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Startseite»Nachrichten»China zählt halb so viele Hochzeiten wie vor neun Jahren
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China zählt halb so viele Hochzeiten wie vor neun Jahren

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 11, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Demografische KriseChina registriert dramatischen Rückgang an Hochzeiten

Die Zahl der Eheschließungen wertet China als Vorlaufindikator für die Geburtenrate. (Foto: IMAGO/VCG)

In China schrumpft die Bevölkerung. Mit verschiedenen Maßnahmen kämpft die Regierung in Peking gegen sinkende Geburtenraten. Doch das hat bislang wenig Erfolg.

Die Zahl der Eheschließungen in China ist im ersten Quartal stark gesunken und unterstreicht damit die demografische Krise des Landes. Von Januar bis März wurden knapp 1,7 Millionen Ehen registriert, ein Rückgang von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Ministerium für zivile Angelegenheiten mitteilte. Damit hat sich die Zahl der Hochzeiten seit dem Jahr 2017 in etwa halbiert. Die Daten dürfte die chinesische Führung als weiteres Alarmsignal mit Blick auf die Geburtenrate werten.

Die Entwicklung verschärft die demografischen Herausforderungen für die Volksrepublik. Die Zahl der Einwohner ist 2025 bereits das vierte Jahr in Folge geschrumpft: Sie fiel um 3,39 Millionen auf 1,405 Milliarden Menschen. Die Geburtenrate fiel auf ein Rekordtief von 7,92 Millionen, während die der Todesfälle auf 11,31 Millionen stieg. Demografen warnen vor einem anhaltenden Abwärtstrend.

In China bekommen Paare traditionell erst nach der Heirat Kinder. Dies spiegelt sowohl tief verwurzelte kulturelle Normen als auch administrative Vorschriften wider. So war in der Vergangenheit die offizielle Registrierung einer Geburt oder der Zugang zu staatlichen Leistungen oft an eine Heiratsurkunde gebunden.

Angesichts der Entwicklung haben die Behörden eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um Anreize für Hochzeiten und Geburten zu schaffen. Dazu gehören finanzielle Zuschüsse für Familien, der Ausbau der Kinderbetreuung sowie Bemühungen, die medizinischen Kosten rund um die Geburt zu senken. Bislang scheinen diese Initiativen jedoch nur geringe Wirkung zu zeigen.

Studenten sollen sich verlieben

Eine chinesische Universität wagte im März einen ungewöhnlichen Schritt: Die Hochschule für Luftfahrt Sichuan Southwest gab auf der Online-Plattform WeChat als Motto für die unterrichtsfreie Zeit vom 1. bis zum 6. April „Seht die Blumen und genießt die Romantik“ aus. In Chinas stark leistungsorientiertem Bildungssystem ist eine solche Aufforderung bemerkenswert.

Die Initiative der Hochschule griff eine Ankündigung der Regierung auf, zusätzlich zu den Sommer- und Winterferien auch im Frühling und Herbst unterrichtsfreie Zeiten einzuführen. Die Behörden in Peking hoffen, dass mehr Freizeit die 1,4 Milliarden Chinesen zu Reisen und anderen Freizeitaktivitäten anregt und so die heimische Wirtschaft stärkt. Zudem sollen die neuen Freiräume die Geburtenrate erhöhen.

Bereits 2023 waren fast 300 Millionen Chinesen mindestens 60 Jahre alt – etwa 21 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bis 2035 könnte ihre Zahl auf mehr als 400 Millionen steigen – dies ist mehr als die Gesamtbevölkerung der USA.

Quelle: ntv.de, nbr/rts

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