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DFB-Stürmer wieder Finalheld?: Wie Arsenal mit „Terrorfußball“ nach dem Henkelpott greift

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 29, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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DFB-Stürmer wieder Finalheld?Wie Arsenal mit „Terrorfußball“ nach dem Henkelpott greift

29.05.2026, 20:50 Uhr

Von Emmanuel Schneider
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Trainer und Spieler des FC Arsenal wollen auch am Samstagabend wieder feiern. (Foto: IMAGO/Colorsport)

Der FC Arsenal steht vor einer historischen Chance. Der englische Fußball-Klub träumt nach der Meisterschaft auch vom ersten Champions-League-Triumph. DFB-Spieler Kai Havertz ist mittendrin, Erinnerungen an eine wilde Szene von 2006 werden wach.

Wäre doch bloß nicht diese 18. Minute gewesen. Es ist einer dieser Fußball-Momente, der zum „Was wäre, wenn“-Nachdenken einlädt. Barcelonas Angreifer Samuel Eto’o bekam den Ball perfekt in den Laufweg zugespielt und tauchte plötzlich frei vor Nationalkeeper Jens Lehmann auf. Der Arsenal-Torhüter machte sich lang – und legte den Barça-Stürmer kurz vor dem Sechzehner. Die Folge: Rote Karte. Arsenal musste den Rest des Champions-League-Endspiels 2006 in Unterzahl spielen und verlor 1:2 (ging aber sogar in Führung). Chance verspielt. Für Lehmann eine Schmach kurz vor dem dann folgenden Sommermärchen in Deutschland. Und für Arsenal der Beginn einer langen Wartezeit.

Denn 2006 war die bislang letzte Finale-Chance der Nord-Londoner. Nun, 20 Jahre später, stehen die Gunners in Budapest gegen Paris Saint-Germain wieder in einem Champions-League-Endspiel. Am Samstagabend (18 Uhr/ZDF/Dazn und ntv.de-Liveticker) baut sich eine historische Chance auf. Es ist sogar eine auf den Doppelschlag. Denn vor anderthalb Wochen schnappte sich das Team bereits die englische Meisterschaft – nach 22 Jahren Wartezeit.

Der Architekt des Erfolges ist Trainer Mikel Arteta. Er hat den Klub, seitdem er 2019 übernommen hat, regelrecht transformiert. 2025/26 mündet dies in der Begleichung alter Rechnungen. Von wegen keine Siegermentalität, von wegen „Choking under pressure“, also dem Versagen unter Druck. Oder Sterben in Schönheit. Der spanische Coach hat Arsenal zu einer Effizienzmaschine getrimmt. Die Londoner spielen keinen berauschenden Fußball, keinen Zauber-Tikitaka. Überhaupt nicht. Aber: Sie gewinnen die meisten ihrer Spiele. Dabei entdeckten sie auch die dunklen Künste des Fußballs. Manchmal bringen sie einen näher an die Silberware. Das wurde gar als „Terrorfußball“ beschimpft. Der Jubel war trotz aller Kritik an der Spielweise riesig. Am Ende zählen nun mal die Titel.

Historische Chance für den FC Arsenal

Nun geht der Blick Richtung ersehnten Henkelpott. Eigentlich fast überraschend, aber noch nie hat der FC Arsenal diesen Pokal gewonnen. In diesem Jahr galten die Londoner früh als ein großer Favorit, die Maschine Arsenal pflügte durch alle Runden, ist sogar noch ungeschlagen. Arsenal brilliert vor allem über Standards. 18 Tore nach Eckbällen sind ein neuer Premier-League-Rekord. Das bekamen auch die Bayern in der Vorrunde zu spüren, die sich infolge eines der fast schon legendären Arsenal-Standards ein Gegentor fingen. Die „Gunners“ haben wahnsinnig viele Varianten im Gepäck und eine robuste Spielweise sowie absurdes Zeitspiel zur Vorbereitung, das ihnen viel Wut einbrachte. Und hinten steht um William Saliba und Gabriel sowie Keeper David Raya eine Betonabwehr, die in der ganzen CL-Saison nur sechs Gegentore fraß.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Zeit endlich reif ist für einen Arsenal-Coup auf europäischer Ebene. Das war nicht immer so. Nach dem verlorenen Finale 2006 blieb Arsenal meistens schon zu Beginn der K.-o.-Runde hängen. Absurde siebenmal in Folge (2011 bis 2017) war sogar schon im Achtelfinale Schluss. Gleich dreimal gegen Bayern und ebenso oft gegen den FC Barcelona, echte Angstgegner für die Londoner.

Nun wartet Paris Saint-Germain. Auch dort lauern nicht so gute Erinnerungen. Gegen PSG schied Arsenal im vergangenen Jahr im Halbfinale aus, verzweifelte vor allem am gegnerischen Keeper. „Ich finde, wir hätten in beiden Spielen viel mehr verdient gehabt. Aber in diesem Wettbewerb geht es um die Strafräume, und dort stehen normalerweise die Stürmer – meistens jedenfalls – und ein Torwart“, sagte Arteta hinterher. „Und Donnarumma war in beiden Spielen der beste Spieler.“ Nun ist der Italiener nicht mehr da (wechselte zu City), aber PSG zeigte in den beiden Halbfinal-Partien (5:4/1:1) gegen den FC Bayern eindrucksvoll, dass es aktuell wohl die beste Mannschaft Europas ist. Auf Arsenal wartet ein echter Brocken und ein Offensiv-Feuerwerk um die Titelverteidiger Khvicha Kvaratskhelia, Ousmane Dembélé und Désiré Doué.

Einer, der sich auch mit Champions-League-Siegen auskennt, ist Kai Havertz. Der deutsche Nationalspieler gewann schon 2021 mit dem Londoner Rivalen FC Chelsea den Titel, erzielte damals sogar das entscheidende Tor zum 1:0-Endstand gegen Manchester City. „Die Champions League zu gewinnen, ist ein tolles Gefühl. Aber es wäre noch schöner, wenn ich das mit Arsenal schaffen könnte. Das würde mir viel mehr bedeuten“, sagte Havertz schon vor zwei Jahren.

Havertz kennt den Final-Druck

Der 26-Jährige ist inzwischen ein Mann, der in entscheidenden Spielen liefert. Sein Kopfballtreffer zum Sieg gegen den FC Burnley vor anderthalb Wochen öffnete Arsenal die Tür zum Meistertitel. Vergessen ist die Kritik nach seiner Verpflichtung. Als er 2023 vom Stadtrivalen zu Arsenal kam, war die Begeisterung mäßig. Auch weil er mit 70 Millionen Euro kein Schnäppchen war. Havertz galt als unscheinbar und nicht körperlich robust genug für die englische Liga.

Daran denkt inzwischen keiner mehr. Unter Arteta entwickelt sich der Nationalstürmer zu einem der Leistungsträger des Teams. Nach bitteren Verletzungsphasen in den vergangenen Jahren ist er wieder zurück in der Stammmannschaft. Wird er am Samstag erneut zum Finalhelden? Coach Arteta und auch die Arsenal-Fans setzen auf ihn.

Auch die Altvorderen wittern den Coup. „Die Mannschaft hat die Chance, als die Unvergesslichen in die Geschichte einzugehen“, kurbelt Klub-Legende Thierry Henry via „Sport Bild“ die Arsenal-Euphorie an. Er war Teil der „Invincibles“, der Unbesiegbaren von 2004, die den legendären Meistertitel holten. Der Franzose stand auch 2006 im Finale auf dem Platz, war einer der besten Spieler und lieferte den Assist zum zwischenzeitlichen 1:0. Die Niederlage verhindern konnte er nicht. Seinen ehemaligen Teamkollegen Jens Lehmann verfolgt die folgenreiche Platzverweis-Szene bis heute. Er werde sie wohl mit ins Grab nehmen, sagte er schon damals. Heute hofft er, „dass Arsenal vollendet, was mir nicht gelungen ist.“

Quelle: ntv.de

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