Die Konservativen gewinnen die Parlamentswahl in Zypern. Große Zugewinne verzeichnete die extreme Rechte – und auch neue Parteien ziehen ins Parlament in Nikosia ein.
Die Konservative Partei DISY bleibt die stärkste Kraft in Zypern. Laut Innenministerium lag sie bei den Parlamentswahlen am Sonntag mit 27,2 Prozent der Stimmen einen knappen Prozentpunkt unter dem Ergebnis von vor fünf Jahren.
Influencer-Partei zieht ins Parlament ein
Zweite wurde die linke AKEL mit 23,9 Prozent und einem leichten Zuwachs von anderthalb Prozentpunkten. Größte Gewinnerin ist die rechtsextreme ELAM, ein Ableger der in Griechenland verbotenen Partei Goldene Morgenröte. Sie legte um vier Prozentpunkte zu auf 10,9 Prozent.
Die Reformbewegung ALMA, die für den Kampf gegen Korruption steht, ist mit rund sechs Prozent zum ersten Mal im Parlament vertreten. Gleiches gilt für die Partei Direkte Demokratie des Social-Media-Influencers Panayoutu, die 5,4 Prozent erhielt.
Verbündete von Präsident Christodoulides geschwächt
Das Wahlergebnis ist ein Dämpfer für den Präsidenten der Republik Zypern, Nikos Christodoulides. Er selbst stand nicht zur Wahl. Doch zwei von drei zentristischen Parteien, die seine Regierung bislang unterstützt hatten, scheiterten an der 3,6 Prozent-Hürde.
Christodoulides erklärte, er akzeptiere das Ergebnis. Seine Regierung werde weiter vertrauensvoll mit dem Parlament zusammenarbeiten. Dafür braucht Christodoulides jetzt neue Mehrheiten.
Etwa 570.000 Menschen in der Republik Zypern waren aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Wichtige Themen im Wahlkampf waren hohe Lebenshaltungskosten und Korruption. ELAM hatte mit harten Positionen zu Migration und zur Wiedervereinigung mit dem türkisch-zyprischen Teil der Insel Wahlkampf gemacht. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 67 Prozent.

