Der giftige Hasenkopf-Kugelfisch breitet sich massiv in der Ägäis aus. Nun zahlt die griechische Regierung Fischern eine Fangprämie. Denn die invasive Art bringt das Ökosystem durcheinander – und kann auch stark zubeißen.
Griechische Fischerinnen und Fischer erhalten künftig Prämien für den Fang des Hasenkopf-Kugelfisches. Die Unterstützung wendet sich an Berufsfischer rund um Kreta und in der südlichen Ägäis, wie der Nachrichtensender Skai berichtet.
Pro Kilo der invasiven Fischart soll es künftig 5,33 Euro geben. Fischerei-Verbände begrüßen das Programm, denn der Hasenkopf macht Fischerinnen und Fischern das Leben schwer. Und darüber hinaus bringt er auch noch das Ökosystem durcheinander.
Obwohl es nach Angaben des Griechischen Zentrums für Meeresforschung (HCMR) nur wenige gezielte Studien zur Auswirkung des Hasenkopfs auf die Biodiversität gibt, deuten wissenschaftliche Modelle darauf hin, dass er negative Folgen hat. Die Art sei anpassungsfähig und es gebe wenige natürliche Fressfeinde, heißt es vom HCMR.
Hasenkopf frisst die Netze leer
In griechischen Medien erlebte der Hasenkopf zuletzt enorme Aufmerksamkeit: zum einen, weil er giftig ist und nicht verzehrt werden darf, zum anderen, weil er sehr scharfe, schnabelartige Zähne hat. Daher berichten Fischer immer wieder von heftigen Bisswunden, die sie etwa beim Säubern der Netze erleiden. Der Hasenkopf frisst ihnen die Netze leer und zerbeißt sie dabei. Und er vermehrt sich stark, wodurch heimische Arten verdrängt werden.
Beim HCMR gibt man jedoch für Badegäste Entwarnung. Es sei bislang nur ein einziger Vorfall aus dem Jahr 2022 bekannt, bei dem ein Badender gebissen wurde. Und nur ein Fall von fünf Matrosen, die den Fisch geangelt und verzehrt hatten. Sie zogen sich dadurch eine Vergiftung zu, starben aber nicht daran.
Der Körper des Hasenkopfs enthält das Nervengift Tetrodotoxin (TTX), das die Reizweiterleitung in den Nerven blockiert und durch Erhitzen beim Kochen nicht zerstört wird. Dennoch beruhigt man beim HCMR, die Risiken seien äußerst gering – wesentlich häufiger gebe es Verletzungen etwa durch heimische Fische wie das Petermännchen.
Der Hasenkopf-Kugelfisch hat sehr scharfe, schnabelartige Zähne.
Gekommen, um zu bleiben
Der Hasenkopf-Kugelfisch, der etwa 40 Zentimeter lang und neun Kilogramm schwer ist, stammt eigentlich aus dem Indischen Ozean und dem Pazifik. Durch den Suezkanal wanderte er ins Mittelmeer ein, wo er erstmals 2003 nachgewiesen wurde.
Der griechische Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung, Margaritis Schinas, gibt sich allerdings zurückhaltend. „Unser Ziel ist es, Anreize zu schaffen, aber ehrlich gesagt werden wir keine spektakulären Veränderungen sehen“, sagte er gegenüber griechischen Medien. Ausrottung sei nicht möglich, es gehe vielmehr um die Begrenzung der Population. Ansonsten, so bilanziert Schinas, sei der Hasenkopf-Kugelfisch leider gekommen, um zu bleiben.
Fangprämien bereits in der Türkei
In türkischen Gewässern, wo der Fisch schon vor Jahren zum Problem wurde und wo es ebenfalls Prämien für seinen Fang gibt, sieht man die Aktion als Erfolg.
So wurden laut türkischem Landwirtschafts- und Forstministerium im vergangenen Jahr rund 290.000 Hasenköpfe gefangen. Dies habe Schätzungen zufolge 22 Millionen neue Individuen verhindert.
