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Dreh-Moratorium im MDR: „Tatort“- Ermittlerin Michaelsen sorgt sich um Sichtbarkeit des Ostens im TV

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 6, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Dreh-Moratorium im MDR„Tatort“- Ermittlerin Michaelsen sorgt sich um Sichtbarkeit des Ostens im TV

Claudia Michelsen ermittelt seit einigen Jahren im MDR-„Tatort“ in Magdeburg. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Drei-Länder-Anstalt MDR legt neue „Tatort“- und „Polizeiruf“-Projekte aus finanziellen Gründen auf Eis. Eine der betroffenen Schauspielerinnen zeigt sich tief besorgt um die Repräsentanz des Ostens. Nicht zuletzt seien aber auch Jobs in Gefahr.

Die Schauspielerin Claudia Michelsen sieht die geplante dreijährige Produktionspause für die MDR-Krimireihen „Polizeiruf 110“ und „Tatort“ kritisch. Die Entscheidung könne die Sichtbarkeit ostdeutscher Perspektiven im Fernsehen weiter verringern, sagte sie. „Ostdeutsche Krimiformate sind essenziell im deutschen Hauptabendprogramm, weil hier ostdeutsche Lebenswirklichkeit erzählt wird“, sagte die Schauspielerin, die im Magdeburger „Polizeiruf 110“ die Kommissarin Doreen Brasch spielt. „Der Osten ist schon minimiert. Mit dieser Entscheidung würden wir ihn noch mehr minimieren.“

Zugleich verwies Michelsen auf mögliche Folgen für die Filmwirtschaft vor Ort. „Es würden mit der Entscheidung des MDR sehr viele Arbeitsplätze verloren gehen“, sagte sie. Der „Polizeiruf“ sei erst kürzlich an die Leipziger Produktionsfirma UFA Mitte übergeben worden. Mit einer dreijährigen „Produktionspause“ würde eine positive Entwicklung für die Filmwirtschaft in der Region wieder begraben. Der MDR deckt die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ab. Im vergangenen Jahr hatte es vom MDR jeweils zwei neue Folgen von „Tatort“ und „Polizeiruf“ gegeben.

Ähnlich äußerte sich Michelle Müntefering, Geschäftsführerin der Interessenvertretung Produktionsallianz. Über Jahre sei rund um die Produktionen eine Infrastruktur entstanden. „Wenn man von Aussetzen spricht, heißt das, dass man eine gesamte Infrastruktur abbaut“, sagte sie. Betroffen seien nicht nur Schauspielerinnen und Schauspieler oder Produktionsfirmen, sondern zahlreiche weitere Gewerke.

Der MDR hatte im Mai angekündigt, die Produktion neuer Folgen von „Polizeiruf 110“ und „Tatort“ für drei Jahre auszusetzen. Der Sender begründete die Entscheidung mit einer angespannten Finanzlage. Zugleich betonte der MDR auf Anfrage, ostdeutsche Perspektiven blieben auch durch zahlreiche andere fiktionale und journalistische Formate im Ersten und in der ARD-Mediathek sichtbar.

Derzeit gibt es im Senderverbund der ARD noch einen „Polizeiruf“ aus Rostock sowie einen „Tatort“ des rbb aus Berlin und ebenfalls vom rbb einen „Polizeiruf“ aus Brandenburg. Im ZDF gibt es derweil weiter ein halbes Dutzend Regionalkrimis oder-serien mit Handlungsort Ostdeutschland.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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