Die Außenminister der G20-Staaten treffen sich in den USA. Mit dabei ist auch Russlands Vertreter Lawrow. Für Deutschland nimmt Minister Wadephul teil. Das Treffen könnte beim Umgang mit Russland eine Art Generalprobe für den G20-Gipfel sein.
In Atlanta kommen die Außenminister der G20-Staaten unter dem Vorsitz von US-Außenminister Marco Rubio zusammen. Für Deutschland nimmt Außenminister Johann Wadephul an den Beratungen teil. Für Russland ist Außenminister Sergej Lawrow in die USA gereist.
Das zweitägige Treffen im Bundesstaat Georgia könnte beim Umgang mit Russland so etwas wie eine Generalprobe für den G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 14. und 15. Dezember in Miami sein. Die USA hatten dazu auch Russlands Präsidenten Putin eingeladen. Anders als Putin war Lawrow zuletzt regelmäßig bei G20-Treffen zu Gast.
Keine gemeinsame Erklärung erwartet
Die Außenminister wollen ab heute unter anderem über die Kriege in Iran und in der Ukraine sprechen. Wadephul hatte zuvor an Russland und Iran appelliert, Handelswege freizugeben – unter anderem die Straße von Hormus in der Golfregion. Lawrow will dagegen nach Moskauer Angaben in Atlanta auf eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland dringen.
Zum Abschluss des Treffens wird eine Stellungnahme des US-Vorsitzes erwartet – wegen der unterschiedlichen Ansichten allerdings keine gemeinsame Erklärung, wie es aus Diplomatenkreisen hieß. Zu der G20-Gruppe gehören neben Deutschland, den USA und Russland unter anderem China, Indien und Japan.
Diskussion um „Familienfoto“
Bereits im Vorfeld war die Frage aufgekommen, ob es ein gemeinsames Foto von Wadephul und Lawrow geben werde. Politiker wie Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hatten ähnliche Fotos zuletzt vermieden. Wadephul sagte jedoch, das Entscheidende sei nicht das Foto, sondern das, was miteinander besprochen werde.
„Es gibt keine Normalität zwischen Deutschland und Russland, weil Russsland weiter die Ukraine angreift, weil Russland weiter die Sicherheit Europas gefährdet“, betonte der CDU-Politiker vor Beginn des Gipfels. „Deutschland und Russland vertreten grundlegend verschiedene Positionen“, so Wadephul weiter. Das werde er bei dem Treffen zum Ausdruck bringen. „Wenn man nicht miteinander spricht, kann man auch nicht die eigenen Positionen vermitteln – und das ist nun mal der Kern von Diplomatie“, sagte er.
Mit Informationen von Markus Sambale, ARD-Hauptstadtstudio
