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Berlin Tag & Macht: Germany, zero Points: Drückt Merz die ESC-Taste?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 15, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Berlin Tag & MachtGermany, zero Points: Drückt Merz die ESC-Taste?

15.05.2026, 18:59 Uhr Eine Kolumne von Marie von den Benken
Sarah-Engels-from-Germany-performs-the-song-Fire-during-the-dress-rehearsal-for-the-first-semifinal-of-the-70th-Eurovision-Song-Contest-in-Vienna-Austria-Monday-May-11-2026
Sarah Engels singt beim ESC „Fire“. Ob sie die derzeitige Regierung damit meint? Unklar. (Foto: AP)

Deutschland wartet nicht mehr auf den großen Aufbruch. Die meisten wären bereits zufrieden, wenn überhaupt mal jemand den Motor anwirft. Friedrich Merz kassiert Pfiffe und die SPD hängt im Vetomodus fest. Drückt er die ESC-Taste?

Das „C“ in CDU steht offiziell weiterhin für „christlich“. Teile des Internets vermuten allerdings, es handle sich nur noch um Nostalgie. So wie Faxgeräte, FDP-Wahlsiege oder pünktliche Bahnverbindungen. Valide Kritik oder nur Gehässigkeit? Einige Entscheidungen und Äußerungen der Unionsparteien und ihrer Spitzenvertreter hinterließen in den letzten Monaten zuletzt durchaus den Eindruck, christliche Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Menschenwürde oder Barmherzigkeit spielten keine zentrale Rolle für sie.

Aber stimmt das? Entfernt sich die CDU von ihrer bibelinduzierten „Liebe deinen Nächsten“-Philosophie? Oder ist ein erheblicher Bereich des Social-Media-Diskursraums (und mit ihm ein nicht unbedeutender Teil der Hauptstadtjournalisten) in einem wokedurchtränkten Linksrutsch derartig von der Mitte abgedriftet, dass er irrtümlich meint, die CDU stünde bereits mit einem Bein im gesichert rechtsextremistischen Vorgarten der AfD?

So oder so – eines ist unbestritten: Mit der Heritage des christlichen Menschenbilds als Überbleibsel dessen im Rücken, was mal als Glaube an Gott gestartet war, dürfte der CDU zumindest eines geläufig sein: was eine Hiobsbotschaft ist. Und davon gab es viele in der vergangenen Woche.

BMI-unabhängige Fleischbeschau

Die Porsche SE, die Volkswagen-Mutter, einst Vorzeigeunternehmen für deutsche Ingenieurskunst und epische Konzerngewinne, verkündet einen Verlust von annähernd einer Milliarde Euro. Das deutsche „From the River to the Sea“-Franchise Die Linke möchte Palästina-Fahnen vor Berliner Rathäusern hissen. Die Gewerkschaft Verdi ruft zu bundesweiten Streiks im Handel auf. Und selbst am Vatertag, dem heiligen Refugium für BMI-unabhängige Oberkörperfleischbeschau und Bierüberkonsum mit Bollerwagenhintergrund, empfängt Deutschland die stolzen Stammhaltererzeuger mit Schmuddelwetter. Kurz gesagt: Eine Woche zum Vergessen.

Für das Regierung genannte schwarz-Rote Bündnis an der Spitze war sie das ebenfalls: Fast die Hälfte aller Deutschen, konkret 49 Prozent, wünscht sich nach einer aktuellen INSA-Umfrage das sofortige Ende der Regierung.

Steht der Escape der CDU bevor? Schließlich sagte Merz gerade erst, er habe keinen Auftrag seine Partei umzubringen. Doch die ESC-Taste müsste die Regierung schon selbst drücken. Doch Merz, Klingbeil, Bas und Söder behaupten, weitermachen zu wollen.

So bleibt dem Volk, sich dem wahren ESC zuzuwenden, dem Eurovision Song Contest. Vielleicht ja eine Chance? Im Blumenkasten des Kanzleramts keimt die zarte Hoffnung, das beeindruckende Quantum Schreckensnachrichten würde möglicherwiese von partyfiebriger ESC-Euphorie überschattet und von den Titelseiten gefegt werden. Aber auch da folgte ein Tritt auf die Optimismusbremse, gnadenloser als der von Amira Aly nach einem Blick auf ihre letzte Kreditkartenabrechnung.

Die Chancen der für Deutschland antretenden DSDS-Entdeckung Sarah Engels gestalten sich nämlich überschaubar. Laut internationalen Buchmachern stehen das finnische Duo Linda Lampenius/Pete Parkkonen und ihr Song „Liekinheitin“ mit 34 Prozent Siegwahrscheinlichkeit beim Eurovision Song Contest ganz vorne. Deutschland rangiert mit weniger als einem Prozent Siegwahrscheinlichkeit auf einem abgeschlagenen 23. Platz.

Germany, Zero Points

Aber immerhin hat die Regierung die ESC-Fans schon gewissenhaft auf die Ohrfeigen-Ansage „Germany: Zero Points“ vorbereitet, mit mehreren gleichlautenden Konjunkturprognosen. Die Trendwende sollte nun ausgerechnet ein weiterer Koalitionsgipfel einleiten. Mutig, wenn man bedenkt, was vom letzten Koalitions-Konzil blieb. Tipp: Die 1000-Euro-Entlastungsprämie ist es nicht.

Dann soll Merz auch noch Vizekanzler und SPD-Kapitän Lars Klingbeil angeschrien haben. Vermutlich, weil die Reformblockadetaktik der SPD dazu führt, dass die Koalition in der Öffentlichkeit wie eine Ansammlung einigungsresistenter Lösungsasketen wirkt. Außer beim DGB, da pfeift man auf Reformen und den Kanzler aus. Dabei hatte Merz den Gewerkschaftlern doch lediglich auseinandergesetzt, warum er recht hat und sie Unrecht haben. Haben sie nicht verstanden.

Derweil richtet sich die AfD an der Spitze des Trendbarometers von RTL und ntv ein. Wo bleibt er denn, der Stimmungsumschwung? Es hilft alles nichts. Sarah Engels muss es jetzt richten.

Quelle: ntv.de

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