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Hinweis auf Nutzung fehlte: Digitalminister Wildberger ließ Texte von KI schreiben

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 13, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Hinweis auf Nutzung fehlteDigitalminister Wildberger ließ Texte von KI schreiben

Karsten Wildberger verfolgt am Freitag im Bundestag die Debatte zum KI-Standort Deutschland. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem thüringischen Ministerpräsidenten Voigt muss sich ein zweiter CDU-Spitzenpolitiker wegen der extensiven Nutzung von Künstlicher Intelligenz rechtfertigen. Digitalminister Wildberger räumt ein, dass Gastbeiträge von ihm ohne Kennzeichnung veröffentlicht wurden.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger gerät wegen Texten, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden, in den öffentlichen Fokus. Ein Ministeriumssprecher bestätigte, dass der CDU-Politiker KI als Arbeitswerkzeug nutze. „Minister Wildberger nutzt es als Unterstützung, weil er überzeugt ist, dass Deutschland den produktiven und zugleich maßvollen Umgang mit KI schnell lernen muss. Das gilt für die Wirtschaft, die Verwaltung und auch für die Politik.“

„Die Zeit“ hatte berichtet, Wildberger habe „offenbar“ mehrere Reden und Gastbeiträge für Zeitungen zu großen Teilen von Künstlicher Intelligenz schreiben lassen. Die Texte seien mit einer Analysesoftware entsprechend untersucht worden. Dem Ergebnis zufolge stammte laut „Zeit“ ein unter Wildbergers Namen im „Handelsblatt“ veröffentlichter Artikel aus dem April 2026 fast vollständig von einer KI, ein Beitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) vom März zum überwiegenden Teil.

Eine Rede vor dem Atlantic Council in Washington, D. C. im Juli 2024 stammte laut „Zeit“ komplett von einer KI, mehrere Reden im Bundestag zu größeren Teilen. Gegenüber den Redaktionen von „Handelsblatt“ und „FAS“ habe das Ministerium den KI-Einsatz nicht offengelegt. Dies bestätigte der Sprecher: „Eine gesonderte Offenlegung gegenüber den Redaktionen erfolgte nicht – weil Minister Wildberger KI als unterstützendes Arbeitsmittel betrachtet, über dessen Nutzung man nicht anders Rechenschaft ablegt als über Textverarbeitung, Recherche-Tools oder redaktionelle Unterstützung.“

„Mensch muss prüfen, ändern und entscheiden“

Der Ministeriumssprecher erklärte weiter, jede Rede beginne mit einer Vorbesprechung des Redenreferats mit dem Minister zu Struktur, Wirkung und Kernaussagen. Danach erarbeite das Redenreferat Inhalt, Argumentation und Struktur. „KI kann als Sparringspartner eingesetzt werden: um Gedanken zu ordnen, alternative Formulierungen zu prüfen, Kürzungen vorzuschlagen oder die Struktur zu schärfen“, erklärte er. Die Überprüfung und Validierung müsse aber immer gesondert durch Menschen erfolgen, um Fehler und sogenannte Halluzinationen auszuschließen. „Bevor etwas in eine Rede übernommen wird, muss ein Mensch prüfen, ändern und entscheiden“, so der Sprecher.

Zuvor war bereits der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt, ebenfalls CDU, in die Kritik geraten, weil mehrere seiner Reden und Gastbeiträge für Medien oder Teile davon mit Hilfe KI erstellt worden sein sollen – so etwa eine Rede zum Holocaust-Gedenktag, eine Trauerrede und eine Neujahrsansprache.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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