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Startseite»Nachrichten»IW fordert Reform: 1,1 Millionen Babyboomer beziehen vorzeitig Rente
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IW fordert Reform: 1,1 Millionen Babyboomer beziehen vorzeitig Rente

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 16, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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IW fordert Reform1,1 Millionen Babyboomer beziehen vorzeitig Rente

Bis 2029 erreichen weitere 6,4 Millionen Babyboomer das Renteneintrittsalter. (Foto: picture alliance / INSIDE-PICTURE)

Immer mehr sogenannte Babyboomer erreichen das Rentenalter. Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge gehen dabei besonders oft frühzeitig in den Ruhestand. Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht darin ein Problem.

Die Zahl der Babyboomer in Altersrente ist auf zuletzt rund 6 Millionen gestiegen – 1,1 Millionen bezogen dabei eine vorzeitige Rente. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht in einer neuen Erhebung von einem weiteren Anstieg aus, wenn die Politik nicht einschreitet. Insgesamt gab es 2024 nach diesen Zahlen 19,3 Millionen Babyboomer, also Angehörige der besonders geburtenstarken Jahrgänge von 1954 bis 1969.

Zwei Forscherinnen des Instituts drücken darin die Erwartung aus, „dass sich die steigende Inanspruchnahme der Frührente weiter fortsetzt“. Ihrem Bericht zufolge bezogen 2023 erst rund 4,5 Millionen Babyboomer eine Altersrente – davon 0,9 Millionen vorzeitig, also vor der Regelaltersgrenze. Ein Jahr später hat demnach der Geburtsjahrgang 1958 das Renteneintrittsalter erreicht, entsprechend erhöhten sich die Zahlen.

Expertinnen bemängeln Lücke

Das IW erinnert an die Anhebung der Regelaltersgrenze von 65 auf 67 Jahre bis 2031 – und an das Ziel, dass das durchschnittliche Zugangsalter in die Rente damit steigen soll. 2024 stieg die Regelgrenze auf 66 Jahre. Sie lag damit laut IW zwölf Monate höher als zu Beginn der Anhebung 2012. „Das durchschnittliche Zugangsalter in die Rente erhöhte sich im gleichen Zeitraum jedoch lediglich um acht Monate“, so die Expertinnen. Als Grund für die Lücke machen sie die „Möglichkeiten des vorzeitigen Renteneintritts“ aus.

Wer 45 Versicherungsjahre vorweise, könne bis zu zwei Jahre früher ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Hinzu komme, dass seit dem Wegfall der Hinzuverdienstgrenze 2023 Frührentner neben ihrer Rente unbegrenzt hinzuverdienen können. Diese Möglichkeit nutzten immer mehr Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge.

Von den Babyboomern, die bereits die Regelaltersgrenze erreicht haben, ist demnach mehr als jeder zweite Altersrentner vorzeitig in Rente gegangen. Das arbeitgebernahe Institut kommt zu dem Schluss: „Die Frührenten laufen dem ursprünglichen Ziel der Politik entgegen, mit der Anhebung der Regelaltersgrenze die Lebensarbeitszeit zu verlängern.“

IW fordert Umsetzung der Rentenreform

Deshalb lobt das IW die Vorschläge der Rentenkommission der Bundesregierung. Zu den Empfehlungen zählt unter anderem, die Möglichkeit zum abschlagsfreien, vorzeitigen Renteneintritt zu streichen. Das IW bezeichnete diese Pläne als „zentral, um das durchschnittliche Rentenzugangsalter zu erhöhen“. Bundeskanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas hatten eine Umsetzung sämtlicher Kommissionsempfehlungen angekündigt, Gewerkschaften haben mit Widerstand gedroht.

Das IW mahnt: „Wichtig ist, die Elemente zeitnah umzusetzen, um möglichst viele Babyboomer länger im Arbeitsmarkt zu halten und zu verhindern, dass die Wirkung durch Ausnahmen wieder abgeschwächt wird.“ Dabei sei Eile geboten: Bis 2029 erreichen demnach weitere 6,4 Millionen Menschen in Deutschland ihre Regelaltersgrenze.

Quelle: ntv.de, kui/dpa/rts

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