20.06.2026 | 21:14 Uhr
Fans sammeln sich schon Stunden vor der Abfahrt vor dem Teamhotel, der Hafen ist mit Deutschland-Fans überfüllt: Die Anhängerinnen und Anhänger des DFB-Teams haben viel Vorfreude. In Toronto sind sie überall sichtbar.
Schon in den Morgenstunden ist es kaum möglich, ihnen im kanadischen Toronto zu entgehen: den DFB-Trikots in der Innenstadt. Pubs, Restaurants, Bäckereien: Überall laufen Menschen in blauen, pinken oder weißen Deutschlandtrikots herum. Schon drei Stunden vor der Busabfahrt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zum Stadion sammeln sich Hunderte Fans vor dem Teamhotel. Gleiches Bild auch im Stadion.
Erst um 16 Uhr Ortszeit (also 22 Uhr deutscher Zeit/Magenta, ZDF und ntv.de-Liveticker) findet das zweite DFB-Spiel in der Vorrunde gegen die Elfenbeinküste statt. Die deutschen Fans trafen sich jedoch schon um 12.30 Uhr am Hafen zum Fanmarsch, bis zum Stadion. Schon um 11 Uhr war dort das gesamte Gelände gefüllt.
Aus DFB-Kreisen hieß es, es würde mit rund 2000 Fans gerechnet. Vor Ort waren es dann aber deutlich mehr. Offiziellen Zahlen zufolge sollen es mindestens 3000 gewesen sein, doch auch die Zahl könnte viel zu niedrig sein. Schon am Abend zuvor traf sich der Fanklub der deutschen Nationalmannschaft zum Public Viewing der WM-Spiele in einem Pub.
Beckenbauer, Völler und der WM-Pokal
Die Stimmung vor Ort ist bei reichlich Bier auch ausgelassen. In der kanadischen Sonne, bei angenehmer Temperatur, feiern sich die DFB-Fans, noch bevor das Spiel angefangen hat. Es läuft laute Musik, ein Ball fliegt durch die Luft – und wird jedes Mal gefeiert, wenn er wieder in die Höhe geschossen wird. Spricht man mit den Menschen, sind sie selbst überrascht, wie voll es beim Fanmarsch ist.
Und doch wissen sie das ins Verhältnis zu setzen: Ein Fan mit einer gigantischen schwarzen Mütze erzählt davon, dass er am Vorabend einige Schotten in Nashville getroffen habe. „Mit den Jungs zu feiern, das hat Mega-Spaß gemacht. Das haben wir schon bei der Europameisterschaft 2024 gesehen.“ Die Bilder der schottischen Fans in Boston, unter anderem im Fenway Park beim Baseball, gingen tatsächlich durch die Welt.
Ein anderer mit einer Plastik-Goldkette und einem WM-Pokal schwärmte ebenfalls von den Schotten: „Schon Wahnsinn, was die Schotten abliefern. Als über 20.000 Schotten nach Boston gekommen sind, das sind wir hier natürlich nicht. Deswegen können wir damit nicht ganz mithalten. Trotzdem glaube ich, dass der Support hier schon sehr gut ist.“
Es ist auch ein Ort für Völkerverständigung: Ein als Franz Beckenbauer verkleideter Fan in einer Gruppe mit einem verkleideten Rudi Völler, mit WM-Pokal, macht Fotos mit kanadischen Schaulustigen. Ein Deutscher wird für seine selbst gehäkelte Decke in Schwarz-Rot-Gold beglückwünscht. Auch englischsprachige Fans jubeln mit ihren Deutschlandfahnen.
Ganz anders in Houston
Auch die Kosten für die Tickets und die langen Reisen über den nordamerikanischen Kontinent sind Thema unter den deutschen Fans. Einige erzählen, dass sie die Orte der Vorrunde, also Houston, Toronto und New Jersey, in einem Roadtrip absolvieren. Alleine für das Ticket in Toronto blätterten einige schon 300 Euro hin. Dazu kommen noch die Reisekosten und die Unterkünfte.
Das Schauspiel in Toronto steht im Gegensatz zu dem ersten WM-Gruppenspiel gegen Curacao. Das Fußball-Raumschiff in Houston liegt anders als Toronto etwas außerhalb der Stadt. Wer dort im Vorfeld der Partie nach WM-Stimmung suchte, brauchte viel Geduld. Dazu kamen dann auch noch der Wolkenbruch unmittelbar vor dem Anpfiff und die drückende Schwüle der texanischen Luft.
Im klimatisierten Stadion war das dann wieder anders. Torwart Manuel Neuer zeigte sich unter der Woche überrascht, dass es doch so viele DFB-Fans ins Stadion geschafft haben. „Es war so, dass ich gar nicht damit gerechnet hatte, dass in Houston so viele Deutschland-Fans sind“, sagte der 40-Jährige. Die Sitzverteilung war tatsächlich ausgeglichen. „Da hat man auch andere Pflichtspiele bei einer Weltmeisterschaft erlebt, wo es nur eine kleine Gruppe gegeben hat.“
Verwendete Quelle: ntv.de
