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Betrugsmaschen

Faktencheck: Die Wahrheit hinter gefälschten Familien-Onlineshops

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 4, 2026Keine Kommentare42 Minuten Lesezeit
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Stand der Recherche: 4. September 2026

Kurz gesagt

Die Familienbetriebe sind erfunden, der Baukasten ist echt – und er läuft in vierzehn Ländern.

  • 90 Domains untersucht, 59 waren erreichbar – in Deutschland, Österreich, der Schweiz und elf weiteren Ländern.
  • 25 Shops verwenden dieselbe Cookie-Konfiguration, neun denselben Google-Tag-Manager; weitere technische Kennungen und byteidentische Dateien verbinden Shops über Firmengrenzen hinweg.
  • Die angeblichen Familiengeschichten wiederholen sich mitsamt KI-Spuren und Kopierfehlern. Anna Berlin, der Ausgangspunkt, ist seit dem 4. September abgeschaltet.
  • Wer wirtschaftlich hinter dem gesamten Netz steht, ist noch offen.

Worum es hier geht

Was wir gefunden haben. Nicht einzelne unseriöse Onlineshops, sondern eine international wiederverwendete Infrastruktur für lokalisierte Shops. Dutzende Seiten in vierzehn Ländern erzählen Varianten derselben Geschichte von der Boutique-Inhaberin, die nach dreißig Jahren schließen muss – mit austauschbarem Namen, austauschbarer Stadt, austauschbarem Enkel. Die Familienfotos tragen Spuren von KI-Werkzeugen, die Texte stammen aus einer Schablone, die Cookie-Banner aus einem einzigen Ursprungs-Shop von 2024.

Und die Firmen, die in den Impressen stehen, teilen Tracking-Kennungen, Konfigurationen und byteidentische Bilddateien über Domains und Betreiberangaben hinweg. Google bestätigt für einen Teil der Shops, wer als Werbetreibender dahintersteht: eine Wyoming-Firma namens CAVALEIRUS LLC, mit rund 200 Anzeigen allein in Österreich.

Warum das wichtig ist. Weil die Masche nicht auf Dummheit zielt, sondern auf Anstand. Wer bei „Johanna Wien“ bestellt, will keinen Schnäppchenjäger spielen, sondern einem kleinen Geschäft beim Abschied helfen. Genau dieses Gefühl wird in Serie hergestellt – und mit jedem Klick auf „Letzte Stücke entdecken“ in Umsatz für eine Firma in Wyoming oder Hongkong verwandelt. Das ist nicht der plumpe Fakeshop, bei dem kein Paket kommt. Es kommt ein Paket, laut Verbraucherzentrale aus Asien, mit Ware, deren Rücksendung mehr kostet als sie wert ist. Die Schadensumme pro Kundin ist klein. Die Zahl der Kundinnen nicht.

Was die Verbindungen bedeuten. Ein einzelner Shop mit Sitz in Hongkong beweist nichts – vielleicht ist es ein ehrlicher Händler mit schlechtem Impressum. Zwei Shops mit demselben Text beweisen, dass jemand kopiert hat. Aber 25 Shops mit derselben Cookie-Konfiguration, neun mit demselben Google-Tag-Manager-Container, mehrere mit denselben Meta-Kennungen und elf bis aufs Byte identische Bilddateien bei sechs verschiedenen Firmen belegen, dass diese Shops technisch nicht voneinander isoliert sind.

Sie nutzen eine gemeinsame oder übernommene Produktions-, Vorlagen- und Marketinginfrastruktur – so wie Anna und Emilia und Mathilde dieselbe Schablone nutzen. Ob dahinter ein einziger Betreiber steht, mehrere verbundene Unternehmen oder ein Dienstleister, der für verschiedene Auftraggeber baut und wirbt, lässt sich aus dem Quellcode nicht beantworten. Dass die Trennung in verschiedene Firmen nach außen anders aussieht als die Technik dahinter, schon.

Was das für Sie heißt. Dreierlei.

  1. Erkennen ohne Quellcode. Die Muster, die wir hier zeigen, sieht man auf der Seite selbst: Ein Familienbetrieb, der seit 1996 besteht und keine Adresse in der Stadt hat, die in seinem Namen steht, ist keiner.
  2. Nachschlagen. Die Liste am Ende dieses Artikels nennt die Domains, die wir geprüft haben. Wer dort bestellt hat oder bestellen will, weiß jetzt, was hinter der Fassade steht.
  3. Das Muster kennen, nicht nur den Namen. Die Shops verschwinden schneller, als Warnungen erscheinen. Anna Berlin war eine Woche nach der Verbraucherzentralen-Warnung weg – und morgen heißt derselbe Bausatz anders. Deshalb beschreiben wir nicht nur Shops, sondern das Muster. Das erkennt man auch am nächsten Namen.

„Nach 30 wunderbaren Jahren ist es Zeit, auf Wiedersehen zu sagen.“ So begann die Geschichte auf anna-berlin.de, einem Onlineshop für Damenmode – bis zum 4. September 2026. Seitdem meldet die Adresse nur noch, der Shop sei nicht verfügbar. Der Abschied kam schneller als angekündigt: eine Woche nach der Warnung der Verbraucherzentrale. Darunter: „Seit 1996 haben wir Anna Berlin mit Herz, Anspruch und dem Sinn für gute Arbeit aufgebaut.“ Eine Mutter, eine Tochter, ein Atelier, ein Abschied – und bis zu 70 Prozent Rabatt auf die letzten Stücke.

Dieselbe Geschichte gibt es auch von Emilia Berlin. Von Mathilde München. Von Amelie München. Von Johanna Wien, die „aus dem Herzen von Wien“ nach ganz Österreich liefert.

Und von Sandra Zürich, Céline Wenger und Marlene München, bei denen es 16 statt 30 Jahre sind und die Enkel statt der Tochter helfen. Wort für Wort derselbe Text, nur Name, Jahreszahl und Verwandtschaftsgrad werden ausgetauscht – und nicht einmal das klappt immer. Bei Emilia Berlin steht in der Abschiedsbotschaft, die mit „Emilia & ihre Tochter“ unterzeichnet ist, der Satz „Mathilde München wird für immer verschwinden“. Bei Amelie München heißt der Laden im Logo Amelie München und im Text darunter Amelie Wolf.

Ausgangspunkt war eine Warnung der Verbraucherzentrale Niedersachsen vom 28. August. Sie beschreibt Onlineshops, die einen deutschen Vornamen mit einer deutschen Stadt kombinieren, sich als regionale Familienbetriebe ausgeben und mit einer angeblichen Geschäftsaufgabe Zeitdruck erzeugen. Wir haben uns die Shops selbst angesehen, weitere gefunden und den Quellcode von 90 Domains in vierzehn Ländern automatisiert ausgewertet – und eine finnische Recherche gefunden, die denselben Ursprung drei Wochen vor uns identifiziert hat.

Dort steht, wann die Familienfotos erzeugt wurden, aus welchem älteren Shop der Baukasten stammt, in welcher Sprache der Entwickler seine Notizen schreibt – und welche Shops trotz unterschiedlicher Firmen im Impressum dieselben Werbe- und Analysekennungen verwenden. Es ist kein Familienbetrieb, der da schließt. Es ist ein Baukasten, der läuft – und er läuft nicht nur auf Deutsch.

Teil 1 · Die Fassade

Ein Abschied, acht Shops, neun Namen

Das Wichtigste

Acht Onlineshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz erzählen wortgleich dieselbe Abschiedsgeschichte einer Boutique-Inhaberin. Ausgetauscht werden nur der Name, die Jahreszahl und ob Tochter oder Enkel helfen. Zweimal ging selbst das schief: Bei Emilia Berlin verabschiedet sich im Text „Mathilde München“, bei Amelie München heißt der Laden im Text Amelie Wolf.

Startseite von Sandra Zürich: eine grauhaarige Frau mit einem Mädchen und einem Buben in einer Boutique, im Fenster eine Schweizer Fahne, darüber „Kleidung, die ein Leben lang hält – Endgültige Schliessung – bis zu -70 %“.
Sandra Zürich: Großmutter, Enkelin, Enkel, Schweizer Fahne. Screenshot: Mimikama, 4. September 2026
Startseite von Marlene München: dieselbe Szene mit Großmutter, Mädchen und Buben, im Fenster eine deutsche Fahne, dahinter Berge; die Kinder tragen T-Shirts mit „Barbie“ und „Feuerwehrmann Sam“.
Marlene München: dieselbe Familie, deutsche Fahne, Alpenpanorama hinter „München“ – und Kinder-T-Shirts mit Markenfiguren, die der Bildgenerator dazuerfunden hat. Screenshot: Mimikama, 4. September 2026

Ein Text, acht Shops, neun Namen

Derselbe Absatz steht auf acht Startseiten in drei Ländern. Ausgetauscht werden Name, Jahreszahl und Verwandtschaftsgrad – und zweimal ging das schief.

„Nach [30 / 16] wunderbaren Jahren ist es Zeit, Auf Wiedersehen zu sagen. Seit [1996 / 2010] haben wir [Name] mit Herz, Anspruch und dem Sinn für gute Arbeit aufgebaut. In unserem Atelier haben wir jedes Stück sorgfältig nach seiner Qualität, seinem Schnitt und den Details ausgewählt […] Jetzt ist es Zeit, mehr Zeit mit [meiner Tochter / meinem Enkel und meiner Enkelin] zu verbringen.“

  • Anna Berlin
  • Emilia Berlin
  • Mathilde München
  • Amelie München / Amelie Wolf
  • Johanna Wien
  • Sandra Zürich
  • Céline Wenger
  • Marlene München

Kopierfehler 1Auf emiliaberlin.de, in der Abschiedsbotschaft von „Emilia & ihre Tochter“: „Mathilde München wird für immer verschwinden – und mit ihr 30 Jahre Leidenschaft, Handwerkskunst und Liebe zum Detail.“

Kopierfehler 2Auf ameliewolf.com steht im Logo „Amelie München“, im Text darunter: „Seit 1996 haben wir Amelie Wolf mit Herz, Anspruch und dem Sinn für gute Arbeit aufgebaut.“

Wer 30 Jahre lang einen Laden geführt hat, vergisst nicht, wie er heißt.

Belege, Zitate und Details lesen

Die Startseiten von Anna Berlin, Emilia Berlin, Mathilde München und Amelie München sind bis ins Detail gleich aufgebaut. Oben ein roter Balken: „Sale endet heute um 23:59 Uhr“. Darunter das Logo mit einem kleinen Streifen in Schwarz-Rot-Gold. Dann die Staffelrabatte, „Kaufen Sie 2: -10 % extra“. Dann das große Bild, zwei lachende Frauen in einer Boutique, darüber „Kleidung, die ein Leben lang hält – Endgültige Schließung – bis zu -70 %“ und ein Knopf: „Letzte Stücke entdecken“.

Auch die Fotos wiederholen sich. Anna Berlin und Emilia Berlin verwenden dasselbe Bild einer dunkelhaarigen Mutter mit Tochter. Mathilde München und Amelie München zeigen dasselbe Bild einer blonden Frau mit einer jüngeren in orangefarbenem Strickmantel. Die Boutique im Hintergrund ist bei allen vier dieselbe: Herbstlaub vor dem Fenster, goldene Lampen, ein runder Spiegel, Kleiderstangen mit gemusterten Jacken. Nur die Frauen davor wurden ausgetauscht.

Startseite von Anna Berlin: rote Sale-Leiste, Logo mit Deutschlandfarben, Foto von zwei dunkelhaarigen Frauen in einer Boutique, darüber der Text „Kleidung, die ein Leben lang hält – Endgültige Schließung – bis zu -70 %“.
Anna Berlin. Screenshot: Mimikama
Startseite von Emilia Berlin: identischer Aufbau und dasselbe Foto wie bei Anna Berlin, nur mit anderem Logo.
Emilia Berlin. Dasselbe Foto, derselbe Text, derselbe Aufbau. Screenshot: Mimikama
Startseite von Amelie München: dieselbe Boutique, aber zwei blonde Frauen; im Text darunter heißt der Shop „Amelie Wolf“.
Amelie München, abgerufen unter ameliewolf.com. Im Logo München, im Text Wolf. Screenshot: Mimikama

Unter dem Bild folgt bei allen vier Shops derselbe Absatz: „Seit 1996 haben wir [Name] mit Herz, Anspruch und dem Sinn für gute Arbeit aufgebaut. In unserem Atelier haben wir jedes Stück sorgfältig nach seiner Qualität, seinem Schnitt und den Details ausgewählt, die den Unterschied machen – um dich täglich mit schlichter Eleganz zu begleiten, fernab vergänglicher Modetrends. Jetzt ist es Zeit, mehr Zeit mit meiner Tochter zu verbringen.“

Der Text ist eine Schablone mit drei Leerstellen. Bei Johanna Wien steht: „Seit 1996 haben wir Johanna Wien mit Herz, Anspruch und dem Sinn für gute Arbeit aufgebaut“, der Rest ist identisch. Bei Sandra Zürich wurden auch die anderen Leerstellen gefüllt: „Nach 16 wunderbaren Jahren“, „seit 2010“, und statt der Tochter heißt es „mehr Zeit mit meinem Enkel und meiner Enkelin zu verbringen“. Genau diese Enkel-Fassung, Wort für Wort, steht auch bei Céline Wenger in der Schweiz und bei Marlene München – dort unterschrieben mit „Marlene & ihr Enkel und ihre Enkelin“.

Die Schweizer Fassung schreibt konsequent „Schliessung“ ohne ß, im Hintergrund des Familienfotos hängt eine Schweizer Fahne, die Preise stehen in Franken. Wer die Schablone ausfüllt, lokalisiert sorgfältig. Nur dass 2010 plus 16 genauso glatt 2026 ergibt wie 1996 plus 30 und 1989 plus 37, fällt dabei auf.

Die beiden Bilder sind nicht dieselbe Datei, aber erkennbar dieselbe Bestellung an den Generator: Großmutter in Beige, Mädchen links, Bub rechts, Fahne im Fenster. Für die Schweiz eine Schweizer Fahne, für München eine deutsche – vor Bergen, die eher an die Schweiz erinnern. Und die Frist läuft mit: Auf Sandra Zürich stand am 3. September „Bis zu 70 % Rabatt auf alles bis 4. Sep.“, am 4. September „bis 5. Sep.“. Der letzte Tag ist immer morgen.

Abschiedsbotschaft auf emiliaberlin.de, unterzeichnet mit „Emilia & ihre Tochter“, darin der markierte Satz „Mathilde München wird für immer verschwinden“.
Die Abschiedsbotschaft von Emilia Berlin verabschiedet Mathilde München. Screenshot: Mimikama

Stefan Berlin und Emma Frankfurt gehören zu einer zweiten Variante desselben Prinzips. Dort heißt es „Mode, die ein Leben lang hält – Totalausverkauf – bis zu 70 % Rabatt“, die Schrift ist anders, der Knopf dunkelblau, das Foto zeigt einen grauhaarigen Mann mit zwei jungen Frauen beziehungsweise zwei Frauen in grünem Leinen. Bei Stefan Berlin sind es „37 wunderbare Jahre“ statt 30, und der Text darunter ist eine eigene Fassung derselben Idee: „Seit 1989 haben wir Stefan Berlin mit Herz, Leidenschaft und höchsten Ansprüchen aufgebaut.“ 1989 plus 37 ergibt 2026, so sauber wie 1996 plus 30.

Emma Frankfurt erzählt auf der Startseite gar keine Schließungsgeschichte, nur das Bild verkündet den „Totalausverkauf“. Dafür teilen sich beide Shops den Fußbereich, Wort für Wort: „Seit über 37 Jahren bieten wir unseren Kundinnen und Kunden den bestmöglichen Service“ bei Stefan, „Seit über 38 Jahren“ bei Emma. Die Menüleiste ist bei beiden identisch, bis hin zu „Unsere Geschichte“ und „Ihre Bestellung verfolgen“.

Denselben Fußbereich, „seit über 37 Jahren“, hat auch Frieda & Otto, ein Shop mit einem grauhaarigen Paar vor einer Ladenfront „Est. Berlin“ – dort allerdings ohne Schließung, dafür mit „Herbstaktion“ und der Auskunft, nach dem Sale kämen neue Kollektionen. Und Johanna Wien mischt: Sie erzählt die Mutter-Tochter-Geschichte der ersten Variante, verkauft aber den Katalog der zweiten – Renate™, Ursula™, Tasha, Ida, Ubud, Harlow, Ruby, Emily, Stück für Stück dieselben Produkte wie Stefan Berlin.

Startseite von Stefan Berlin: Foto eines grauhaarigen Mannes mit zwei jungen Frauen, darüber „Mode, die ein Leben lang hält – Totalausverkauf – bis zu 70 % Rabatt“, darunter „Nach 37 wunderbaren Jahren beginnt für uns ein neues Kapitel“.
Stefan Berlin, die zweite Variante des Baukastens. Screenshot: Mimikama
Startseite von Emma Frankfurt: zwei grauhaarige Frauen in grünem Leinen, darüber „Mode, die ein Leben lang hält – Totalausverkauf – bis zu 70 % Rabatt“.
Emma Frankfurt, gleiche Variante, gleiche Menüleiste, gleiche Adresse in Hongkong wie Stefan Berlin. Screenshot: Mimikama

Teil 2 · Was im Code steht

Die Familienfotos sind eine Woche alt

Das Wichtigste

Die Fotos der „Familien“ tragen im Quellcode Dateinamen, wie sie ChatGPT und das KI-Werkzeug Magnific beim Speichern vergeben – mit Daten zwischen dem 24. und 29. August 2026, teils vom Tag vor der Verbraucherzentralen-Warnung. Mehrere Shops verwenden dieselbe Datei. Ein KI-Detektor stuft das Bild von Mathilde und Amelie München zu 99,9 Prozent als KI-generiert ein.

Ergebnis von Hive Detect für das Startseitenbild von Mathilde München: 99,9 Prozent Wahrscheinlichkeit für ein KI-generiertes Bild.
Hive Detect zum Startseitenbild von Mathilde München und Amelie München. Screenshot: Mimikama
Belege, Zitate und Details lesen

Die Verbraucherzentrale schreibt, die Bilder seien „teilweise höchstwahrscheinlich“ mit KI erzeugt. Der Quellcode erlaubt eine genauere Aussage. Jede Bilddatei, die ein Shopify-Shop ausliefert, trägt ihren ursprünglichen Dateinamen und einen Zeitstempel des Uploads. Bei Mathilde München heißt das große Startseitenbild ChatGPT_Image_25_08_2026_11_47_48.png, hochgeladen am 25. August 2026. Das ist das Namensschema, das ChatGPT beim Herunterladen eines erzeugten Bildes vergibt, samt Datum und Uhrzeit. Acht Sekunden davor entstand laut Dateiname ein zweites Bild, …11_47_40.png, das ebenfalls im Shop liegt. Dieselbe Datei …11_47_48 verwendet auch Amelie Wolf, dort als .webp.

Anna Berlin hat ein eigenes: ChatGPT_Image_27_08_2026_16_22_40.png. Emilia Berlin auch: ChatGPT_Image_27_08_2026_18_44_47.png, gut zwei Stunden später am selben Tag. Johanna Wien hat drei: ChatGPT_Image_Aug_24_2026_05_01_43_PM.png, …Aug_25_2026_11_54_26_AM und …Aug_25_2026_12_13_44_PM – hier im englischen Datumsformat, also von einem anders eingestellten Rechner. Frieda & Otto hat fünf, mit Datumsangaben wie ChatGPT_Image_26_de_ago._de_2026 und 29_de_ago._de_2026: „26 de agosto de 2026“, das ist Portugiesisch. Dazu kommen bei drei Shops Dateien mit dem Namen magnific – Magnific ist ein KI-Werkzeug zum Hochskalieren und Nachbearbeiten von Bildern. Eine davon heißt magnific_ultraphotorealistic-emoti_….png, der Anfang eines Prompts.

Wir haben das Startseitenbild von Mathilde München zusätzlich durch den KI-Detektor Hive Detect laufen lassen. Ergebnis: 99,9 Prozent Wahrscheinlichkeit für ein KI-generiertes Bild. Solche Detektoren sind kein Beweis für sich – sie irren, in beide Richtungen. Hier bestätigt der Detektor aber nur, was der Dateiname ohnehin sagt.

Der Shop, der sich als seit 1996 bestehender Familienbetrieb präsentiert, hat seine Familienfotos also zwischen dem 24. und dem 29. August 2026 bekommen – teils einen Tag bevor die Verbraucherzentrale ihre Warnung veröffentlichte. Dateinamen lassen sich ändern, und Shopify beschreibt den ?v=-Wert an Bildadressen offiziell nur als Versionsparameter; dass er in der Praxis dem Zeitstempel der letzten Änderung entspricht, ist beobachtete Konvention.

Ein Beweis im strengen Sinn ist das nicht. Zusammen mit den identischen Dateien auf mehreren Shops, den Magnific-Namen und dem Ergebnis des KI-Detektors spricht es aber sehr deutlich dafür, dass die vermeintlichen Familienfotos erst Ende August 2026 mit KI erzeugt oder bearbeitet wurden.

Der Baukasten ist älter als die Geschichte

Das Wichtigste

Die Shops laden ihren Cookie-Banner aus einem Ursprungs-Shop, der seit Oktober 2024 existiert und heute abgeschaltet ist. Mathilde München lief schon im Juni 2026 als gewöhnlicher Shop; die Abschiedsgeschichte kam am 25. August als „Update“ dazu. Von „seit 1996“ ist im Code nichts zu finden.

Chronologie eines Familienbetriebs seit 1996

Rekonstruiert aus Zeitstempeln und Dateinamen im Quellcode der Shops.

  • 25. Oktober 2024Cookie-Banner-Konfiguration des Ursprungs-Shops (Store 86452732230) veröffentlicht. Mathilde München und Martha Lindau laden sie bis heute von dort. Der Ursprungs-Shop selbst ist inzwischen abgeschaltet.
  • 23. Juni 2026Mathilde München lädt eine französische Rabattgrafik hoch: DANSLALIMITEDESSTOCKSDISPONIBLES. Der Shop läuft, noch ohne Abschied.
  • 10. und 17. Juli 2026KI-nachbearbeitete Bilder bei Mathilde, eines mit portugiesischem Prompt im Dateinamen.
  • 23. Juli 2026Produktbilder für Martha Lindau hochgeladen.
  • 6. bis 11. August 2026Startbilder und Produktbilder für Brigitte Wien hochgeladen; die Datenschutzerklärung trägt das Datum 11. August. Die Pensionierung „nach 40 Jahren“ beginnt.
  • 24. und 25. August 2026Familienfotos mit ChatGPT erzeugt: für Mathilde München und Amelie Wolf (11:47 Uhr laut Dateiname, dasselbe Bild), für Johanna Wien (am 24. um 17:01, am 25. um 11:54 und 12:13 Uhr). Mathildes Theme wird als „25/08 – autumn update“ gespeichert.
  • 27. August 2026Eigene Familienfotos für Anna Berlin (16:22 Uhr) und Emilia Berlin (18:44 Uhr).
  • 28. August 2026Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt öffentlich.
  • 29. und 30. August 2026Logo und Startbild für Martha Lindau hochgeladen; Frieda & Otto erzeugt zwei weitere Bilder mit ChatGPT, Dateiname auf Portugiesisch; Sandra Zürich lädt ihr Startbild hoch. Logo und Startbilder sind fünf Tage alt, als wir die Seiten archivieren; die Produktbilder darunter sind älter.
  • 3. September 2026Mimikama sichert alle Seiten über Perma.cc.

Von „seit 1996“ ist im Code nichts zu finden. Der älteste Baustein stammt aus dem Oktober 2024.

Uhrzeiten in Dateinamen stammen vom Rechner, auf dem das Bild erzeugt wurde; Upload-Zeitstempel sind in UTC. Zeitstempel belegen, wann etwas hochgeladen wurde – nicht, wer es hochgeladen hat.

Belege, Zitate und Details lesen

Die Zeitstempel erzählen noch mehr. Mathilde München und Martha Lindau laden ihren Cookie-Banner aus derselben Quelle: einer Konfiguration der Datenschutz-App Pandectes, die zu einem ganz anderen Shopify-Shop gehört, Store-Nummer 86452732230, veröffentlicht mit dem Zeitstempel 1729879371. Das ist der 25. Oktober 2024. Bei Mathilde liegen die Grafiken des Banners sogar unter einem Pfad, der die fremde Store-Nummer wörtlich enthält.

Der Baukasten hat also einen Ursprungs-Shop, der seit mindestens Oktober 2024 existiert und keiner der uns bekannten ist. Aufrufen lässt er sich nicht mehr: Shopify zeigt unter seiner Adresse nur noch die Meldung, der Shop sei derzeit nicht verfügbar – auf Spanisch. Shopify liefert diese Seite in der eingestellten Hauptsprache eines Shops aus. Ob der Ursprungs-Shop tatsächlich ein spanischsprachiger war, können wir daraus nicht sicher schließen; es wäre aber die vierte Sprache in diesem Bausatz.

Mathilde München selbst lief bereits vor der Abschiedsgeschichte. Am 23. Juni 2026 wurde dort eine Rabattgrafik mit dem Dateinamen DANSLALIMITEDESSTOCKSDISPONIBLES_8.png hochgeladen – „dans la limite des stocks disponibles“, Französisch für „solange der Vorrat reicht“. Im Juli folgten die Magnific-Bilder. Das Theme des Shops trägt im Quellcode den Namen „mathilde munchen 25/08 – autumn update“. Der 25. August ist der Tag, an dem die ChatGPT-Bilder entstanden. Die Schließung kam als Update.

Der Entwickler nennt die Vorlage beim Namen

Das Wichtigste

Im Code von Martha Lindau stehen Kommentare des Entwicklers auf Portugiesisch – und sie beziehen sich ausdrücklich auf Mathilde München als Vorlage: „wie bei der Referenz“, „gibt es bei Mathilde nicht“. Ein Shop mit Impressum in Hongkong wurde nach dem Vorbild eines Shops mit Impressum in Wyoming gebaut.

Belege, Zitate und Details lesen

Im Quellcode von Martha Lindau stehen Kommentare, die der Entwickler für sich selbst geschrieben hat. Sie sind auf Portugiesisch, und sie beziehen sich auf einen anderen Shop: „Ajuste proprio da Martha Lindau (nao existe na Mathilde)“ – eigene Anpassung für Martha Lindau, gibt es bei Mathilde nicht. „Espaçamentos dos itens (iguais à Mathilde)“ – Abstände der Artikel, gleich wie bei Mathilde.

„Na Mathilde esse padding nao existe“ – bei Mathilde gibt es dieses Padding nicht. Mehr als zwanzig Mal heißt es „como na referencia“ oder „1:1 com a referencia“: wie bei der Referenz, eins zu eins mit der Referenz.

Ein weiterer Kommentar erwähnt eine Datei pdp_ship.py, aus der ein Teil des Codes erzeugt wird – ein Python-Skript, also ein Werkzeug, das Shop-Bausteine automatisch schreibt. Und an einer Stelle zitiert derselbe Entwickler „PAngV §6“ – § 6 der deutschen Preisangabenverordnung regelt Preisangaben im Fernabsatz, etwa den Hinweis auf Umsatzsteuer und Versandkosten. Der Kommentar steht im Code an der Versandkosten-Leiste. Wer hier baut, kennt die deutschen Vorschriften und dokumentiert auf Portugiesisch.

Bei Mathilde München selbst gibt es diese Kommentare nicht. Das ist folgerichtig: Mathilde ist die Vorlage, Martha Lindau die Kopie, und Notizen macht man an der Kopie. Damit ist belegt, dass Martha Lindau gezielt anhand von Mathilde München als Referenz gebaut und angepasst wurde – ein Shop mit Impressum in Hongkong nach dem Vorbild eines Shops mit Impressum in Wyoming. Ob dieselbe Person beide Shops erstellt oder verwaltet hat, lässt sich aus den Kommentaren allein nicht ableiten; der Entwickler kann Mathilde auch nur als Vorlage vorgelegt bekommen haben.

Teil 3 · Die Firmen

Wer laut Impressum dahintersteht – und wo Shopify die Shops verortet

Das Wichtigste

In den Impressen der deutschsprachigen Kernshops stehen sechs Firmen in Hongkong, Wyoming und Portugal; im gesamten Netz sind es mindestens zwölf. Fünf der Hongkong-Firmen geben dieselbe Büroeinheit an, die Wyoming-Firmen sitzen bei Registered-Agent-Dienstleistern. Zwei Firmen betreiben offen je zwei Shops. Wo die Shops bei Shopify geführt werden, passt oft nicht zum Impressum – Anna Berlin etwa unter Portugal.

Die Verbraucherzentrale schreibt „SOLVIAN LIMETED“; auf den Seiten steht „SOLVIAN LIMITED“. Den Namen der in Portugal eingetragenen Privatperson nennen wir nicht. Der Shopify-countryCode stammt aus der Zahlungskonfiguration und bezeichnet das von Shopify für den Shop geführte Land; er belegt nicht den Aufenthaltsort der Betreiber. Amelie München ist unter ameliewolf.com erreichbar und in der Zeile Amelie Wolf enthalten. Johanna Wiens Norhaven Group LLC trägt die Registrierungsnummer 2026-002040126, wurde also 2026 eingetragen; CAVALEIRUS LLC nennt auf brigitte-wien.at die Wyoming Entity ID 2025-001824140. Sandra Zürich nennt auf der Startseite keine Firma und keine Anschrift, nur eine E-Mail-Adresse. emmazurich.com meldet „This store is unavailable“.

Belege, Zitate und Details lesen

Auf keiner der Seiten steht eine Adresse in Berlin, München oder Frankfurt. Die Verbraucherzentrale hat für fünf Domains die Impressumsangaben veröffentlicht, wir haben drei weitere Shops geprüft. Dazu kommt eine Angabe, die im Impressum nicht steht: der Ländercode, den Shopify in der Zahlungskonfiguration des Shops führt. Er steckt im Quellcode im Block für Apple Pay.

Zwei Dinge fallen auf.

  1. SOLVIAN LIMITED betreibt laut Impressum sowohl Anna Berlin als auch Emilia Berlin, die beiden Shops mit demselben Foto und demselben Text. Und CAVALEIRUS LLC betreibt laut eigener Angabe sowohl Mathilde München als auch Brigitte Wien – zwei Shops, zwei Länder, dieselbe Wyoming-Firma mit derselben Adresse. Das sind die beiden Fälle, in denen Shops offen dieselbe Firma nennen.
  2. Fünf verschiedene Firmen geben dieselbe Adresse an. SOLVIAN LIMITED (Anna, Emilia), THE BIGGEST ENTERPRISES Limited (Stefan Berlin), Cordeiro Enterprises Limited (Emma Frankfurt), Milfontes Commerce Group Limited (Martha Lindau) und die in Frieda & Ottos Datenschutzerklärung genannte CB Commerce Group Limited sitzen laut eigener Angabe alle in Unit 1603 im 16. Stock des L. Plaza in Sheung Wan. Das sollte man nicht überinterpretieren. Solche Adressen werden in Hongkong häufig von Dienstleistern vergeben, die für Hunderte Firmen gleichzeitig als eingetragener Sitz fungieren; zwei Firmen in derselben Einheit beweisen nichts. Fünf Firmen aus demselben Shop-Cluster in derselben Einheit sind kein Beweis für gemeinsame Kontrolle, aber ein Hinweis darauf, dass sie über denselben Weg gegründet wurden. Dasselbe Muster in den USA: Mathilde München und Johanna Wien nennen zwei verschiedene LLCs in Wyoming. Die „eingetragene Geschäftsanschrift“ von Johanna Wiens Norhaven Group LLC, 75 E 3rd St in Sheridan, ist die Adresse der WY Commercial Registered Agent LLC – eines Dienstleisters, der auf der offiziellen Liste der Registered Agents des Wyoming Secretary of State geführt wird und dessen Geschäft darin besteht, fremden Firmen als Sitz zu dienen. Die Firma selbst wurde laut ihrer Registrierungsnummer 2026 gegründet. Mathildes CAVALEIRUS LLC gibt eine Suite mit fünfstelliger Postfachnummer in Casper an, ein Adressformat, das ebenfalls für Registered-Agent-Dienste typisch ist; diesen Anbieter haben wir nicht überprüft. Und Amelie Wolfs „ECOM LOGOS LLC“ in Torres Vedras und Frieda & Ottos „Logos Ecom LLC“ ohne Anschrift unterscheiden sich nur in der Wortreihenfolge.

Und drittens die Ländercodes. Anna Berlin nennt Hongkong im Impressum, Shopify führt den Shop unter „PT“, Portugal. Mathilde München nennt Wyoming, Shopify führt „GB“. Nur bei Martha Lindau stimmen Impressum und Plattformangabe überein. Das Feld bezeichnet nach Shopifys Beschreibung das Land, unter dem der Shop beziehungsweise die für den Käufer zuständige Geschäftseinheit geführt wird. Es ist weder ein Registrierungsnachweis noch ein Beleg dafür, wo die Betreiber tatsächlich sitzen. Es zeigt aber, dass die Adresse im Impressum nicht die einzige Verortung ist, die diese Shops haben – und dass die beiden Verortungen nicht zusammenpassen.

Spuren nach Portugal

Das Wichtigste

Portugal taucht an zehn voneinander unabhängigen Stellen auf: in Shopify-Ländercodes, Firmensitzen, Entwicklerkommentaren, Seitenpfaden, Dateinamen und in den Anweisungen an die KI-Bildwerkzeuge. Wer die Shops baut und bebildert, arbeitet auf Portugiesisch – egal welches Land im Impressum steht. Wer diese Personen sind, sagt das nicht.

Die portugiesischen Spuren im Überblick

  • Shopify-Ländercode PT – 15 der 59 erreichbaren Shops, darunter Anna Berlin, Amelie Wolf, Emma Frankfurt.com, Sandra Zürich, Ingrid Hamburg, Emma Genève, Marie Bruxelles, Sara Amsterdam, Lotte Amsterdam, Laine Helsinki
  • Firmensitz Torres Vedras – ECOM LOGOS LLC (Amelie Wolf)
  • Privatperson in Portugal – emma-frankfurt.com (laut Verbraucherzentrale), Telefon +351
  • Entwicklerkommentare – Martha Lindau: „como na referencia“, „nao existe na Mathilde“
  • Seitenpfade – Anna, Emilia: nossa-historia, politica-de-privacidade; Sandra: colares
  • Magnific-Prompts in Dateinamen – Mathilde („diminui a grossura da banda“), Marlene München („muda a cor de fundo“), Schöreli („troca o nome por Schöreli“), Emily & Grace, Eleanor Ottawa, Casa Inés, Emma Frankfurt.com
  • ChatGPT-Datumsformat – Frieda & Otto: „26 de ago. de 2026“
  • Systemsprache – Brigitte Wien: Captura_de_ecra_…
  • Firmennamen – Milfontes (portugiesischer Ort), Cordeiro, Graça, Duarte (portugiesische Familiennamen): Milfontes Commerce, Cordeiro Enterprises, GRACA ENTERPRISES, Duarte Global
  • Google-Werbetreibende – drei verifizierte Privatpersonen mit portugiesischen Namen (Amelie Wolf, Emma Frankfurt.com, Laine Helsinki)

Jede Spur allein wäre erklärbar. Zusammen zeigen sie, dass die Menschen, die diese Shops bauen, bebildern und beschreiben, auf Portugiesisch arbeiten – unabhängig davon, welches Land im Impressum steht.

Belege, Zitate und Details lesen

Portugal kommt in dieser Recherche an so vielen Stellen vor, dass es ein eigenes Kapitel braucht. Shopify führt Anna Berlin in der Zahlungskonfiguration unter dem Ländercode PT. Amelie Wolf wird laut eigener Angabe von einer Firma in Torres Vedras betrieben, einer Stadt nördlich von Lissabon. Hinter emma-frankfurt.com steht laut Verbraucherzentrale eine Privatperson mit Adresse in Portugal.

Die Kommentare im Code von Martha Lindau sind portugiesisch. Die internen Seitenpfade von Anna Berlin und Emilia Berlin sind portugiesisch: nossa-historia für „Unsere Geschichte“, politica-de-privacidade für die Datenschutzerklärung, condicoes-de-envio für die Versandbedingungen. Eine der Bilddateien bei Mathilde München heißt magnific_diminui-a-grossura-da-ban_….png – „diminui a grossura da banda“, verringere die Dicke des Bandes. Das ist eine Anweisung an das KI-Tool, auf Portugiesisch, im Dateinamen konserviert.

Bei Frieda & Otto tragen die ChatGPT-Bilder portugiesische Datumsangaben („26 de ago. de 2026“), und die Kategoriebilder heißen casaco.png, sapato.png und ganga.png – Jacke, Schuh, Jeans. Bei Sandra Zürich heißt die Kategorie Halsketten intern colares. Bei Brigitte Wien heißt ein Symbolbild Captura_de_ecra_2026-07-08_as_17.09.21.png – „Captura de ecrã“, das portugiesische Wort für Bildschirmfoto, mit der Datumsformatierung eines portugiesischen Systems. Frieda & Otto nennt als Betreiber „Logos Ecom LLC“, Amelie Wolf „ECOM LOGOS LLC“ mit Sitz in Portugal.

Dazu kommt, was der Baukasten sonst noch an Sprachen enthält. Die Produktpfade sind italienisch: susie-moccasini-ortopedici, alma-stivali-vintage-a-meta-polpaccio, claudia-mocassini-a-contrasto. Dieselben Pfade finden sich bei Mathilde, Emilia, Amelie Wolf und Martha Lindau, während die sichtbaren Produktnamen deutsch sind: „Oda – Orthopädische Loafer“, „Daria – Vintage-Stiefel bis zur Wadenmitte“.

Wer eine Vorlage übersetzt, übersetzt die Oberfläche. Die Pfade bleiben. Die Rabattgrafik bei Mathilde ist französisch.

Die technischen Spuren führen also durch mehrere Sprachräume: italienische Produktpfade, eine französische Rabattgrafik, ein spanischer Ursprungs-Shop, niederländische Dateinamen im Katalog von Johanna Wien – und auffällig viele portugiesische Kommentare, Dateinamen und Seitenpfade. Der automatisierte Scan hat das bestätigt und ausgeweitet: Bei 15 der 59 erreichbaren Shops führt Shopify in der Zahlungskonfiguration den Ländercode PT. Emma Frankfurt.com nennt eine Telefonnummer mit der Vorwahl +351.

Und die Prompts in den Magnific-Dateinamen sind auf Portugiesisch – nicht nur bei den deutschen Shops, sondern auch bei Emily & Grace Dublin („coloca emily e grace na m…“, „melhora a qualidade da imagem“), Eleanor Ottawa („regenera a img1 apenas…“), Casa Inés in Valencia („faz-me variações da senhora…“) und Schöreli: magnific_troca-o-nome-por-schoreli, „tausche den Namen gegen Schöreli aus“. Wer die Bilder für diese Shops bearbeitet, arbeitet auf Portugiesisch, egal ob im Impressum Wyoming, Hongkong oder Portugal steht. Wer genau diese Person oder Firma ist, lässt sich daraus nicht bestimmen.

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Was das über die Betreiber sagt, ist offen. Ein portugiesischer Entwickler kann für Auftraggeber in Hongkong arbeiten. Ein Shopify-Konto in Portugal kann von überall bedient werden. Wir stellen fest, dass zwölf voneinander unabhängige Datenpunkte auf mehr als einem Dutzend Domains in dieselbe Richtung zeigen. Mehr nicht.

Teil 4 · Das Netz

Ist das ein Netzwerk? Ja – und der Beleg steht im Code

Das Wichtigste

Texte kann man kopieren, Adressen teilen sich viele. Technische Kennungen sagen mehr. 25 Shops in zwölf Ländern mit acht verschiedenen „Betreibern“ laden dieselbe Cookie-Konfiguration, neun laufen über denselben Google-Tag-Manager, eine Wyoming-Firma und eine Hongkong-Firma tragen denselben Meta-Pixel und denselben Verifizierungscode, byteidentische Bilddateien liegen bei sechs verschiedenen Firmen, und eine chinesische Telefonnummer steht bei vier Shops in drei Ländern. Google zeigt mit geprüfter Identität, wer als Werbetreibender hinter den Anzeigen steht – und das sind oft andere als die Firmen im Impressum.

Eine finnische Recherche hat denselben Ursprung drei Wochen früher gefunden. Wem die Firmen gehören, bleibt offen.

Bis hierhin ließe sich einwenden: Eine Vorlage kann man kaufen, ein Foto kann man kopieren, eine Registered-Agent-Adresse teilen sich Hunderte Firmen. Aussagekräftiger als Textähnlichkeiten sind technische Kennungen: Sie zeigen, ob Shops dieselbe oder eine übernommene Mess-, Werbe- und Vorlageninfrastruktur verwenden. Beim Kopieren ganzer Shop-Themes können solche Kennungen zwar mitwandern – aber auch das setzt voraus, dass jemand Zugriff auf das Original hatte.

Wir haben deshalb den Quellcode von 90 Domains automatisiert nach solchen Kennungen durchsucht: den bekannten deutschsprachigen und über 70 weiteren, die über dieselben Firmennamen, geteilte Kontaktadressen oder fremde Recherchen gefunden wurden – in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien, Italien, Ungarn, Großbritannien, Irland, Kanada, Australien, Japan, Finnland, Schweden und Norwegen. 59 waren erreichbar; die übrigen sind abgeschaltet, gesperrt oder nie online gegangen. Das Ergebnis:

90Domains abgerufen

59davon erreichbar

14Länder

6Firmen in den Impressen

1Cookie-Konfiguration bei 25 Shops

11byteidentische Bilddateien

Die Technik hinter der Grafik – in 30 Sekunden

  • Shopify-Store-ID – interne Kennung eines Shops. Zwei Domains mit derselben Store-ID sind ein und derselbe Shop.
  • Meta-Pixel – Kennung für Messung und Werbung auf Facebook und Instagram.
  • Meta-Verifizierungscode – Code, mit dem ein Business-Konto eine Domain bei Meta als seine eigene bestätigt.
  • Google Tag Manager – Container, über den Tracking- und Werbecodes auf einer Website eingebunden werden; gehört zu einem Google-Konto.
  • Google-Ads-Kennung – Kennung für die Messung von Google-Werbung und Käufen.
  • Cookie-Konfiguration – Einstellungen des Cookie-Banners, hier aus einem fremden Shopify-Store geladen.
  • SHA-256 – digitaler Fingerabdruck einer Datei. Gleiche Prüfsumme heißt: bis aufs Byte dieselbe Datei.

Keine einzelne Kennung beweist denselben Eigentümer. Aussagekräftig wird es durch die Kombination mehrerer voneinander unabhängiger Spuren.

Das Netz hinter Anna Berlin, Johanna Wien & Co. – zum Erkunden

Kreise sind Shops, ihre Farbe die Betreiber- oder Firmenangabe laut Website. Quadrate sind gemeinsam gefundene technische Kennungen. Linien zeigen belegte Übereinstimmungen; mehrere Linien können auf derselben Kennung beruhen. Kreis oder Quadrat antippen oder mit der Maus darüberfahren, um Details zu sehen; Anklicken oder Antippen hebt die dazugehörigen Verbindungen hervor. Am Handy die Grafik am besten quer halten. Stand: 4. September 2026.

Was bedeuten die Farben?
  • CAVALEIRUS LLC (Wyoming)
  • Logos Ecom LLC (Portugal/Wyoming)
  • GRACA ENTERPRISES LLC
  • Dalton Brothers LLC (Wyoming)
  • THE BIGGEST ENTERPRISES (Hongkong)
  • Cordeiro Enterprises (Hongkong)
  • Milfontes Commerce (Hongkong)
  • Norhaven Group LLC (Wyoming)
  • Art Prestige LLC (Wyoming)
  • Duarte Global LLC
  • Pedmas LLC
  • Grau: keine Betreiberangabe auf der Seite
Statische Gesamtansicht anzeigen
Netzgrafik: 31 Shop-Auftritte als farbige Kreise (Farbe = Betreiber-/Firmenangabe laut Website), verbunden über Quadrate für gemeinsame Kennungen – Cookie-Konfiguration aus Store 86452732230, Google-Tag-Manager GTM-M9JC96CR, Meta-Pixel, Telefonnummer, Instagram – sowie rote Linien für byteidentische Bilddateien. Anna Berlin ist ausgegraut als abgeschaltet markiert.
Das Netz, gezeichnet aus den Scan-Daten. Kreise sind Shops, Quadrate sind gemeinsame Kennungen; jede Linie zu einem Quadrat ist genau ein Beleg, jede rote Linie zwischen zwei Kreisen eine byteidentische Datei. Die Farben zeigen die Betreiber- oder Firmenangabe laut Website – und die Linien laufen quer darüber. Nicht abgebildet sind fünf Shop-Paare, die nur untereinander verbunden sind: Garance/Colette Paris (ein Store), Klara Wien/Helga Dresden, Beatrice Valmont/Valeria Marbella, Shizuka Kaban/Casa Inés Valencia, Miriam London/Sophie Melbourne. Grafik: Mimikama
Beleg · Konfiguration
Ein Cookie-Banner, 25 Shops, zwölf Länder.

Die Konfiguration des abgeschalteten Ursprungs-Shops vom Oktober 2024 wird nicht nur von Mathilde München und Martha Lindau geladen, sondern von 25 Domains: im deutschen Sprachraum außerdem Stefan Berlin, Emma Frankfurt, Frieda & Otto, Brigitte Wien, Marlene München, Ingrid Hamburg, Céline Wenger, Lina Luzern, Fass 84 und Clara’s Workshop; dazu Emily & Grace Dublin, Adelaide Fontana, Adelaide London, Grace Olivia Melbourne, Huis Noor (Niederlande), Sophie Lambert (Belgien), Emma Genève, Marie Bruxelles, Sara Amsterdam, Lotte Amsterdam, Clara Atelier, Juliette Genève und Laine Helsinki. Diese 25 Shops nennen in ihren Impressen acht verschiedene Betreiber: CAVALEIRUS LLC, THE BIGGEST ENTERPRISES, Cordeiro Enterprises, Milfontes Commerce, Logos Ecom, Art Prestige LLC, GRACA ENTERPRISES LLC und Duarte Global LLC.

Acht Firmen, drei Länder, eine Cookie-Konfiguration – und die beiden großen Cluster, Cavaleirus und Logos Ecom, laden aus derselben Quelle.

Beleg · Tag-Manager
Ein Google-Tag-Manager, neun Shops.

Der Container GTM-M9JC96CR läuft bei Mathilde München, Marlene München, Adelaide Fontana, Adelaide London, Céline Wenger, Emily & Grace Dublin, Grace Olivia Melbourne, Huis Noor und Juliette Genève. Neun Shops in sieben Zielmärkten – Deutschland, Schweiz, Italien, Großbritannien, Irland, Australien, Niederlande – verwenden damit denselben Container und dieselbe veröffentlichte Tagging-Konfiguration; ein Container gehört zu einem Google-Tag-Manager-Konto. Acht davon nennen CAVALEIRUS LLC, Juliette Genève nennt gar keinen Betreiber – hier passt das Impressum zum Konto.

Beleg · Meta-Kennungen
Gleicher Meta-Pixel und gleicher Verifizierungscode über Firmengrenzen hinweg.

Brigitte Wien (Betreiber laut Seite: CAVALEIRUS LLC, Wyoming), Fass 84 und Clara’s Workshop (ebenfalls Cavaleirus, technisch ein einziger Shop unter zwei Namen) und Emma Frankfurt (Cordeiro Enterprises Limited, Hongkong) haben denselben Meta-Pixel 4242819929328997 und denselben Verifizierungscode lrcf6k3ovvlrgvgjav6ccr5xirwmw8 im Quellcode. Diesen Code vergibt Meta an ein Business-Konto, damit es eine Domain als seine eigene bestätigen kann. Dass derselbe Code auf der Seite einer „Wyoming-Firma“ und einer „Hongkong-Firma“ steht, heißt: Er wurde aus demselben Business-Konto oder derselben Vorlage übernommen.

Ob beide Domains dort aktuell verifiziert sind, sehen wir von außen nicht. Genau diese Verbindung zwischen den beiden Betreiberwelten hatten wir bislang nicht belegen können. Weitere Paare mit gemeinsamem Meta-Verifizierungscode: Eleanor Ottawa und Schöreli; Miriam London und Sophie Melbourne; Shizuka Kaban (Japan) und Casa Inés (Spanien).

Beleg · Prüfsumme
Byteidentische Bilddateien bei sechs verschiedenen Betreibern.

Wir haben Bilddateien, die unter gleichem Namen bei mehreren Shops liegen, heruntergeladen und ihre Prüfsummen verglichen. Elf Dateien sind bis aufs Byte identisch – und sie überschreiten Firmengrenzen: Johanna Wien (Norhaven Group LLC, Wyoming) und Stefan Berlin (THE BIGGEST ENTERPRISES, Hongkong) teilen zwei Dateien. Stefan Berlin und Emily & Grace Dublin (CAVALEIRUS) teilen eine im Februar erzeugte Datei – Hongkong und Wyoming, dieselbe Datei.

Céline Wenger (CAVALEIRUS) teilt Dateien mit Ingrid Hamburg (Art Prestige LLC), mit Lina Luzern (GRACA ENTERPRISES LLC) und mit Sandra Zürich, die auf ihrer Seite gar keinen Betreiber nennt – womit sie einen Betreiberkreis hat. Ingrid Hamburg teilt eine Datei mit Marlene München. Marie Bruxelles (Logos Ecom) teilt eine mit Sara Amsterdam (Duarte Global LLC).

Anna Berlin und Emilia Berlin teilen ihr Magnific-Bild. Und Amelie Wolf schreibt in ihren eigenen Rechtstexten, sie sei „ein Handelsname der Logos Ecom LLC“; ECOM LOGOS und Logos Ecom sind also, wie vermutet, dieselbe Firma.

Beleg · Google Ads Transparency
Wer als Werbetreibender hinter den Anzeigen steht – laut Google.

Google veröffentlicht für Anzeigen, die in Europa laufen, den Werbetreibenden mit geprüfter Identität. Wir haben zehn Domains abgefragt. Für Brigitte Wien, Mathilde München (70 Anzeigen) und Marlene München steht dort: „CAVALEIRUS LLC – Rechtsgültiger Name: CAVALEIRUS LLC – ansässig in: USA – Identität bestätigt“, insgesamt rund 200 Anzeigen unter diesem Konto. Für Johanna Wien steht Norhaven Group LLC. Hier passt der Werbetreibende zum Impressum.

Bei den anderen nicht. Für Emma Frankfurt, im Impressum Cordeiro Enterprises in Hongkong, steht eine „TC INTERNATIONAL LLC“ als Werbetreibende. Für Stefan Berlin, im Impressum THE BIGGEST ENTERPRISES in Hongkong, eine „RLR Ventures LLC“. Für Frieda & Otto, im Fußbereich „Operated by Logos Ecom LLC“, die CB Commerce Group Limited aus der Datenschutzerklärung.

Und für Amelie Wolf, laut Impressum ECOM LOGOS LLC in Portugal, eine verifizierte Privatperson mit portugiesischem Namen – so wie für emma-frankfurt.com und, laut Pöyliö und unserer eigenen Abfrage, für Laine Helsinki je eine weitere. Die Namen sind der Redaktion bekannt. Für Emilia Berlin und Céline Wenger fand Google keine Anzeigen.

Zwei Dinge fallen auf.

  1. Logos Ecom tritt bei keinem der abgefragten Shops als Werbetreibende auf – die Firma steht als „Operated by“ im Fußbereich, die Anzeigen laufen unter anderen Namen; das passt zur Rollenverteilung, die Margaret London in ihren Rechtstexten selbst beschreibt: Logos Ecom für Website, Marketing und Werbung, ein anderer als Verkäufer.
  2. Hinter zwei Hongkong-Impressenstehen bei Google US-LLCs, die in keinem Impressum vorkommen. Wer letztlich bezahlt, sagt Google damit nicht ausdrücklich; es sagt, wer die Anzeigen mit geprüfter Identität schaltet.
Externe Bestätigung
Und der Ursprungs-Shop hat einen Namen.

Der finnische IT-Sicherheitsexperte Mika Pöyliö hat am 20. August 2026 – zwei Wochen vor dieser Recherche – drei nordische Shops untersucht: Laine Helsinki, Signe Stockholm und Arkt Oslo. Alle drei tragen im Quellcode dieselbe Shopify-Store-ID 86452732230 und dieselbe Adresse c7dde0-31.myshopify.com – den Shop, aus dem unsere deutschsprachigen, irischen und italienischen Shops ihren Cookie-Banner laden. Wir haben Laine Helsinki daraufhin selbst abgerufen: Die Kennung steht dort, und Shopify führt den finnischen Shop unter dem Ländercode PT.

Pöyliö beschreibt dieselben Merkmale wie wir: KI-Bilder, erfundene Schließungsgeschichten, finnische Textreste in den schwedischen und norwegischen Fassungen, die Mail-Adresse des finnischen Shops im FAQ des norwegischen. Die Google-Anzeigen der drei Shops liefen laut Googles Transparenzcenter unter dem Namen einer Privatperson – 62 Anzeigen. Damit reicht das Netz von Helsinki bis Wien, und der Ursprungs-Shop, dessen Konfiguration in unseren Shops steckt, war im Sommer ein aktiver finnischer „Familienbetrieb“.

Einordnung und Grenze
Was daraus folgt – und was nicht.

Die unterschiedlichen Betreiberangaben bilden technisch keine voneinander getrennten Welten. Mehrere Shops teilen Tracking-Kennungen, Konfigurationen und byteidentische Dateien. Das legt eine gemeinsame technische Quelle, übernommene Vorlagen oder einen gemeinsamen Dienstleister nahe.

Ob dieselben Eigentümer dahinterstehen, ist offen – Margaret London, ein britischer Shop desselben Netzes, unterscheidet in seinen Rechtstexten ausdrücklich zwischen dem „Verkäufer“, einer weiteren Wyoming-LLC, und Logos Ecom LLC als Betreiber für „Website, digitales Marketing und Werbung“. Die Google-Ads-Kennungen im Quellcode sind bei fast allen Shops verschieden, und Google nennt als Werbetreibende mal eine Firma, mal eine Privatperson – was zu einer Agentur passt, die für viele Auftraggeber baut und wirbt. Dazu kommt eine chinesische Telefonnummer, +86 177 5823 1352, die bei Marlene München, Emily & Grace Dublin, Eleanor Ottawa und Christine Montreal als Kontakt steht – der zweite Fernost-Beleg aus den Shops selbst, nach dem Fulfillment-Partner in Ningbo bei Brigitte Wien.

Wer die Firmen gegründet hat und wem sie gehören, steht in keinem Quellcode. Dafür braucht es Registerauszüge.

Startseite von Martha Lindau: Logo mit Deutschlandfarben, zwei junge Frauen vor einer Steinmauer, Überschrift „Countdown zum Sommerende“, keine Schließungsgeschichte.
Martha Lindau: Logo und Startbild fünf Tage alt, Sommer-Sale statt Abschied, aber derselbe Farbstreifen im Logo. Screenshot: Mimikama
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Das Schema ist längst nicht auf Deutschland beschränkt. Im deutschen Sprachraum sind Johanna Wien, Brigitte Wien, Sandra Zürich, Céline Wenger und Ingrid Hamburg aktiv, Emma Zürich ist abgeschaltet. Martha Lindau und Frieda & Otto kommen derzeit ohne Schließungsgeschichte aus und werben mit „Sommer-Sale“ und „Herbstaktion“. Ob dort der Abschied noch kommt, wissen wir nicht. Bei Mathilde kam er zwei Monate nach dem Start.

Johanna aus Wien, Sandra aus Zürich

Das Wichtigste

Für Österreich und die Schweiz gibt es eigens gebaute Fassaden: Johanna Wien liefert mit der Österreichischen Post und wird von einer 2026 gegründeten Wyoming-Firma betrieben; Brigitte Wien geht „in Pension“, nennt im Rechtstext einen Fulfillment-Partner in China und hat dort einen Vorlagen-Platzhalter stehen lassen; Sandra Zürich und Céline Wenger zeigen Schweizer Fahne und Franken-Preise.

Startseite von Johanna Wien: eine blonde Frau mittleren Alters mit einer jungen Frau und einem jungen Mann in einer Boutique, darüber „Mode, die ein Leben lang hält“ und „Die letzten Stücke entdecken“, darunter „Nach 30 wunderbaren Jahren ist es Zeit, Auf Wiedersehen zu sagen“.
Johanna Wien: Wiener Geschichte, Wyoming-Firma, Stefan Berlins Katalog. Screenshot: Mimikama
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Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat deutsche Städte im Blick, und bei Watchlist Internet gibt es bislang keine Warnung zu diesem Muster. Es gibt aber längst eine österreichische Fassung. Johanna Wien wirbt mit „zeitloser Damenmode aus dem Herzen von Wien – seit 1996“, liefert laut Startseite „innerhalb Österreichs – zuverlässig mit der Österreichischen Post“, zeigt deren Logo im Warenkorb und erzählt die Mutter-Tochter-Geschichte im Wortlaut von Anna Berlin.

Betrieben wird der Shop laut eigener Angabe von der Norhaven Group LLC in Sheridan, Wyoming, Registrierungsnummer 2026-002040126. Die Firma ist also in diesem Jahr gegründet worden; die Familienfotos entstanden am 24. und 25. August mit ChatGPT.

Und Wien hat noch eine zweite Figur. Auf brigitte-wien.at, einer österreichischen Domain, erzählt „Brigitte, Gründerin von Brigitte Wien seit 1986“, sie gehe nach 40 Jahren in Pension: „Ich habe mein Geschäft mit 30 Jahren eröffnet. Heute bin ich 70.“ Verkauft werden gesteppte Taschen, Wäschekörbe, Küchenteppiche und Tiersocken – exakt das „Handgefertigt“-Sortiment von Martha Lindau –, dazu das Logo der Österreichischen Post und ein Warenkorb, der die Artikel „noch 10:00 Minuten“ reserviert.

Betrieben wird der Shop laut Fußzeile von CAVALEIRUS LLC in Casper, Wyoming, der Firma hinter Mathilde München. Die Datenschutzerklärung, datiert auf den 11. August 2026, ist ungewöhnlich auskunftsfreudig – und sie räumt nebenbei mit der Figur auf: „Handelsname: Brigitte Wien“ steht dort unter der Firma. Brigitte ist keine Person, die in Pension geht, sondern eine Marke von Cavaleirus.

Sie nennt als „Fulfillment-Partner“ ein Unternehmen in Ningbo, China – die Rücksendeadresse in Fernost, von der die Verbraucherzentrale berichtet, steht hier im Rechtstext des Shops selbst. Und an der Stelle, an der der EU-Datenschutzvertreter stehen müsste, steht: „[VOR VERÖFFENTLICHUNG ERGÄNZEN]“.

Und Wien hat eine dritte Figur: „Klara Wien“ verabschiedet sich mit einer „kleinen Werkstatt“, die über viele Jahre Wäschekörbe, Taschen und Lampen gefertigt habe – exakt der Katalog von emma-frankfurt.com. Betreiber laut Impressum: Dalton Brothers LLC, 30 N Gould St in Sheridan, Wyoming, Registrierungsnummer 2026-001970674, dieselbe Registered-Agent-Adresse wie Art Prestige und AEPGEM. Dieselbe Firma steht hinter „Helga Dresden“ („seit 1991, nach 35 Jahren“); beide Shops teilen einen Google-Tag-Manager-Container und einen Meta-Verifizierungscode, und im Fußbereich von Helga Dresden steht als Kontaktadresse [email protected] – Kopierfehler Nummer fünf.

Und Klara und Brigitte, zwei Wiener „Werkstätten“ mit zwei verschiedenen Wyoming-Firmen bei zwei verschiedenen Registered Agents, haben dasselbe Regal: die Eule auf den Büchern, die schwarze Katze, der weiße Hund zwischen Blumen, die Tulpen-Tasche – dieselben Motive, auf beiden Startseiten, und dieselben wie bei emma-frankfurt.com, das Logos Ecom nennt. Drei Betreiberfirmen, ein Warenbestand. Klara nennt ihn „Österreichisches Handwerk“.

Startseite von Brigitte Wien: eine ältere Frau an einem Nähtisch, im Regal gesteppte Taschen mit Eule, schwarzer Katze, weißem Hund und Tulpen, davor ein Holzschild „Es ist Zeit, die Hände ruhen zu lassen – nach 40 Jahren Handwerk“.
Brigitte Wien (CAVALEIRUS LLC, Casper): die Taschen im Regal. Screenshot: Mimikama, 4. September 2026
Startseite von Klara Wien: eine ältere Frau an einem Nähtisch, im Regal dieselben gesteppten Taschen mit Eule, Katze, weißem Hund und Tulpen; Unterzeile „Österreichisches Handwerk“, darunter „Abschiedsausverkauf – Schweren Herzens schließe ich meine kleine Werkstatt“.
Klara Wien (Dalton Brothers LLC, Sheridan): dasselbe Regal, andere Firma, andere Näherin. Screenshot: Mimikama, 4. September 2026

Für die Schweiz gibt es Sandra Zürich, mit Schweizer Fahne im Schaufenster, Preisen in Franken, Lieferung „in die gesamte Schweiz mit DHL“ und der Enkel-Variante der Geschichte. Auf der Startseite steht keine Firma und keine Anschrift, nur eine Support-Adresse. Ein früherer Shop unter emmazurich.com ist abgeschaltet.

Und Genf hat Juliette: Auf juliettegeneve.ch steht auf einer Produktseite die komplette Geschichte von Céline Wenger – „Hallo, ich bin Céline“, 16 Jahre, Enkel und Enkelin –, die Kundenbewertungen nennen Céline Wenger, die Support-Adresse lautet [email protected], und im Fußbereich steht „© 2026 juliettegeneve“. Kein Kopierfehler mehr, ein ganzer Shop, der aus einem anderen geklont wurde, ohne die Spuren zu entfernen. Technisch bestätigt der Scan das: Juliette Genève lädt den Cookie-Banner aus dem Ursprungs-Shop und läuft über denselben Google-Tag-Manager-Container wie die Cavaleirus-Shops – nennt aber auf der Seite keinen Betreiber.

Auf der Startseite steht die Enkel-Schablone in leicht umformulierter Fassung: „Nach 16 wundervollen Jahren“, „mit viel Herz, Sorgfalt und einem besonderen Gespür für zeitlose Mode“ – derselbe Text, einmal durch den Umformulierer gedreht, und darüber die wandernde Frist „bis 5. Sep.“.

Textabschnitt auf juliettegeneve.ch: „Nach 16 wundervollen Jahren ist es für uns an der Zeit, Abschied zu nehmen. Seit 2010 haben wir Juliette Genève mit viel Herz, Sorgfalt und einem besonderen Gespür für zeitlose Mode aufgebaut … mehr Zeit mit meinem Enkel und meiner Enkelin zu verbringen.“
Juliette Genève: die Enkel-Schablone von Sandra, Céline und Marlene, umformuliert. Screenshot: Mimikama, 4. September 2026

Wer in Österreich oder der Schweiz bestellt, hat es also nicht nur mit deutschen Shops zu tun, die auch hierher liefern – sondern mit eigens für den Markt gebauten Fassaden.

Teil 5 · Was das für Kundinnen und Kunden heißt

Was ankommt, wenn etwas ankommt

Das Wichtigste

Das sind keine klassischen Fakeshops – Ware kommt, laut Verbraucherzentrale aber oft nicht in der versprochenen Qualität und aus Asien. Rücksendungen gehen dorthin zurück, auf eigene Kosten; damit ist das Widerrufsrecht praktisch wertlos. EU-Verbraucherrecht gilt zwar auch gegenüber Händlern in Hongkong oder Wyoming, es durchzusetzen ist aber aufwendig.

Belege, Zitate und Details lesen

Das sind keine Fakeshops im klassischen Sinn, bei denen nach der Zahlung nichts geliefert wird. Die Verbraucherzentrale beschreibt für Bestellungen bei Shops dieser Art wiederkehrende Beschwerden: Die Ware erfülle die Werbeversprechen nicht, die Qualität enttäusche, teilweise kämen falsche Produkte, und dass die Lieferung aus Asien komme, sei nicht immer erkennbar. Die Shops selbst geben Lieferzeiten von acht bis zwölf Werktagen nach ein bis drei Tagen Bearbeitung an – für ein Paket, das laut Startseite „deutschlandweit mit DHL“ verschickt wird, ist das lang.

Das eigentliche Problem beginnt danach. Wer die Ware zurückgeben will, muss sie laut den dokumentierten Beschwerden ins außereuropäische Ausland schicken und trägt die Kosten selbst. Bei einem Kleid um 40 Euro kann der Rückversand nach Fernost das Widerrufsrecht praktisch entwerten. Auch ein Händler außerhalb der EU kann an zwingende europäische und nationale Verbraucherschutzregeln gebunden sein, wenn er sein Angebot gezielt an Verbraucherinnen und Verbraucher in einem EU-Staat richtet – eine Rechtswahl in den AGB hilft ihm dann nicht (Art. 6 der Rom-I-Verordnung).

Ein Shop, der „Johanna Wien“ heißt, mit der Österreichischen Post wirbt und nur nach Österreich liefert, richtet sich erkennbar an Österreich. Ansprüche gegenüber einer Firma in Hongkong oder Wyoming tatsächlich durchzusetzen, ist allerdings eine andere Sache. Genau darin liegt für Kundinnen und Kunden das zentrale Risiko dieses Verkaufsmodells: nicht der Betrug, bei dem nichts kommt, sondern der Verkauf, bei dem der Rückweg zu teuer ist.

Auch die Druckmittel stehen im Code. Bei Martha Lindau läuft im Warenkorb ein Zähler, der eine zehnminütige „Reservierung“ vortäuscht und nach Ablauf einfach neu beginnt. Ein Produkt namens „Versandschutz“ existiert in 21 Preisstufen von 0,99 bis 10 Euro, gestaffelt nach Warenkorbwert, und wird beim Bezahlen angeboten.

Die Sale-Leiste, die „heute um 23:59 Uhr“ endet, endet jeden Tag. Und in den FAQ von Emilia Berlin und Amelie Wolf heißt es: „Da wir bald schließen, bitten wir dich, vor einer Rücksendung unseren Kundenservice zu kontaktieren.“ Die Geschäftsaufgabe dient nicht nur als Kaufanreiz, sondern auch als Grund, warum man nicht einfach zurückschicken soll.

Was vor der Bestellung hilft

Die einfachste Prüfung dauert zwanzig Sekunden: bis ganz nach unten scrollen und lesen, wer die Seite betreibt. Steht dort Sheung Wan, Casper, Sheridan oder Torres Vedras – oder steht dort gar nichts –, ist der Familienbetrieb aus Berlin oder Wien erledigt, bevor man den Warenkorb gefüllt hat. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, den Firmensitz mit einem Kartendienst zu überprüfen, die Widerrufsbedingungen zu lesen und nach Bewertungen auf Seiten zu suchen, die nicht zum Shop gehören.

Wer sich unsicher ist, kann die Adresse des Shops im Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen eingeben; für Österreich führt Watchlist Internet eine Liste problematischer Shops. Und wer bezahlt, sollte das mit einer Methode tun, die Käuferschutz bietet.

Zum Mitnehmen

Drei Fragen vor der Bestellung

  • Wo sitzt der Händler wirklich?Nicht der Name entscheidet, sondern die Betreiberangabe ganz unten auf der Seite.
  • Wohin ginge eine Rücksendung?Wenn die Antwort Fernost lautet, ist der Widerruf in der Praxis oft teurer als die Ware.
  • Warum der Zeitdruck?Geschäftsaufgabe, letzter Ausverkauf, „Sale endet heute“ – all das soll verhindern, dass man die ersten beiden Fragen stellt.

Fazit

Die Verbraucherzentrale hat mit ihrer Warnung recht, und der Quellcode zeigt, wie systematisch das Ganze ist. Hinter „Anna Berlin“, „Emilia Berlin“, „Mathilde München“, „Marlene München“, „Amelie München“, „Johanna Wien“, „Sandra Zürich“ und „Céline Wenger“ steht ein einziger Bausatz, und „Brigitte Wien“ hängt über dieselbe Firma daran: ein Text, zwei Fotos, ein Shopify-Theme, portugiesische Seitenpfade, ein Produktkatalog mit italienischen Bezeichnungen und ein Cookie-Banner aus einem inzwischen abgeschalteten Ursprungs-Shop von Oktober 2024. Zwei der Shops nennen dieselbe Betreiberfirma in Hongkong, fünf Firmen dieselbe Adresse. Martha Lindau wurde nach der Vorlage Mathilde München gebaut, und der Entwickler hat das in seinen Kommentaren festgehalten.

Die Familienfotos wurden am 25. und 27. August 2026 mit ChatGPT erzeugt. Und in einer der Abschiedsgeschichten steht der Name des falschen Ladens, in einer anderen zwei verschiedene Namen desselben, und in Genf verkauft „Juliette“ unter der Support-Adresse von Céline Wenger.

Wer die Firmen gegründet hat und wem sie gehören, wissen wir nicht. Dass zahlreiche dieser Shops technisch miteinander verknüpft sind, wissen wir: 25 Shops in zwölf Ländern mit acht verschiedenen Betreiberangaben laden dieselbe Cookie-Konfiguration, neun verwenden denselben Google-Tag-Manager-Container, eine Wyoming-Firma und eine Hongkong-Firma tragen dieselben Meta-Kennungen, byteidentische KI-Bilddateien liegen bei sechs Firmen, und Google weist CAVALEIRUS LLC als verifizierte Werbetreibende hinter rund 200 Anzeigen für die Münchner und Wiener „Familienbetriebe“ aus. Für Kundinnen und Kunden ist die Eigentümerfrage auch nicht die entscheidende.

Vieles deutet darauf hin, dass große Teile dieses Netzes zentral oder von einem sehr kleinen Kreis produziert und vermarktet werden. Die technischen Überschneidungen reichen weit über zufällig ähnliche Dropshipping-Shops hinaus. Ob am Ende tatsächlich eine einzige Person die wirtschaftliche Kontrolle über alle Shops ausübt, können wir bislang jedoch nicht belegen.

Entscheidend ist: Für die behaupteten Familienbetriebe hinter Anna Berlin, Emilia Berlin, Mathilde München und Johanna Wien finden sich keine belastbaren Belege; die Geschichten, mit denen sie beworben werden, erweisen sich als austauschbare Vorlagen. Was es nachweislich gibt, ist ein Katalog, eine Rücksendeadresse in Fernost und einen Countdown, der jeden Tag um 23:59 Uhr abläuft und am nächsten Morgen wieder von vorn beginnt.

Anhang

Alle geprüften Domains

Das Wichtigste

90 Domains haben wir selbst abgerufen, 59 waren erreichbar; seit dem Vortag sind fünf weitere abgeschaltet worden. Die Liste zeigt für jede den Betreiber laut Seite, den Stand und die technische Verbindung zum Netz.

Alle 90 untersuchten Domains anzeigen

↔ Auf dem Handy: Tabelle seitlich wischen.

Betreiberangaben in der Schreibweise der jeweiligen Seite. „Story nur in Rechtstexten“: Begriffe wie Schließung oder Abschied kommen in AGB oder FAQ vor, nicht auf der Startseite. Privatpersonen nennen wir nicht.

Redaktionelle Dokumentation

Archivierte Startseiten der untersuchten Shops

Alle Seiten wurden am 3. September 2026 über Perma.cc gesichert. Zusätzlich hat die Redaktion am 3. und 4. September den Quellcode von 90 Domains automatisiert abgerufen, gespeichert und bei web.archive.org gesichert (Startseite, Rechtstexte, Produktliste); die genannten Kennungen – Tag-Manager-Container, Meta-Pixel, Verifizierungscodes, Cookie-Konfigurationen, Dateinamen – stammen aus diesen Abrufen und liegen als Rohdaten vor. Wir verlinken die Archivversionen, nicht die Shops selbst.

Quellen

  • Verbraucherzentrale Niedersachsen: Wenn Regionalität zum Verkaufstrick wird, Pressemitteilung, 28. August 2026
  • Verbraucherzentrale Niedersachsen: Vorsicht bei Online-Shops mit deutschen Vornamen und Städtenamen, Stand 31. August 2026
  • Verbraucherzentralen: Fakeshop-Finder
  • Watchlist Internet: Liste problematischer Online-Shops
  • t-online/dpa: Verbraucherzentralen warnen vor perfider Betrugsmasche, 29. August 2026
  • etailment: Fake-Shops: Tarnung als Regionalhändler mit 80 Prozent Rabatt, 3. September 2026
  • Wyoming Secretary of State: Wyoming Commercial Registered Agents, Roster, Stand 24. Juli 2026
  • Mika Pöyliö: Suomalainen, ruotsalainen ja norjalainen menivät valeverkkokauppaan, poylio.fi, 20. August 2026; ders.: Onko Laine Helsinki -verkkokauppa luotettava?, 25. Juli 2026
  • Google: Ads Transparency Center, Werbetreibender CAVALEIRUS LLC, abgefragt 4. September 2026; sowie Domainabfragen zu brigitte-wien.at, mathilde-munchen.de, marlene-munchen.de, johannawien.com, emma-frankfurt.de, emma-frankfurt.com, stefanberlin.com, frieda-otto.com, ameliewolf.com, emiliaberlin.de, celine-wenger.ch, laine-helsinki.fi
  • Eigene automatisierte Auswertung des Quellcodes von 90 Domains (59 erreichbar), darunter alle im Text genannten Shops, mit Prüfsummenvergleich gemeinsamer Bilddateien und Wayback-Sicherung, 3. und 4. September 2026
Hinweise zur Liste lesen

Die folgende Liste enthält die Domains, die wir am 3. und 4. September 2026 selbst abgerufen haben – 90 insgesamt, hier die deutschsprachigen vollständig und aus den übrigen Ländern jene mit einem technischen Marker; Domains ohne Marker und ohne Betreiberangabe sind ausgelassen. „Cookie-Ursprung“ heißt: Der Shop lädt seine Cookie-Banner-Konfiguration aus dem Ursprungs-Shop 86452732230. „Meta-Verifizierung wie …“ heißt: gleicher Domain-Verifizierungscode desselben Meta-Business-Kontos. „Identische Bilddatei“ heißt: byteidentisch nach Prüfsummenvergleich. Weitere Domains, die uns genannt wurden, aber noch nicht geprüft sind, nehmen wir erst nach eigenem Abruf auf.

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Dr. Heinrich Krämer
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