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Politik

Das sind die Punkte des VW-Sparplans

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 04.09.2026 • 05:08 Uhr

Abbau von Zehntausenden Stellen, vier Werke auf der Kippe – und das ist noch nicht alles. VW hat ein gigantisches Sparprogramm auf den Weg gebracht. Was der Konzern plant – und was Experten dazu sagen. Ein Überblick.

Abbau von 50.000 Stellen

Einer der folgenreichsten Punkte betrifft die Beschäftigung. Weltweit sollen rund 50.000 weitere Stellen wegfallen – darunter auch Management-Posten. Wo genau Stellen gestrichen werden, ist noch unklar.

Die Anpassung der weltweiten Personalkapazitäten sei nötig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen. Eine genaue Aufteilung auf Marken, Länder und Standorte nannte der DAX-Konzern zunächst nicht.

VW-Chef Oliver Blume hatte bei den Betriebsversammlungen der vergangenen Wochen gesagt, dass er die Hälfte des Anpassungsbedarfs in Deutschland sehe. Damals war aber noch von einer „Rechengröße“ die Rede – nun sollen die Jobs tatsächlich abgebaut werden.

Vier Werke auf der Kippe

Heikel bleibt die Lage für vier Standorte des Konzerns in Deutschland. Der Aufsichtsrat habe mit seinem Beschluss zur Kenntnis genommen, dass in Europa eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen bestehe. Für die VW-Werke Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm könne aktuell keine wettbewerbsfähige Folgebelegung – gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 – gewährleistet werden.

Für die vier angezählten Werke in Deutschland sollen parallel und ergänzend „alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft“ werden. Konkrete Schließungen sind damit zwar nicht beschlossen – aber auch nicht ausgeschlossen. Blume bezeichnete Schließungen zuletzt immer wieder als eine letzte Option, die er vermeiden wolle.

Im Gespräch ist unter anderem, Werke zeitweise für die Rüstungsproduktion zu nutzen und auch chinesische VW-Modelle in Deutschland zu bauen. Bis Ende Juni 2027 solle für die europäischen Werke ein Konzept vorliegen.

Keine Ausgliederung der Kernmarke

Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente ist aus Sicht von IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo vom Tisch, der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen sei damit erfolgreich abgewehrt.

Beide betonten in einer ersten Reaktion, dass eine Eskalation verhindert worden sei, der Vorstand jetzt aber seine Hausaufgaben machen müsse. Der Vorstand solle „ein Modell für eine fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur“ entwickeln, fordert der Aufsichtsrat. Zugleich kritisieren sie, dass „der Konfrontationskurs und die Kommunikation des Vorstands in den vergangenen Wochen“ nicht zielführend gewesen seien.

Die finanziellen Ziele

Der VW-Konzern soll insgesamt auf eine Jahresproduktion von neun Millionen Fahrzeugen jährlich getrimmt werden – rund eine Million weniger als derzeit und drei Millionen weniger als noch vor der Corona-Pandemie. Bis 2030 soll eine operative Umsatzrendite von neun Prozent erreicht werden. Zum Halbjahr lag der Anteil des Gewinns am Umsatz bei 3,8 Prozent. Außerdem sind für den Zeitraum von 2027 bis 2031 Investitionen in Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung von 135 Milliarden Euro vorgesehen.

Experte: Einsparungen allein werden VW nicht retten

Und was sagen Branchenkenner zu den Plänen? Nach Einschätzung des Autoexperten Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) reichen die Maßnahmen nicht aus, um aus der Krise zu kommen. „Einsparungen allein werden Volkswagen nicht retten“, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Zwar müsse VW „seine Kosten drastisch senken und das auch zügig“. Eine mögliche Schließung von vier Werken hält Bratzel aber für übertrieben: „Zwei Standorte sollten reichen.“

Überdies forderte Bratzel mehr Investitionen in neue Wachstumsfelder wie autonomes Fahren oder Robotik. Der VW-Konzern habe „hervorragende Techniker und Ingenieure, da ist viel Potenzial“. Dafür müsse das Unternehmen nun mutiger werden und stärker ins Risiko gehen. Ohne einen „riesigen Mindset-Change“ werde VW kaum wieder wettbewerbsfähig werden.

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