Keine geeignete VeneHinrichtung in Tennessee wird abgebrochen
Im US-Bundesstaat Tennessee soll ein verurteilter Mörder mit Gift hingerichtet werden. Doch es gibt ein Problem mit dem Zugang, durch den das Gift in den Körper fließen soll. Nach langen Minuten voller Schmerzen für den Häftling, geben die Henker auf.
Weil keine geeignete Vene gefunden werden konnte, ist im US-Bundesstaat Tennessee die Hinrichtung eines zum Tode verurteilten Häftlings mit Giftspritze abgebrochen worden. Die Gefängnisbehörde des Südstaats erklärte nach dem gescheiterten Versuch, das medizinische Personal habe zwar einen Zugang für die Verabreichung des tödlichen Medikamentencocktails legen können. Es sei aber keine Vene für den erforderlichen zweiten Zugang gefunden worden.
„Die Hinrichtung wurde dann abgebrochen“, erklärte die Behörde. US-Medien zufolge versuchte das medizinische Personal eine Stunde lang vergeblich, den zweiten Zugang zu legen. Maria DeLiberato, die Anwältin von Tony Carruthers, sagte, sie habe gesehen, wie er „vor Schmerzen zusammenzuckte und stöhnte“, während die Beamten versuchten, eine Vene zu finden, und nannte es „schrecklich“, das mitanzusehen.
Der 57-jährige Carruthers hätte in einem Gefängnis in Nashville wegen dreier Morde im Jahr 1994 hingerichtet werden sollen. Er hat bereits mehr als 30 Jahre in der Todeszelle verbracht. Carruthers hat stets seine Unschuld beteuert. Tennessees Gouverneur Bill Lee gewährte dem Mann nach der gescheiterten Hinrichtung einen einjährigen Aufschub.
Florida macht weiter
Die Chefin der Nichtregierungsorganisation Bewohner Tennessees für Alternativen zur Todesstrafe, Stacy Rector, erklärte, der gescheiterte Hinrichtungsversuch sei „grauenerregend, aber nicht überraschend“. Ihre Organisation warne schon seit Jahren vor Problemen mit Giftspritzen und fordere mehr Transparenz.
Stunden nach dem fehlgeschlagenen Hinrichtungsversuch in Tennessee wurde im Bundesstaat Florida ein verurteilter Doppelmörder mit Giftspritze hingerichtet. Der 47-jährige Richard Knight war schuldig gesprochen worden, im Jahr 2000 eine Frau und deren vierjährige Tochter getötet zu haben.
In diesem Jahr wurden in den Vereinigten Staaten bereits 14 Todesurteile vollstreckt: sieben in Florida, vier in Texas, zwei in Oklahoma und eine Arizona. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 47 Hinrichtungen – die höchste Zahl seit 2009. Die in vielen Ländern geächtete Todesstrafe ist in 23 der 50 US-Bundesstaaten abgeschafft worden. In drei weiteren gilt ein Moratorium.
US-Präsident Donald Trump ist hingegen ein Befürworter der Todesstrafe. Das Justizministerium erklärte im April, die Todesstrafe für Schwerverbrecher auf Bundesebene ausweiten zu wollen. Dabei sollen als neue Hinrichtungsmethoden unter anderem Erschießungskommandos eingesetzt werden.
