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Erzkonservative weihen Bischöfe: Piusbrüder brechen mit dem Papst – und provozieren Exkommunikation

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Erzkonservative weihen BischöfePiusbrüder brechen mit dem Papst – und provozieren Exkommunikation

Der Vatikan hatte im Vorfeld der Zeremonie vor schwerwiegenden Konsequenzen gewarnt. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Piusbrüder lehnen zentrale Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab – ihre Gottesdienste feiern sie ausschließlich auf Latein. Seit Jahrzehnten liegt die Bewegung im Streit mit der Führung der katholischen Kirche. Nun droht eine erneute Verbannung, weil die Brüder sich dem Papst widersetzen.

Der Bruch mit Rom ist faktisch vollzogen: Die erzkonservative Piusbruderschaft hat vier neue Bischöfe geweiht – gegen den ausdrücklichen Willen von Papst Leo XIV. und trotz der Aussicht auf die Verbannung aus der katholischen Kirche. Die mehrstündige Zeremonie fand vor Tausenden Gläubigen im schweizerischen Écône im Kanton Wallis statt, wo sich der Sitz des Priesterseminars der traditionalistischen Glaubensgemeinschaft befindet.

Bereits im Vorfeld hatte der Vatikan die Weihe als unzulässig bezeichnet und vor schwerwiegenden kirchenrechtlichen Konsequenzen gewarnt. Nach Kirchenrecht gelten Bischofsweihen ohne Zustimmung des Papstes als schwerer Verstoß und „schismatischer Akt“, der automatisch die Exkommunikation, also den Kirchenausschluss der Beteiligten nach sich zieht.

Noch am Vortag wandte sich Leo mit einem letzten Appell an die abtrünnigen Piusbrüder und warnte vor einem Bruch. „In diesem Geist und erfüllt von christlicher Liebe bitte ich euch und ersuche euch von ganzem Herzen: Kehrt um!“, schrieb er in einem Brief an den Generaloberen Davide Pagliarani. Eine Abspaltung stelle eine „Sünde von äußerster Schwere“ dar, so der Pontifex.

Die Piusbruderschaft setzte den Schritt dennoch wie zuvor angekündigt um. In seiner Predigt sagte Pagliarani: „Wir sind bereit, jeden Preis zu zahlen, um die Kirche zu retten.“ Die Piusbrüder sehen in modernisierenden Reformen eine „Selbstzerstörung der Kirche“, die sie unbedingt verhindern wollen.

1988 schon einmal aus Kirche verbannt

Die Gemeinschaft wurde 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet und lehnt bis heute zentrale Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Dieses Konzil veränderte etwa die Beziehungen zu anderen Christen, Juden und weiteren Religionen sowie zur Laienwelt grundlegend und erlaubte die Messe in Landessprachen statt auf Latein.

Glaeubige-versammeln-sich-um-das-Zelt-in-Econe-in-der-Schweiz-wo-Priester-im-Rahmen-einer-von-der-Priesterbruderschaft-St-Pius-X-organisierten-Pontifikalmesse-die-Bischofsweihe-empfangen
Gläubige versammeln sich um das Zelt, in dem Priester im Rahmen einer von der Priesterbruderschaft organisierten Pontifikalmesse die Bischofsweihe empfangen. (Foto: picture alliance/dpa/KEYSTONE)

Bereits 1988 hatte Lefebvre gegen den Willen von Papst Johannes Paul II. vier Bischöfe geweiht. Er und die neu geweihten Bischöfe wurden daraufhin exkommuniziert. Papst Benedikt XVI. hob die schwere Kirchenstrafe 2009 aber als Zeichen der Versöhnung wieder auf. Die Entscheidung des deutschen Papstes löste weltweit Kritik aus, weil unter den damals geweihten vier Bischöfen auch der britische Holocaust-Leugner Richard Williamson war.

Nach eigenen Angaben gehören der Piusbruderschaft gut 1500 Mitglieder an, darunter 733 Priester und 264 Seminaristen in fünf Seminaren – und noch zwei Bischöfe. Wie katholisch.de berichtet, kann die Gemeinschaft ohne Bischöfe dauerhaft nicht bestehen: Ohne Bischöfe keine neuen Priester, ohne Priester keine Priesterbruderschaft. Vor diesem Hintergrund wurden die vier neuen Bischöfe gegen den Willen des Papstes geweiht.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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