Eklat nach Mao-Kommentar
China verbannt Real Madrid und Kylian Mbappé aus dem TV
Real Madrids Fußball-Star Kylian Mbappé erfährt gerade, dass der Apparat der kommunistischen Partei Chinas über Staatsgründer Mao Zedong nur wohlwollende Kommentare duldet – und keinerlei Spaß versteht. Auch sein Verein bekommt die Konsequenzen zu spüren.
Der spanische Fußball-Gigant Real Madrid und Superstar Kylian Mbappé flimmern vorerst nicht mehr über den Äther des chinesischen Staatsfernsehens. Wie die China Media Group (CMG), das führende staatliche Medienunternehmen im Reich der Mitte, bekannt gab, werden in der Volksrepublik ab sofort keine Spiele von Real Madrid und Mbappé mehr gezeigt.
Hintergrund ist ein Kommentar des französischen Fußballers in Zusammenhang mit Staatsgründer Mao Zedong. In einem im Internet verbreiteten Video sagt Mbappé, das lustigste Meme, das er je gesehen habe, sei eines, bei dem sein Gesicht per Photoshop auf das Gesicht eines „chinesischen Diktators“ montiert ist.
In China offenbar Gotteslästerung. Zwei chinesische Sponsoren Mbappés – der Sportgetränke-Hersteller Dongpeng und der Molkereikonzern Mengniu – kündigten als Reaktion ihre Verträge mit dem Weltmeister von 2018.
Nun folgte die Eskalation des Staatsfernsehens, das in China fest in Händen der kommunistischen Partei ist, die alle medialen Aktivitäten kontrolliert. Mbappé räumte mittlerweile kleinlaut eine „unüberlegte“ Äußerung ein. Ihm sei klar, „dass sie viele Menschen in China und in chinesischen Gemeinschaften auf der ganzen Welt verletzt hat. Ich entschuldige mich bei allen, die sich durch meine Worte gekränkt gefühlt haben“, ließ der 27-Jährige in einem Statement verlauten, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.
Es ist nicht der einzige Kotau für einen – nach westlichen Standards – harmlosen Spruch. Laut CMG hat auch der Präsident der spanischen Liga, Javier Tebas, einen Brief an den Staatssender geschrieben, in dem er Mbappés Verhalten verurteilt und sich entschuldigt. „Nach Erhalt des Schreibens von Javier Tebas hat die China Media Group umgehend wie folgt geantwortet: Erst muss eine formelle Entschuldigung erfolgen, sonst wird nichts besprochen“, teilte die CMG mit.
„Gefühle des chinesischen Volkes verletzt“
Zuvor hatte sich sogar das chinesische Außenministerium eingeschaltet. „Wir haben die entsprechenden Berichte zur Kenntnis genommen“, so ein Sprecher. Er fügte an: „Worte und Taten, die die Gefühle des chinesischen Volkes verletzen, stoßen natürlich auf einhellige Ablehnung in allen Teilen der chinesischen Gesellschaft.“
Der Sportgetränke-Hersteller Dongpeng berief sich auf „eine Null-Toleranz-Politik gegenüber jedem Verhalten, das nationale Gefühle beleidigt.“ Mbappé ist unter anderem mit seinem Gesicht auf den Etiketten der Getränkeflaschen abgebildet. Der Molkereikonzern Mengniu zog nach und erklärte: „Mit sofortiger Wirkung beendet unser Unternehmen jede Zusammenarbeit mit Kylian Mbappé.“ Man lehne „jegliche Worte oder Handlungen, die die Gefühle des chinesischen Volkes verletzen“, strikt ab.
Mao Zedong gründete im Jahr 1949 die Volksrepublik China (PRC), die nach dem Zweiten Weltkrieg den seit den 1920er Jahren schwelenden Bürgerkrieg gegen die nationalistische Republik China (ROC) gewann. Die Nationalisten und ihre Truppen unter Chiang Kai-shek flüchteten daraufhin vom Festland auf die Insel Taiwan, die die Volksrepublik als Teil ihres Staatsgebietes betrachtet. Nach der Machtübernahme etablierte Mao in China eine kommunistische Diktatur nach dem Einparteien-Vorbild der Sowjetunion Wer sich der Herrschaft der kommunistischen Partei widersetzte, wurde verfolgt, misshandelt, eingesperrt oder umgebracht. Mao wird durch seine Säuberungskampagnen für den Tod von schätzungsweise 40 bis 80 Millionen Menschen verantwortlich gemacht. Er starb 1976.
Verwendete Quellen: ntv.de, mar
