Europas Royals reisen nach OsloWer zu König Haralds Beisetzung kommen könnte
Wegen König Haralds Beisetzung wird Oslo nächste Woche zum Treffpunkt von Royals und Staatsoberhäuptern aus aller Welt. Einige Gäste haben bereits zugesagt, andere gelten als wahrscheinlich – selbst eine Anreise von Donald Trump steht im Raum.
Eine Woche nach dem Tod von König Harald V. richtet sich der Blick nach Oslo. Am 9. September nimmt Norwegen Abschied von seinem langjährigen Monarchen – und zu der Trauerfeier werden Royals und Staatsoberhäupter aus aller Welt erwartet. Wer tatsächlich im Osloer Dom Platz nehmen wird, soll allerdings erst kurzfristig sichtbar werden: Eine vollständige Gästeliste bleibt aus Sicherheitsgründen geheim.
Das norwegische Außenministerium bestätigte gegenüber „Nettavisen“, dass die Behörden nicht veröffentlichen werden, welche Einladungen angenommen wurden. Den einzelnen Ländern steht es jedoch frei, ihre Delegationen selbst bekanntzugeben, erklärte Ministeriumssprecherin Cecilie Skjennald. Einige Königshäuser haben genau das bereits getan. Aus Dänemark reisen König Frederik X. und Königin Mary zur Beisetzung. Dafür hat das Paar sogar seinen Terminkalender umgeworfen. Eigentlich sollten der 58-Jährige und seine 54-jährige Ehefrau zu einem Staatsbesuch nach Belgien reisen, stattdessen geht es nach Oslo.
Ganz verzichten müssen sie auf ihre belgischen Gastgeber aber nicht: Auch König Philippe und Königin Mathilde haben ihre Teilnahme an Haralds Beisetzung bestätigt. Als wahrscheinlich gilt zudem, dass Königin Margrethe ihrem langjährigen Weggefährten die letzte Ehre erweisen wird. Bestätigt ist ihre Teilnahme bislang allerdings nicht. Die ehemalige dänische Königin und Harald waren Großcousine und Großcousin und zeitlebens eng miteinander verbunden.
Vier Länder erhalten nur diplomatische Einladung
Auch aus Spanien dürfte hochrangiger Besuch anreisen. Spanische Medien rechnen mit König Felipe und Königin Letizia. Felipe verbindet zudem eine besondere Beziehung mit der norwegischen Königsfamilie: Er ist Patenonkel von Haralds Enkelin Ingrid Alexandra, die seit dem Tod ihres Großvaters Kronprinzessin ist. Royal-Experten der norwegischen Zeitung „VG“ erwarten außerdem eine große schwedische Delegation mit König Carl Gustaf, Königin Silvia, Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel.
Auch König Willem-Alexander und Königin Máxima aus den Niederlanden sowie Fürst Albert von Monaco könnten nach Oslo kommen. Darüber hinaus werden Vertreter der Königshäuser aus Jordanien, Luxemburg, Liechtenstein und Japan erwartet. Ein großes Fragezeichen steht noch hinter Großbritannien. Ob König Charles III. persönlich an der Beisetzung teilnimmt, ist bislang offen. Denkbar wäre auch, dass Thronfolger Prinz William die britische Königsfamilie vertritt.
Hinter der Zusammenstellung der Gästeliste steckt ein genau festgelegtes Verfahren. Eingeladen werden nach Angaben des Außenministeriums grundsätzlich alle Staaten mit diplomatischer Vertretung in Oslo. Hinzu kommen Mitglieder von Nato, EU und EWR, die keine eigene Vertretung in Norwegen unterhalten. Für vier Staaten gelten allerdings Einschränkungen. „Russland, Sudan, Myanmar und Afghanistan haben eine Vertretung in Norwegen und sind nur auf diplomatischer Ebene eingeladen“, erklärte Skjennald gegenüber „Nettavisen“.
Über die Einladungen entscheidet eine Gruppe aus Vertretern des Königshauses, des Büros des Ministerpräsidenten und des Außenministeriums. Selbst bei der Sitzordnung wird nichts dem Zufall überlassen: Ein internationales Protokoll berücksichtigt unter anderem den Rang der Gäste, ihre persönliche Nähe zum verstorbenen König und die Dauer ihrer Amtszeit.
Kommt Donald Trump nach Oslo?
Für die norwegischen Sicherheitsbehörden dürfte eine mögliche Zusage aus Washington besonders interessant sein. Sollte US-Präsident Donald Trump persönlich anreisen, würde das den Aufwand erheblich erhöhen. Mit einem amtierenden US-Präsidenten reist üblicherweise ein Tross von mindestens 200 bis 300 Personen. Dass Trump nach Oslo kommt, ist bislang nicht bestätigt. Der US-Präsident interessiert sich allerdings für Skandinavien und europäische Monarchien und hatte sich bereits öffentlich zum Tod Haralds geäußert.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt zugleich eine andere Möglichkeit: Als 1991 Haralds Vater König Olav V. beigesetzt wurde, vertrat der damalige US-Vizepräsident die Vereinigten Staaten. Diesmal könnte entsprechend Vizepräsident JD Vance nach Norwegen reisen.
Schon die Beisetzung Olavs V. zeigte, welche internationale Dimension der Tod eines norwegischen Monarchen haben kann. 1991 kamen Gäste aus 103 Nationen nach Oslo. Für Haralds Trauerfeier stehen im Osloer Dom rund 800 Plätze zur Verfügung. Sie beginnt am Mittwoch, 9. September, um 13 Uhr. Anschließend findet König Harald seine letzte Ruhestätte in der Schlosskirche der Festung Akershus. Dort wird der Monarch im königlichen Mausoleum beigesetzt.
