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Startseite»Nachrichten»Büchse der Pandora geöffnet?: Gläubige US-Programmiererin muss KI nicht nutzen
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Büchse der Pandora geöffnet?: Gläubige US-Programmiererin muss KI nicht nutzen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Büchse der Pandora geöffnet?Gläubige US-Programmiererin muss KI nicht nutzen

Unternehmen, die ihre Belegschaft zum Einsatz von KI drängen, können mit einer Vielzahl von religiösen Beschwerden rechnen. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine US-Softwareentwicklerin weigert sich aus religiösen Gründen, KI zu nutzen. Ihr Arbeitgeber muss die Ausnahme gewähren. Der Fall könnte eine ganze Klagewelle gegen US-Techunternehmen verursachen, die ihre Mitarbeiter zur KI-Nutzung drängen.

Im KI-Rennen zwingen viele US-Konzerne ihre Mitarbeiter dazu, die Technologie möglichst viel zu nutzen. Die erfolgreiche Ablehnung einer Softwareentwicklerin ist daher bemerkenswert: Sie weigerte sich aus religiösen Gründen, die Technologie zu verwenden und setzte eine Ausnahmeregelung in ihrem Unternehmen durch. Dabei gab sie ökologische und ethische Einwände bei ihrem Arbeitgeber an, berichten US-Medien.

Möglicherweise handelt es sich bei der Frau um die 34-jährige Erin Maus aus North Carolina, die für den Wett- und Handyspieleanbieter FanDuel arbeitet und den Unitarian Universalists angehört. Die Anhänger dieser Religionsgemeinschaft sind davon überzeugt, dass Natur, Mensch und Welt miteinander verbunden sind. Deswegen müssten auch technologische Fortschritte von einem ethischen Verständnis geleitet werden, sagte Suzanne Morse, eine Sprecherin der Unitarian Universalist Association. Und bei KI sei das nicht der Fall.

Die Ausnahmeregelung könnte Experten zufolge weitreichende Folgen haben. Denn seit 1964 verpflichten die US-Bürgerrechte Arbeitgeber dazu, Rücksicht auf religiös begründete Anträge und Sorgen ihrer Mitarbeiter zu nehmen. Unternehmen, die ihre Belegschaft zum Einsatz von KI drängen, können demnach mit einer Vielzahl von Beschwerden jedweder Religion rechnen.

Katholiken etwa hoffen seit Ende Mai auf Unterstützung von oben: In einer rund 42.000 Wörter langen Enzyklika warnte Papst Leo VII. vor den Auswirkungen künstlicher Intelligenz. Theologen betonen zwar: Der Papst habe keineswegs zu einer generellen Ablehnung der Technologie aufgerufen. Seine Schrift könnte dennoch Millionen Gläubigen eine Grundlage liefern, den KI-Einsatz am Arbeitsplatz anzufechten. „Papst Leo hat jedem katholischen Mitarbeiter damit eine schriftliche Entschuldigung ausgehändigt“, schrieb Corey Quinn, Gründer eines Software-Start-ups in San Francisco, auf X.

Arbeitnehmer hegen negative Gefühle gegen KI

„Arbeitgeber müssen sehr schnell entsprechende Vorschriften erlassen“, warnte John Meehan, Spezialist für Diskriminierungsrecht bei der Kanzlei Joseph & Norinsberg im „Business Insider“. Das scheint nicht unbegründet: Laut einer Studie hegt fast ein Drittel der Beschäftigten in den USA und Großbritannien negative Gefühle wie Angst, Unsicherheit und Ablehnung gegenüber der neuen Technologie.

Klagezahlen gegen Unternehmensrichtlinien steigen schon seit Jahren an. 2024 gingen bei der US-Behörde für Chancengleichheit am Arbeitsplatz mehr als 3600 Beschwerden wegen religiöser Diskriminierung ein, was einem Anstieg von 70 Prozent gegenüber 2021 entsprach. Ausgelöst wurde dieser Trend zwar vor allem durch Konflikte um eine Corona-Impfpflicht. Neue KI-Richtlinien könnten aber eine ähnliche Dynamik entfachen, betonen Experten.

Quelle: ntv.de, gri

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