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Startseite»Politik»Iran-Krieg: Golfstaaten fürchten neue Eskalation
Politik

Iran-Krieg: Golfstaaten fürchten neue Eskalation

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 16, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 16.07.2026 • 18:41 Uhr

Die US-Militärbasen in Kuwait, Bahrain und Jordanien werden seit Ausbruch des Kriegs von Iran immer wieder angegriffen – auch jetzt. Dort stellt sich die bange Frage: Sind die Attacken der Auftakt zu größeren Kampfhandlungen?

Moritz Behrendt

Die Nachrichten kommen seit einigen Tagen immer spätabends und frühmorgens und sie ähneln sich. In Bahrain und Kuwait hören die Menschen die Sirenen. Jordanien meldet etwas später den Beschuss mit ballistischen Raketen.

Wenn es um mögliche Schäden geht, sind die Behörden in den Golfstaaten zurückhaltend mit Informationen. Die Islamische Republik Iran behauptet, nur auf US-Militärbasen in der Region zu zielen, die Angriffe richteten sich nicht gegen die arabischen Nachbarstaaten.

Angegriffen wurden auch heute Nacht wieder Ziele in Kuwait, Bahrain und Jordanien. Es scheint, als bleibe die Intensität der iranischen Bombardements auf einem gleichbleibenden Niveau. Gleichzeitig erfolgen die US-Angriffe in Iran in immer kürzerem Takt.

Auch Experten fragen sich: Ist das jetzt eine Welle der Eskalation, die wieder abebbt, oder der Auftakt für umfangreichere Kriegshandlungen wie im März? Damals wurde die gesamte Region lahmgelegt. In Iran, in Israel und in zehn arabischen Staaten wurden Menschen getötet oder verletzt, der Flugverkehr war weitgehend unterbrochen, Ausländer wurden eilig in Sicherheit gebracht.

Lahmgelegt ist weiterhin – oder wieder – der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, für die Golfstaaten und auch die Weltwirtschaft ist der Transport von Öl- und Gas durch die Meerenge von existenzieller Bedeutung. Vor dem von den USA und Israel begonnenen Krieg fuhren täglich mehr als 120 Frachtschiffe und Öltanker durch die Straße von Hormus. In den vergangenen Tagen waren es meist nur noch rund ein Dutzend, wie auf den Seehandel spezialisierte Informationsplattformen berichten.

Staatstrauer um Hamad in Katar

Ende letzter Woche hat es auch im Emirat Katar Angriffe aus dem Iran gegeben. Durch herabfallende Trümmerteile sind drei Menschen verletzt worden. Seither ist es ruhig auf der Halbinsel im Persischen Golf – vielleicht noch ruhiger als sonst. Denn es herrscht Staatstrauer – der ehemalige Emir Sheikh Hamad ist gestorben. Sein Porträt in schwarz-weiß ist überall in Doha auf großen Werbetafeln zu sehen.

Sheikh Hamad herrschte von 1995 bis 2013, gilt vielen als der Erfinder des modernen Katar. Er ermöglichte den Aufbau des Nachrichtensenders Al-Jazeera, investierte Milliarden in Firmen im Westen, betrieb eine aktive, manchmal aggressive Außenpolitik. Und nicht zuletzt, weil er Sportgroßereignisse, wie die Fußball-Weltmeisterschaft, in sein Land holte, und dadurch dafür sorgte, dass das kleine Emirat weltweit bekannt wurde.

Gäste aus aller Welt

Während der viertägigen Staatstrauer sind zahlreiche Politiker aus aller Welt ins Land gekommen, um seinem Sohn – dem aktuellen Herrscher – zu kondolieren. Aus Deutschland war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier da und auch der iranische Außenminister Abbas Araghtschi reiste nach Doha, um sein Beileid auszusprechen. Gut möglich, dass hierbei aber auch der Konflikt in der Region zur Sprache gekommen ist.

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