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Frankreich ruft sieben Millionen unsichere Kondome in Europa zurück

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 30, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Riss- und LochgefahrFrankreich ruft sieben Millionen Kondome in Europa zurück

Kondome sollen vor Geschlechtskrankheiten und ungewollten Schwangerschaften schützen – eigentlich. Bei zu sieben Millionen Produkten ist das nicht mehr gegeben. (Foto: picture alliance/dpa)

Erst im Sommer rief Frankreich Hunderttausende potenziell unsichere Kondome zurück. Nach weiteren Untersuchungen wird klar: Das Ausmaß ist wesentlich größer. Millionen Kondome in ganz Europa sind betroffen. Nutzer der genannten Marken sollten aktiv werden.

Frankreich lässt europaweit rund sieben Millionen Kondome wegen Herstellungsmängeln zurückrufen. Es wurde ein Verkaufsstopp für 15 Kondomsorten eines malaysischen Herstellers erlassen, teilten die Verbraucherschutzbehörden mit. Betroffen sind bestimmte ultradünne Kondome der Marken My Lubie, Einhorn, Adloran, R&S Consumer Goods, Amor, Primeros und You Me. Eine genaue Auflistung findet sich auf der Website der französischen Behörden. Wo genau und wie viele dieser Marken in Deutschland verkauft worden, steht bisher nicht fest.

Erst im Sommer hatte Frankreich landesweit rund 300.000 Kondome zurückgerufen. Die weiteren Ermittlungen hätten zu dem malaysischen Hersteller geführt. Dessen Produktreihen ultradünner Kondome wiesen Herstellungsfehler auf, weshalb die Dicke und die Qualität der Latexschicht schwankten. Diese Mängel können der Mitteilung zufolge dazu führen, dass Kondome reißen oder Löcher bekommen. Dadurch könnten sich die Nutzer leichter mit sexuell übertragbaren Krankheiten anstecken oder ungewollt schwanger werden.

Seit den ersten Rückrufaktionen hätten acht Nutzer Kondomrisse gemeldet, die mit den analysierten Chargen in Verbindung stehen, die als nicht konform und gefährlich eingestuft wurden. Die nach dem fehlerhaften Verfahren hergestellten und in Verkehr gebrachten ultradünnen Kondome könnten sich noch im Handel oder im Besitz der Nutzer befinden, warnten die Behörden.

Behörden raten zu Test auf Geschlechtskrankheiten

Das Verbot zum Import und Verkauf der entsprechenden Kondom-Typen gilt nach Angaben der Behörden für ein Jahr und kann bei Bedarf verlängert werden. Außerdem wurde ein Rückruf der bereits in Frankreich verkauften Kondome angeordnet. Eine separate Warnung deutscher Behörden vor den betroffenen Kondom-Typen gab es bisher nicht. Bei dem französischen Rückruf im Sommer ging es auch um online vertriebene Kondome.

Die französischen Behörden empfehlen allen, die die nun beanstandeten Verhütungsmittel zuletzt benutzt haben, sich auf Geschlechtskrankheiten und gegebenenfalls eine Schwangerschaft testen zu lassen. 2024 wurden in Frankreich gut 115 Millionen Kondome verkauft.

Quelle: ntv.de, sts/dpa

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