Emotionaler Abend für SüleBVB-Doppelschlag kontert Frankfurts Blitztor – Riera verliert „Endspiel“
Ein emotionaler Abend für Borussia Dortmund endet mit einem versöhnlichen Ergebnis. Nach der Heim-Verabschiedung von Sebastian Kehl, Julian Brandt und Niklas Süle gewinnt der BVB mit 3:2 gegen Eintracht Frankfurt – trotz eines frühen Rückstands. Die Adler machen es am Ende noch einmal spannend.
Eintracht Frankfurt hat das „Schicksalsspiel“ für den angezählten Trainer Albert Riera verloren und muss um die Qualifikation für den Europacup fürchten. Die SGE unterlag in einem umkämpften Duell bei Borussia Dortmund 2:3 (1:2), was für den angezählten Coach zu wenig sein könnte. Sportvorstand Markus Krösche hatte zuletzt ein Bekenntnis zu Riera vermieden.
Dabei war die Leistung zunächst durchaus vielversprechend gewesen. Can Uzun (2.) schoss Frankfurt vor den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann und DFB-Sportdirektor Rudi Völler kurz nach dem Anpfiff in Führung, doch ein Doppelschlag vor der Pause durch Serhou Guirassy (42.) und Nico Schlotterbeck (45.+1) leitete die nächste Niederlage der Frankfurter ein.
Während der BVB die Vizemeisterschaft durch Samuele Inacios ersten Bundesligatreffer (72.) absicherte und Nationalspieler Felix Nmecha nach siebenwöchiger Verletzungspause sein Comeback gab, stand Riera teils fassungslos, teils hadernd in seiner Coachingzone. Erstmals seit fünf Jahren könnte die SGE das internationale Geschäft verpassen. Der Anschlusstreffer durch Jonathan Burkardt (87.) kam zu spät.
„Wir warten jetzt erstmal ab, was am Wochenende passiert. Dann haben wir ein Heimspiel, da werden wir alles in die Waagschale werfen“, sagte Frankfurts Mario Götze bei Sky: „Wir müssen schauen, wo wir am Ende stehen. Das ist alles, was zählt.“ Maximilian Beier zeigte sich nach dem Sieg zufrieden: „Wir sind Zweiter, das war unser Ziel, super.“
Rieras Kniff ist zunächst erfolgreich
Der Spanier Riera ist seit Anfang Februar Trainer der Eintracht, er folgte auf den entlassenen Dino Toppmöller. Doch Riera konnte das Team sportlich nicht stabilisieren, auch sein Auftreten in der Öffentlichkeit wirkte oft unglücklich. Laut verschiedener Medien galt das Spiel in Dortmund als wegweisend – eine Trennung noch vor dem letzten Heimspiel am Samstag kommender Woche (15.30 Uhr/Sky und im Liveticker bei ntv.de) gegen den VfB Stuttgart sei nicht ausgeschlossen.
In Dortmund ging eine besondere Maßnahme Rieras direkt auf: Mahmoud Dahoud durfte erstmals seit dem 21. Februar wieder auflaufen und war sofort mittendrin. Er ließ sich im Dribbling von gleich vier Dortmundern nicht stoppen, passte den Ball zu Uzun, der sehenswert abschloss.
Doch der Führungstreffer gab den Frankfurtern nicht allzu lang die Kontrolle. Der BVB, der im Vorfeld dieses letzten Heimspiels der Saison seine Profis Julian Brandt, Salih Özcan und Niklas Süle sowie den im März freigestellten Sportdirektor Sebastian Kehl verabschiedet hatte, vergab durch Inacio (17.) eine riesige Ausgleichschance. Einen Kopfball des Italieners wehrte Michael Zetterer stark ab.
Gegen die Direktabnahme von Guirassy war der Torhüter aber ebenso machtlos wie bei Schlotterbecks Abschluss. Die Gegentreffer unmittelbar vor der Pause wirkten wie ein Schock für die Frankfurter. Dank Zetterer, der gegen Julian Ryerson (60.) parierte, blieb es jedoch zunächst bei dem knappen Rückstand. Uzun (62.) verpasste bei einem der wenigen Frankfurter Angriffen den Ausgleich.
Dortmund kontrollierte das Spiel, Brandt (68.) scheiterte an Zetterer. Die Frankfurter mühten sich zwar, liefen aber meist nur hinterher und wurden kaum gefährlich. In der Schlussphase feierte Nmecha sein Comeback, kurz zuvor traf Inacio. Burkardts Treffer ließ Frankfurt kurz hoffen. In der Schlussphase erhielt auch Niklas Süle, der sein Karriereende angekündigt hat, noch Einsatzminuten. Ein emotionaler Moment im Westfalenstadion.
