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Politik

Gekürzte Hilfsgelder erschweren Kampf gegen Ebola

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 27, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 27.05.2026 • 03:54 Uhr

In Kongo kämpfen Ärzte und Hilfsorganisationen gegen Ebola – doch es fehlt an Nahrung, Unterkünften und medizinischer Versorgung. Gekürzte Hilfsgelder verschärfen die Lage in einem Gesundheitssystem am Limit.

Von Bettina Rühl, ARD-Studio Nairobi

In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebola-Virus weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von 220 vermuteten Todesfällen und mehr als 900 Verdachtsfällen. Die Zahl könnte weiter steigen, weil der Ausbruch spät entdeckt wurde – da gab es vermutlich schon ein paar hundert Fälle.

Einer der Gründe: Der gegenwärtige Ausbruch geht auf eine Variante des Virus zurück, den die verbreiteten Schnelltests nicht zuverlässig erkennen und für den es bisher keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen beklagen, dass die drastischen Kürzungen bei humanitärer Hilfe und bei den Zuwendungen an verschiedene Programme der Vereinten Nationen die Eindämmung der Infektionskrankheit nun zusätzlich erschweren würden.

„Wir haben noch nicht einmal Seife“

Weiße, rechteckige Zelte stehen in einem Flüchtlingslager in Ituri in langen Reihen dicht nebeneinander – 5.000 Menschen leben dort. Ituri ist die von Ebola betroffene Region im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Wenn das Virus hier ankommt, kann es sich leicht weiterverbreiten.

Es gibt viele Lager wie dieses. In der rohstoffreichen Provinz wird seit Jahren gekämpft. Rund 1,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Sie kriegen kaum Hilfe, haben von allem zu wenig.

Kubamalaki, der hier in diesem Lager Zuflucht fand, hat kein Verständnis dafür, dass sie von den Behörden derart vernachlässigt werden. „Wir leben hier viel zu dicht beieinander und können uns hier noch nicht einmal richtig die Hände waschen. Wir sind mitten in einem Ebola-Ausbruch, und haben noch nicht einmal Seife.“

Gesundheitssystem ist unterfinanziert

Nach und nach kommt Material für den Kampf gegen Ebola an. Hier bauen Helfer große Zelte auf, als provisorische Behandlungszentren. Aber: Alles kommt spät, und es ist zu wenig. Das Gesundheitssystem in Kongo ist seit Jahren unterfinanziert und durch die vielen Kriegsvertriebenen zusätzlich belastet.

Ein weiteres Problem: Viele Geberländer haben ihre Zahlungen für humanitäre Hilfe drastisch gekürzt, besonders massiv im vergangenen Jahr. Auch die Vereinten Nationen bekommen weniger Geld, zum Beispiel das Welternährungsprogramm. Das hat Folgen für den Kampf gegen Ebola, sagt Oliver Nkakudulu vom Welternährungsprogramm (WFP) in Ituri.

„Die Hygienemaßnahmen sehen vor, dass Menschen in bestimmten Gebieten bleiben sollen.“ Wenn die Menschen aber keine Nahrungsmittelhilfe bekommen, würden sie sich natürlich nicht an die Vorgabe halten. „Sie werden sich etwas zu essen suchen, auf den Märkten oder an anderen Orten. Dabei können sie andere Menschen anstecken“, so Nkakudulu. Infolge der Kürzungen hat das WFP nicht mehr genug Lebensmittel für alle Bedürftigen.

Auch internationale Hilfsorganisationen betroffen

Es gibt ein zweites Problem: Auch viele internationale Hilfsorganisationen bekommen weniger Geld von den Geberländern, zum Beispiel Save the Children. Die Organisation unterstützt die kongolesischen Behörden unter anderem bei der medizinischen Grundversorgung, darunter auch Gesundheitszentren für Mütter und Kinder.

Die Strukturen wurden durch die Kürzungen weiter ausgedünnt. Das rächt sich jetzt auch beim Versuch, den Ebola-Ausbruch so schnell wie möglich einzudämmen, sagt Babou Rukengeza. Der Arzt arbeitet in Ostkongo für die Hilfsorganisation Save the Children. „Nehmen wir ein Beispiel: In einer Gesundheitszone mit 20 Gesundheitszentren sind durch die Kürzungen nur noch fünf oder sechs funktionsfähig. Die anderen 14 haben Schwierigkeiten, Medikamente zu beschaffen und das Personal zu bezahlen.“

Jetzt sind die Löcher, die in der gegenwärtigen Krise gestopft werden müssen, umso größer, und das Virus kann sich weiter ausbreiten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht ein hohes Risiko für insgesamt zehn Länder in der Region. Eine Gefahr für Europa besteht laut WHO aber nicht.

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Dr. Heinrich Krämer
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