakt mit den regionalen Behörden vor Ort. Die Bevölkerung rief er auf: „Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht.“ Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten.

Die Philippinen und Indonesien liegen am Pazifischen Feuerring – einem gigantischen, hufeisenförmigen Vulkangürtel. Dort treten besonders häufig starke Erdbeben und Vulkanausbrüche auf, weil mehrere Erdplatten aneinanderstoßen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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