Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Sabotage an deutschen Gasspeichern durch russische Geschäftsleute. In Berlin und Frankfurt werden deshalb Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht.
Die Bundesanwaltschaft lässt heute Wohnungen und Geschäftsräume in Frankfurt am Main und Berlin durchsuchen. Wie die Behörde mitteilte, geht es um mögliche Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz (AWG) und den Versuch der „verfassungsfeindlichen Sabotage“.
Beschuldigt wird ein 51-jähriger Mann, außerdem wird bei einer 52-jährigen Frau durchsucht, die nicht tatverdächtig ist. Beide sind Russen und haben auch einen Wohnsitz in Berlin.
Hintergrund der Durchsuchungen ist ein möglicher strategischer Angriff auf deutsche Gasspeicher im Jahr 2022. Der von den Ermittlern angenommene Plan klingt wie ein Drehbuch für einen Polit-Thriller: Russische Geschäftsleute sollen demnach versucht haben, Anteile an der Firma Gazprom Germania einzig zu dem Zweck zu kaufen, dadurch große Teile der deutschen Gasspeicher außer Betrieb nehmen zu können. Gazprom Germania war eine deutsche Tochterfirma der russischen Gazprom.
Bundeswirtschaftsministerium konnte Plan vereiteln
Die These der nach einem Kauf geplanten Stilllegung steht schon seit Jahren im Raum, doch das Bundeswirtschaftsministerium griff damals ein und verhinderte eine mögliche Einflussnahme durch – so sah es die Bundesregierung – russische Strohmänner.
Doch nicht nur das Wirtschaftsministerium, auch der Generalbundesanwalt interessiert sich seitdem für den Vorgang. Seine These lautet: Der damals geplante Kauf zielte tatsächlich auf die deutschen Gasspeicher ab und könnte deshalb der Versuch einer verfassungsfeindlichen Sabotage sein. Deswegen werden nun in Berlin und Frankfurt Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Der Mann soll – neben anderen – an dem versuchten Kauf beteiligt gewesen sein.
Die Aktion diene der Aufklärung des Sachverhalts, heißt es aus Ermittlungskreisen. Eine Festnahme hat es demnach nicht gegeben, der 51-Jährige soll sich derzeit auch nicht in Deutschland aufhalten.


