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Startseite»Nachrichten»Kommt noch Rettung aus China?: Diesen Volkswagen-Standorten droht das Aus
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Kommt noch Rettung aus China?: Diesen Volkswagen-Standorten droht das Aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Kommt noch Rettung aus China?Diesen Volkswagen-Standorten droht das Aus

10.07.2026, 17:20 Uhr

Von Max Borowski
VW-Mitarbeiter-montieren-ein-Reisemobil-Volkswagen-California-in-der-California-Fertigung-in-Hannover-Volkswagen-Nutzfahrzeuge-feiert-Jubilaeum-200-000-Reisemobile-California-wurden-in-Hannover-produziert-Taeglich-verlassen-bis-zu-140-Camper-die-Fertigungshallen
Zur Disposition steht unter anderem der Stammsitz von VW Nutzfahrzeuge. (Foto: picture alliance/dpa)

Entschieden ist offiziell noch nichts. Berichten zufolge will VW-Chef Oliver Blume die Produktion in insgesamt fünf Werken des Autokonzerns in Deutschland mit insgesamt mehr als 40.000 Beschäftigten auslaufen lassen. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung diese Woche keinen Beschluss dazu gefasst. Klar ist aber, die betroffenen Standorte sollen extrem ehrgeizige Kostenziele erreichen, sonst bekommen sie keine Gelder für Investitionen und keine neuen Modelle mehr zugeordnet. Ein Überblick über die besonders gefährdeten Werke, ihre Chancen und mögliche Alternativen für eine Zeit nach VW.

Osnabrück

Für das relativ kleine Werk in Osnabrück ist der VW-Zug bereits abgefahren. 2000 Mitarbeiter produzieren hier bislang Kleinserien und Sondermodelle. Im kommenden Jahr soll damit Schluss sein. Offiziell ist allerdings dennoch nicht von einer Schließung des Standortes die Rede. Stattdessen werden mögliche Übernahme-Interessenten oder Partner gesucht. In Berichten ist immer wieder von chinesischen Autobauern die Rede oder Rüstungsunternehmen. In trockenen Tüchern ist allerdings nichts. Rheinmetall-Chef Armin Papperger hat bereits abgewunken. Die Zeit, eine Lösung für das Werk in Osnabrück zu finden, die den Beschäftigten eine sichere Perspektive bietet, wird immer knapper.

Emden

Knapp 8000 Mitarbeiter bauen in Emden derzeit verschiedene ID-Elektromodelle. Die Auslastung des Werkes soll allerdings zu niedrig sein, mit abnehmender Tendenz. Das macht es schwer bis unmöglich, das vorgegebene Ziel zu erreichen, die Kosten pro Fahrzeug deutlich zu senken. Nach bisherigem Stand drohte dem Standort Emden spätestens 2032 das Aus, wenn er die Sparziele nicht erreicht. Den neuesten Plänen des Konzernchefs zufolge könnte die Produktion sogar 2031 auslaufen. Auch für Emden wird wie für alle anderen Standorte eine mögliche Übernahme durch einen chinesischen Autobauer diskutiert. Konkrete Interessenten sind allerdings nicht bekannt.

Zwickau

Auch für Zwickau droht das Ende der VW-Produktion den jüngst lancierten Plänen zufolge möglicherweise schon 2031. Wie in Emden stellen an dem sächsischen Standort rund 8000 Beschäftigte Elektroautos her, nicht nur für die Marke VW, sondern auch für Audi und Seat Cupra. Zudem entstehen hier Karosserien für den Bentley Bentayga und den Lamborghini Urus. Ausreichend ausgelastet ist das Werk nach Ansicht des VW-Vorstands dennoch nicht und die Kosten sind zu hoch. Berichten zufolge wird als eine mögliche Option geprüft, dass in Zwickau mittelfristig auch chinesische Modelle von VW selbst produziert werden könnten.

Hannover

Auch das Stammwerk und Herz von VW Nutzfahrzeuge steht laut den Plänen von Konzernchef Blume 2032 zur Disposition. Am Standort Stöcken in Hannover werden unter anderem Varianten des VW-Transporters sowie des elektrischen „Bulli“ ID Buzz und verschiedene Komponenten wie Zylinderköpfe produziert. Die Fertigung der aktuellen Generation des VW-Transporters wurde allerdings in die Türkei verlagert. Seitdem hat auch der Standort Hannover ein Auslastungs- und damit – pro produziertem Fahrzeug – ein Kostenproblem. Obwohl bereits mehrere Tausend der ursprünglich 15.000 Stellen in Stöcken abgebaut und die Kosten reduziert wurden, reicht das offenbar noch nicht. Dem „Handelsblatt“ zufolge hat das Werk zuletzt seine Sparziele verfehlt und steht unter „verschärfter Beobachtung“.

Neckarsulm

Im Werk Neckarsulm stellt Audi, beziehungsweise das Vorgängerunternehmen NSU schon seit 1880 zunächst Strickmaschinen, dann Fahrräder, schließlich Autos her. Es ist damit älter sowohl als VW als auch die Marke Audi. Derzeit produzieren hier rund 15.000 Beschäftigte den A5, A6, A8 und den E-Tron GT. Neckarsulm ist zudem laut Unternehmensangaben ein wichtiger Entwicklungs- und Logistikstandort. All das hält Blume den jüngsten Berichten zufolge angesichts der Rückgänge beim Absatz für verzichtbar. 2034 könnte die Produktion komplett auslaufen. Von Alternativen für die Zeit danach ist bislang nichts bekannt. Auch wenn offiziell nicht von einer Werkschließung die Rede ist, haben die Arbeitnehmer bereits Widerstand angekündigt: „Neckarsulm ist Teil der Audi-DNA, darüber wird nicht verhandelt“, sagte Audi-Betriebsratschef Jörg Schlagbauer.

Quelle: ntv.de

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