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Startseite»Nachrichten»Kippt die Formel-1-Stimmung?: Dauernörgler Verstappen atmet auf, Hamilton beklagt riesiges Defizit
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Kippt die Formel-1-Stimmung?: Dauernörgler Verstappen atmet auf, Hamilton beklagt riesiges Defizit

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 5, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Kippt die Formel-1-Stimmung?Dauernörgler Verstappen atmet auf, Hamilton beklagt riesiges Defizit

Max Verstappen vor Lewis Hamilton – in Miami war dies das gesamte Wochenende über meist der Fall. (Foto: IMAGO/PsnewZ)

Während Max Verstappen zum Start ins Formel-1-Jahr den Dauernörgler gibt, scheint Lewis Hamilton bei Ferrari endlich angekommen. Nach der April-Pause und dem Re-Start in Miami klingen die alten Erzrivalen aber ganz anders.

Ein Freund der neuen Formel-1-Regeln ist Max Verstappen noch immer nicht. Ein „kleiner Effekt“ seien die Anpassungen, die die Bosse der Rennserie in der Formel-1-freien Zeit im April mit Teams und Fahrern nachverhandelt hatten. Aber „nicht genug für echtes Vollgas-Racing“. Den Niederländer stört nach wie vor das Batterie-gesteuerte Fahren mit den neuen Boliden, die die Piloten zum Energiehaushalten zwingen.

Und doch hat Verstappen das vielleicht beste Rennwochenende dieser Saison hinter sich – obwohl er beim Großen Preis von Miami nur auf dem fünften Rang landete. Viel wichtiger als das nackte Ergebnis war für den einstigen Serien-Weltmeister, dass Red Bull den Anschluss an die Spitze wiederhergestellt hat. Im Qualifying raste Verstappen sogar auf Startplatz zwei hinter dem WM-Führenden Kimi Antonelli im Mercedes. Bei den ersten drei Grands Prix war der 28-Jährige in seinem RB22 hoffnungslos hinterhergetuckert.

„Ich bin schon sehr glücklich damit, wo wir stehen“, sagte Verstappen nach dem Rennen in Florida: „Von hier an gibt es Licht am Ende des Tunnels, sodass wir jetzt einfach pushen können und versuchen, die Lücke weiter zu schließen.“ Er habe sich mit dem „Layout des Autos“ nie wirklich wohlgefühlt, in den letzten Wochen habe das Team aber „Vollgas gegeben, um Upgrades ans Auto zu bringen und sicherzustellen, dass ich mich mit vielen Dingen im Auto wohler fühle – und das zahlt sich jetzt wirklich aus. Ich habe wieder Kontrolle über das Auto und dadurch kann ich auch etwas mehr pushen – die Upgrades funktionieren also“, erläuterte Verstappen.

Verstappen kann endlich fahren, „wie ich will“

Dass er in Miami nicht weiter vorn landete, lag daran, dass Verstappen die Kontrolle einmal doch entscheidend verloren hatte. Kurz nach dem Start unterlief dem Superstar einer seiner seltenen Fahrfehler. Verstappen drehte sich und fiel weit zurück. Dank starker Manöver und guter Strategie kämpfte er sich wieder nach vorn. In der Schlussphase wehrte er sich trotz durchgenudelter Pneus rundenlang gekonnt gegen Ferrari-Pilot Charles Leclerc und seinen Intimfeind George Russell im Mercedes, die beide frischere Reifen hatten. Ein empirischer Beweis, dass die neuen Teile am Red Bull tatsächlich funktionieren. Verstappen hatte wieder Kontrolle, konnte seine Stärken voll ausspielen.

In den ersten Rennen habe „nichts wirklich funktioniert. Ich habe mich wie ein totaler Passagier gefühlt“, erläuterte Verstappen seinen Leistungssprung. In der durch den Iran-Krieg entstandenen Pause „haben wir viel verstanden“, er könne den Red Bull nun „endlich fahren wie ich will, sprich einfach mit meinem Lenkrad-Input und das hilft viel.“ Auch bei dem von ihm so ungeliebten Thema Energiemanagement mache Red Bull „jedes einzelne Wochenende“ Fortschritte. Als neuer Motorenhersteller – Red Bull geht seit 2026 erstmals mit hauseigenen Aggregaten an den Start – sei die „Lernkurve vielleicht ein bisschen steiler“, gab Verstappen zu bedenken. Generell aber mache sein Rennstall „einen wirklich guten Job und es wird jedes Mal besser“. So zuversichtlich hatte Verstappen in diesem Jahr noch nie geklungen.

Ferrari kann aus „vielleicht bestem Auto“ nichts machen

Weniger zufrieden hörte sich an, was Verstappens alter Erzrivale Lewis Hamilton nach seinem sechsten Platz beim Miami-GP zu Protokoll gab. Der Rekordweltmeister machte bei den Roten ein eklatantes Defizit im Motorenbereich aus. „Ein Motor-Upgrade? Ja, das ist wirklich das, was wir so dringend brauchen“, forderte er eine Ausbaustufe aus Maranello fürs Heck des SF-26. „Es ist jetzt sehr hart für uns gegen die Power der Red Bulls und der Power Unit von Mercedes zu kämpfen, beide haben einen großen Vorteil gegenüber unserer“, klagte der 41-Jährige.

Dass Motoren-Primus Mercedes der Scuderia voraus ist -, touché. Dass aber die Motoren-Rookies von Red Bull den roten Rennern auf der Geraden davonrasen, ist ein ziemlicher Schlag für Ferrari. Im Fahrerlager geht man davon aus, dass der italienische Traditionsrennstall je nach Streckenlayout mehrere Zehntel pro Runde durch das PS-Defizit verliert. Nachdem Hamilton voller Hoffnung in die Saison gestartet war, und in China endlich zum ersten Mal in Rot auf dem Podest stand, sieht es nun so aus, als falle der Brite in die Regionen seiner so enttäuschenden Premieren-Saison mit Ferrari zurück: Rang sechs in Japan, Rang sechs nun auch in Miami.

Während Red Bull, vor allem aber die von Mercedes-Motoren angetriebenen McLaren-Boliden, spürbare Fortschritte gemacht haben, haut bei Ferrari die Schwäche im Heck voll rein. Dabei könnte die Scuderia laut Hamilton ganz vorne mitmischen, hätte sie nur mehr Power in ihren Triebwerken. „Was den Rest angeht, haben wir ein großartiges Auto, vielleicht sogar das beste, wir müssen also dieses Problem lösen. Wenn wir das schaffen, könnten wir wirklich um Siege kämpfen.“

Quelle: ntv.de, mar

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