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Startseite»Nachrichten»Erfolgsmodell darf noch bleiben: Kia Xceed 1.6 T-GDI 180 – geliftet in die letzte Runde
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Erfolgsmodell darf noch bleiben: Kia Xceed 1.6 T-GDI 180 – geliftet in die letzte Runde

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 14, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Erfolgsmodell darf noch bleibenKia Xceed 1.6 T-GDI 180 – geliftet in die letzte Runde

Kia hat den XCeed umfangreich „aufgehübscht“. (Foto: Kia)

Zugunsten der neuen Kompaktreihe K4 hat Kia den Ceed aussortiert. Nur der erfolgreiche Xceed überlebt den Generationswechsel und wird jetzt noch einmal fit gemacht. Die Koreaner spendieren ihrem Ceed-Bestseller ein umfangreiches Facelift – ein wohl letztes.

Als einziger Überlebender der Ceed-Reihe erhält der Kia Xceed jetzt ein umfangreiches Update. Während alle anderen Versionen der neuen Kompaktgeneration K4 weichen müssen, fährt das erfolgreichste Modell weiter Richtung Sonnenuntergang. Die Preise beginnen nun bei 28.390 Euro und reichen bis 36.090 Euro.

Eigentlich wirkt die Geschichte wie ein kleiner Anachronismus auf vier Rädern. Während Hersteller Modellreihen einstampfen, Baureihen elektrifizieren und Verbrenner zunehmend zu Auslaufmodellen erklären, hält Kia an seinem 2019 eingeführten Crossover mit Benzinmotoren fest. Nicht aus purer Nostalgie, sondern weil die Kunden ihn offenbar noch immer mögen. Ein Auto ohne viel Firlefanz, das traditionelle Käufer technologisch nicht überfordert, sagt Kia. Rund 250.000 Einheiten fanden seit dem Marktstart 2019 einen Käufer, etwa 45.000 davon allein in Deutschland. Zahlen eines Modells, das man nicht einfach in den Ruhestand schickt.

Vielleicht liegt sein Erfolg auch daran, dass der XCeed schon immer ein bisschen zwischen den Welten unterwegs war. Zu hoch für einen klassischen Kompakten, zu niedrig für einen SUV. Diese erfolgreiche Nische hat er über Jahre kultiviert.

Kia-hat-Front-und-Heck-komplett-neu-gezeichnet
Kia hat Front und Heck komplett neu gezeichnet. (Foto: Kia)

Modernerer Auftritt

Das Facelift verändert daran nicht viel. Kia hat Front und Heck komplett neu gezeichnet, den Kühlergrill und die Schürzen überarbeitet, die Scheinwerfer geschärft und dem Hinterteil eine frischere Signatur mit der nun üblichen durchgehenden Lichtleiste verpasst. Der Auftritt wirkt deutlich moderner. Der XCeed sieht jetzt aus wie jemand, der sich nach ein paar erfolgreichen Jahren einen flotteren Anzug gönnt, statt gleich seine gesamte Persönlichkeit auszutauschen. Neue, zeitgemäße Farben tun ihr Übriges. Insgesamt stehen neun Lackierungen zur Wahl.

Im Innenraum haben die Entwickler eher renoviert als revolutioniert. Das Cockpit wirkt hochwertiger, Materialien wie Sitzbezüge wurden aufgewertet, aber die Bedienung folgt erfreulicherweise weiterhin dem Prinzip des gesunden Menschenverstands. Zwei 12,3 Zoll große Bildschirme liefern alle wichtigen Informationen, doch Kia verzichtet mit Bedacht darauf, jede Funktion in die digitale Welt der verschachtelten Untermenüs zu verbannen. Klimatisierung, Lautstärke und andere wichtige Direktzugriffe bleiben dort, wo man sie erwartet. Selbst auf einen KI-gestützten Sprachassistenten verzichtet Kia. Eine fast schon altmodische Taktik, um traditionellen Kunden den Einstieg so einfach wie möglich zu machen.

Die-Preise-beginnen-nun-bei-28-390-Euro-und-reichen-bis-36
Die Preise beginnen nun bei 28.390 Euro und reichen bis 36.090 Euro. (Foto: Kia)

Dennoch zieht die Zukunft behutsam mit ein. Das neue Infotainmentsystem arbeitet schneller, die Menüführung wirkt aufgeräumter und die Konnektivität erreicht mit digitalen Fahrzeugschlüsseln, Cloud-Diensten und Over-the-Air-Funktionen das Niveau aktueller Neuentwicklungen. Gleichzeitig wurde auch bei den Fahrerassistenzsystemen nachgelegt. Autobahnassistent, Totwinkelüberwachung, Querverkehrswarner und eine verbesserte Notbremsfunktion machen den Alltag entspannter, ohne den Fahrer permanent mit akustischen Ermahnungen zu bevormunden.

Na klar spürt man hier und da, dass die Ergonomie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Der Automatikhebel ragt klobig aus der Mittelkonsole, Lüftdüsen und Schalter würde man heute wohl anders anordnen.

Keep it simple

Überhaupt ist der XCeed kein Auto für Technik-Akrobaten. Sein Motto: Keep it simple. Die erhöhte Sitzposition sorgt für einen guten Überblick, ohne dass man sich wie auf einem Hochsitz fühlt. Dazu kommen 426 Liter Kofferraumvolumen, eine variable Rückbank mit verstellbarer Neigung und genügend Platz für den Alltag zwischen Büro, Baumarkt und Wochenendausflug.

Im-Innenraum-haben-die-Entwickler-eher-renoviert-als-revolutioniert
Im Innenraum haben die Entwickler eher renoviert als revolutioniert. Das Cockpit wirkt hochwertiger. (Foto: Kia)

Besonders ungewöhnlich in diesen Zeiten ist allerdings das, was der XCeed nicht ist: Er ist kein elektrischer Geselle. Nicht einmal ein Plug-in-Hybrid. Der Koreaner fährt demonstrativ mit klassischen Benzinmotoren vor. Unter der Haube arbeiten weiterhin bekannte Turbo-Benziner mit 115, 150 oder 180 PS. Mildhybrid-Technik hilft teilweise beim Sparen, weil sie das Anfahren unterstützt, doch das Fahrerlebnis bleibt angenehm analog. Motor starten, Automatikhebel auf D, losfahren. Keine Reichweiten-Rechnerei, keine Ladeplanung, keine Diskussion darüber, wo die nächste freie und vor allem funktionsfähige Schnellladesäule ist.

Ein ziemlich europäisches Auto

Erst einmal in Fahrt bleibt der Xceed was er immer war: ein ziemlich europäisches Auto. Entwickelt in Europa, abgestimmt auf europäischen Straßen, gebaut im slowakischen Werk Zilina. Auf den ersten Kilometern hinterm Lenkrad des 132 kW/180 PS starken Topmodells zeigt sich schnell, warum viele Kunden genau das weiterhin schätzen. Der XCeed bewegt sich unaufgeregt gut. Das Fahrwerk federt souverän, die Geräuschdämmung wurde verbessert und die Lenkung arbeitet präzise, ohne ständig Aufmerksamkeit einzufordern.

Im Normalmodus gleitet der Crossover entspannt durch den Alltag, im Sportmodus legt er etwas mehr Nachdruck an den Tag. Zum Kurvenräuber mutiert er deshalb nicht, muss er aber auch nicht. Vielmehr präsentiert er sich als vernünftig gereifter Alltagsbegleiter, der seine Aufgaben ohne großes Säbelrasseln erfüllt und gerade deshalb sympathisch wirkt.

Natürlich spürt man auch, dass die Uhr für den klassischen Kompakt-Crossover langsam tickt. Der XCeed ist so etwas wie eine Brücke auf dem Weg zur Elektrifizierung. Wahrscheinlich wird es keinen direkten Nachfolger mehr geben. Umso bemerkenswerter ist die Entscheidung, dem Modell noch einmal eine umfassende Modellpflege zu gönnen. Quasi eine Ehrenrunde für alle, die sich noch nicht so ganz an den Stecker trauen.

Technische Daten Kia XCeed 1.6 T-GDI 180

  • Fünftüriger, fünfsitziger Crossover der Kompaktklasse

  • Länge: 4,38 Meter, Breite: 1,83 Meter, Höhe: 1,48 Meter, Radstand: 2,65 Meter, Kofferraumvolumen: 426-1378 Liter 

  • 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 132 kW/180 PS, maximales Drehmoment: 265 Nm, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, 0–100 km/h: 7,9 s, Vmax: 210 km/h, Verbrauch (kombiniert, WLTP): 6,9 l/100 km, CO2-Ausstoß (kombiniert, WLTP): 155 g/km 

  • Preis: ab 36.090 Euro

Quelle: ntv.de, Tomas Hirschberger, sp-x

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