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Startseite»Nachrichten»„Im Rachemodus“ gegen Iran: Trumps Kriegslust treibt Wähler in Benzin-Halluzinationen
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„Im Rachemodus“ gegen Iran: Trumps Kriegslust treibt Wähler in Benzin-Halluzinationen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 24, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Im Rachemodus“ gegen IranTrumps Kriegslust treibt Wähler in Benzin-Halluzinationen

24.07.2026, 20:03 Uhr Von Roland Peters, New York
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Seit zwei Wochen führt das US-Militär erneute Luftschläge gegen den Iran. Hier eine am 23. Juli vom Pentagon veröffentlichte Aufnahme. (Foto: via REUTERS)

Die Zölle, der Krieg im Nahen Osten und die Verbraucherpreise. Dieses Dilemma muss US-Präsident Trump auflösen, wenn er die Republikaner nicht versenken will. Die US-Amerikaner sehen schon Folgen, die es gar nicht gibt.

Ein möglicher „forever war“, ein Endloskrieg im Nahen Osten. Benzinpreise, welche die Bevölkerung ständig daran erinnern, dass dieser Krieg handfeste Auswirkungen auf die eigene Brieftasche hat. Und ein Präsident im Weißen Haus, der sich in einen Konflikt verrennt, in welchem er zu unliebsamen Entscheidungen gezwungen wird. Donald Trump sei nun militärisch „im Rachemodus“ gegen den Iran, will das „Wall Street Journal“ erfahren haben und bezweifelt, dass Diplomatie bei den Machthabern in Teheran etwas bewirken könnte.

Zugleich rücken in den USA die Kongresswahlen am 3. November näher, der Regierungspartei läuft die Zeit davon. Die republikanische Mehrheit im Senat steht auf der Kippe und die im Repräsentantenhaus dürfte Trumps Partei trotz seiner Wahlkreisneuzuschnitte verlieren. Die Frage ist: wie hoch? Das Repräsentantenhaus steht wie alle zwei Jahre komplett neu zur Wahl, und die Umfragewerte der Republikaner sind schlecht.

Die Abgeordneten gehen nun in die Sommerpause und damit in ihre Wahlkreise zurück. Dort werden sie den Iran-Krieg erklären müssen und wohl auch, warum der Kongress den Präsidenten zwar per Beschluss aufgefordert hat, die Kampfhandlungen gegen die Islamische Republik zu beenden; dieser aber weiter bombt und so potenziell die Energie- und Benzinpreise mit hochhält. Die hatte er versprochen, dauerhaft zu senken. Bislang ist das Gegenteil der Fall. Die Zölle drücken die Verbraucherpreise ohnehin nach oben. Die „Erschwinglichkeitskrise“ ist das wichtigste Wahlkampfthema.

Preise, die es gar nicht gibt

Angesichts des Hin und Her des Weißen Hauses im Iran-Krieg ist die Verunsicherung so groß, dass die US-Amerikaner bereits über die Benzinpreise vor der eigenen Haustür halluzinieren. 60 Prozent von ihnen glauben unabhängig von ihrer politischen Orientierung, die Kosten an der Tankstelle seien höher als sie tatsächlich sind, hat eine Umfrage von „Politico“ festgestellt. Ein Viertel behauptet gar, sie bezahlten mindestens 3 US-Dollar je Gallone (rund 3,79 Liter) mehr als vor dem Krieg – was laut Branchenangaben nirgendwo in den Vereinigten Staaten der Fall ist.

Die Republikaner müssen sich also gegen ein Gefühl behaupten, das die Realität zu ihren Ungunsten verzerrt und sie offenbar selbst mit Donald Trump verursacht haben. Laut Umfrage sind die Aussichten dafür düster: 46 Prozent der Wähler sagten, die Benzinpreisveränderungen beeinflussten ihr Stimmverhalten, fast 40 sogar, sie könnten sich deshalb gegen ihre Stammpartei entscheiden. Einige von Trumps Beratern befürchten laut „Wall Street Journal“, dass dieser „seine Präsidentschaft zermürbt“ sowie die ohnehin schon schlechten Aussichten der Republikaner bei den bevorstehenden Zwischenwahlen weiter verschlechtere.

Ihnen und ihren Wählern könnte sogar weiteres Ungemach bevorstehen. Die Huthi im Jemen drohen, die Zufahrt zwischen Rotem Meer und dem Golf von Aden in den Suezkanal zu blockieren. Bislang nutzt Saudi-Arabien die dortige Meerenge von Bab al-Mandab als Alternativroute zur Straße von Hormus, um sein Öl nach Asien zu exportieren. Dies könnte die Öl- und damit die Benzinpreise in den USA weiter nach oben treiben. Etwa 12 Prozent des Welthandels werden über den Suezkanal abgewickelt.

US-Militär verlegt weitere Truppen

Der US-Präsident sei nach mehr als vier Monaten des Konflikts und einem gescheiterten Waffenstillstand mit dem Iran von der Situation zunehmend frustriert, berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag. Zugleich verlegen die US-Streitkräfte weitere Truppen in die Region. Trump versucht seit Monaten, den Krieg zu beenden, lässt sich aber immer wieder hineinziehen, da Teheran seine Bedingungen offenbar nicht akzeptieren will.

Wegen der Kriegskosten für die Staatskassen und US-Bürger haben sich in den vergangenen zwei Monaten auch ein Teil von Trumps sonst so treuer MAGA-Wählerbasis vom Vorgehen ihres Präsidenten abgewandt. Im Mai sagte noch die Hälfte, der Iran-Krieg sei die Kosten wert. Nun sagt dies nur noch knapp ein Drittel. Rund 20 Prozent fordern unabhängig davon ein sofortiges Ende des Krieges.

Doch Trump sei in den vergangenen Tagen zunehmend skeptisch geworden, dass Verhandlungen mit dem Iran zu einem dauerhaften Frieden führen können, berichtet das US-Medium, und beruft sich auf dem Präsidenten nahestehende Personen. Eine davon habe erklärt, Trump sei der Ansicht, dass der Iran nur militärische Gewalt verstehe; er sehe kaum Alternativen zur Fortsetzung der US-Luftangriffe, welche das Pentagon vor zwei Wochen wieder begonnen hatte. Angesichts der Truppenbewegungen, unter anderem von Spezial-Bodenkräften und Sanitätern, soll der Präsident sogar erwägen, den Krieg zu intensivieren.

Quelle: ntv.de

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