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Erstmals an einem Juni-Tag könnte es heute in Deutschland mehr als 40 Grad heiß werden. Auch nachts kühlt es kaum ab. Der Bevölkerungsschutztag an diesem Samstag wird wegen der Hitze verschoben.
Kein Sportfest, kein Amateurfußball: Wegen der hohen Temperaturen sagen Vereine und Verbände teils ihre Veranstaltungen ab. Doch nicht jeder Veranstalter reagiert gleich:
Derzeit herrschen sehr hohe Temperaturen von weit mehr als 30 Grad in Deutschland. Gesundheitsbehörden warnen vor der Hitzebelastung. Wie können wir uns im Alltag am besten schützen? Ein Überblick:
Der für diesen Samstag geplante Bevölkerungsschutztag mit zentraler Veranstaltung in Freiburg findet wegen der aktuellen Hitze nicht statt. „Aufgrund der zu erwartenden Wetterlage am Samstag in Freiburg, wird der geplante Bevölkerungsschutztag 2026 auf dem Messegelände verschoben“, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mit.
Beim Bevölkerungsschutztag soll bundesweit über Themen des Zivil- und Katastrophenschutzes informiert werden, Organisationen und Einsatzkräfte aus dem Bevölkerungsschutz zeigen ihre Arbeit.
Angesichts der erwarteten Hitze wird die Kleiderordnung bei den Berliner Philharmonikern gelockert. Das Spitzenorchester spielt am Samstagabend sein berühmtes Saisonabschlusskonzert in der Waldbühne – in der Hauptstadt werden bis zu 41 Grad erwartet. Die Bühne liege abends glücklicherweise im Schatten, sagte eine Sprecherin des Orchesters. „Die Herren treten ohne Jackett auf, dafür mit einem schwarzen Hemd als Oberteil“, sagte die Sprecherin. Die Ärmel dürften auch hochgekrempelt werden. Das Oberteil der Damen müsse nur bis zum Ellenbogen reichen und nicht langärmelig sein. Backstage gebe es Getränke und Kühlpacks.
Die Intensität der derzeitigen Hitzewelle in Europa hängt nach Einschätzung einer Wissenschaftlergruppe mit dem Klimawandel zusammen. „Der Klimawandel ist eindeutig dafür verantwortlich“, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Studie der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA). Die derzeitigen extrem hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht wären den Forschern zufolge zu diesem Zeitpunkt im Jahr vor 50 Jahren „praktisch unmöglich“ gewesen.
Die Wissenschaftler verglichen die aktuelle Lage unter anderem mit der ebenfalls außergewöhnlichen Hitzewelle von 1976. Eine vergleichbare Hitzewelle wäre vor einem halben Jahrhundert im Juni tagsüber um 3,5 Grad und nachts um 2,4 Grad weniger heiß gewesen, berechneten sie. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sich in diesen 50 Jahren, in denen sich der Planet um 1,1 Grad erwärmt hat, die Wahrscheinlichkeit einer Hitzewelle wie dieser enorm verändert hat“, erklärte Studienautor Theodore Keeping vom Imperial College London. „Dieses Ereignis wäre im Juni ohne Klimawandel nicht möglich gewesen“, sagte er vor Journalisten.
Erstmals an einem Juni-Tag könnte heute die 40-Grad-Marke in Deutschland geknackt werden. Laut den Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind sogar Temperaturen bis zu 41 Grad möglich. Konkret deutet sich dies laut DWD-Angaben für den Oberrhein bis zum Rhein-Main-Gebiet an. Die bisher höchste gemessene Temperatur an einem Juni-Tag liegt bei 39,6 Grad und wurde am 30. Juni 2019 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) registriert.
Ein erster bundesweiter Höchstwert war zudem in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eingestellt worden: Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fiel die Temperatur im rheinland-pfälzischen Bad Bergzabern nicht unter 26,2 Grad. Damit war es die wärmste Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen.
Mit 38 Grad in Basel hat die Schweiz am Donnerstag die höchste jemals im Monat Juni gemessene Temperatur verzeichnet. Damit sei der bisherige Juni-Rekord von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947 gebrochen, teilte der Schweizer Wetterdienst Meteoschweiz mit.
Wegen der Hitzewelle in Westeuropa gilt auch in weiten Teilen der Schweiz die höchste Hitze-Warnstufe. Am höchsten sind die Temperaturen im Norden der Schweiz, wo außer in Basel in mindestens fünf Wetterstationen das Thermometer über 37 Grad anzeigte. Die Hitzewelle werde voraussichtlich bis Montag anhalten, erklärte Meteoschweiz.
