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Startseite»Nachrichten»„Frühjahrsbelebung bleibt aus“: Beschäftigung schrumpft im ersten Quartal
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„Frühjahrsbelebung bleibt aus“: Beschäftigung schrumpft im ersten Quartal

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Frühjahrsbelebung bleibt aus“Beschäftigung schrumpft im ersten Quartal

Im Vergleich zum Euroraum entwickelte Deutschland sich schwächer als der Durchschnitt. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Anzahl der Erwerbstätigen in Deutschland geht im ersten Quartal zurück. Zwar ist ein Rückgang zu Jahresbeginn üblich. Diesmal fällt er allerdings ungewöhnlich stark aus. Nur eine Branche trotzt dem Abwärtstrend.

Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland ist im ersten Quartal erneut gesunken – besonders in der Industrie. Von Januar bis März wären im Schnitt rund 45,6 Millionen Menschen erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 61.000 oder 0,1 Prozent weniger als im vorangegangenen Vierteljahr. Bereits in den beiden vorangegangenen Quartalen gab es einen Rückgang von jeweils 0,1 Prozent.

Die Bundesregierung rechnet im laufenden zweiten Quartal nicht mit einem kräftigen Aufschwung. „Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt bleibt in diesem Jahr weitgehend aus“, heißt es im aktuellen Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. Wegen der schwachen Arbeitsnachfrage sowie hoher Unsicherheit sei eine Belebung des Arbeitsmarktes „nicht absehbar“.

Die Daten sind um saisonale Schwankungen bereinigt. Ohne diese Bereinigung nahm die Zahl der Erwerbstätigen im ersten Quartal um 486.000 oder 1,1 Prozent im Vergleich zu den letzten drei Monaten 2025 ab. Zwar ist ein Rückgang zu Jahresbeginn üblich. Diesmal fiel er allerdings um mehr als 100.000 Personen stärker aus als im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025.

Abwärtstrend zum Trotz

Dem Abwärtstrend entziehen konnten sich zu Jahresbeginn nur die Dienstleister. Hier gab es ein Plus von 45.000 Personen oder 0,1 Prozent zum Vorjahresquartal. Im Produzierenden Gewerbe ohne Bau schrumpfte die Erwerbstätigenzahl dagegen um 171.000 Personen (-2,1 Prozent).

Der exportabhängigen Industrie machen die maue Weltkonjunktur, Unsicherheit durch Kriege wie im Iran sowie die wachsende Konkurrenz durch China zu schaffen. Im Baugewerbe gab es ein Minus von 27.000 Personen (-1,1 Prozent), in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei von 4000 Personen (-0,7 Prozent).

In der Service-Branche läuft die Entwicklung aber auseinander. Der Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit setzte dabei seinen langjährigen Aufwärtstrend fort: Hier gab es eine Zunahme um 181.000 Personen oder 1,5 Prozent.

Entwicklung läuft EU-Trend zuwider

Auch die sonstigen Dienstleister – etwa Verbände und Interessenvertretungen – meldeten einen Zuwachs von 21.000 oder 0,7 Prozent. Die Finanz- und Versicherungsdienstleister bauten ebenfalls Stellen auf (plus 13.000 Personen oder 1,2 Prozent). Im Bereich Information und Kommunikation gab es dagegen ein Minus von 24.000 Personen (-1,5 Prozent). Bei den Unternehmensdienstleistern vergrößerte sich das Minus auf 72.000 (-1,2 Prozent). Im Handel, Verkehr und Gastgewerbe nahm die Beschäftigung um 81.000 Personen (-0,8 Prozent) ab.

Im Euroraum stieg die Erwerbstätigkeit im gleichen Zeitraum um 0,5 Prozent, in der gesamten EU um 0,6 Prozent. Deutschland entwickelt sich damit schwächer als der europäische Durchschnitt.

Quelle: ntv.de, raf/rts/dpa

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