Wegen der US-Sanktionen setzt Kuba Transaktionen mit den Kreditkarten von Visa und Mastercard aus. Der kommunistisch regierte Inselstaat setzt nun auf Bargeld sowie auf Karten aus Russland und China. Hotelketten ziehen sich bereits zurück.
Ab Samstag können die Menschen in Kuba nicht mehr mit Visa- und Masterkarten zahlen. Der Inselstaat setzt die Transaktionen infolge von US-Sanktionen zum 6. Juni aus. Das kündigte die Zentralbank Kubas an.
Eine ausländische Bank, die entsprechende Transaktionen auf der kommunistisch regierten Karibikinsel bislang abgewickelt habe, wolle ihre Zusammenarbeit mit der kubanischen Finanzinstitution Fincimex S.A. einschränken. Die Bank habe eine weitere Zusammenarbeit mit Fincimex als „rechtswidrig und unmöglich“ abgelehnt. Welche Bank das ist, wurde nicht bekanntgegeben.
Devisenzahlungen sind nun laut kubanischer Zentralbank nur noch bar, mit nationalen Prepaid-Karten sowie mit Kreditkarten aus Russland und aus China möglich sein.
Hotelketten ziehen sich zurück
Fincimex ist der Finanzarm des kubanischen Unternehmens- und Militärkonglomerats Gaesa, das von den USA mit Sanktionen belegt wurde. Am 1. Mai hatte US-Präsident Donald Trump die Strafmaßnahmen gegen Kuba nochmals verschärft. Die Sanktionen drohen damit auch Unternehmen, die mit Gaesa zusammenarbeiten. Laut der US-Sanktionsbehörde OFAC könnten etwa Vermögenswerte eingefroren oder der Zugang zum internationalen Finanzsystem erschwert werden.
Das US-Dekret hat in den vergangenen Wochen zu einem Exodus ausländischer Unternehmen aus Kuba geführt. Vier Hotelketten aus Spanien, Kanada und Indonesien kündigten bereits an, sich aus dem Betrieb von Hotels zurückzuziehen, die sie gemeinsam mit dem Konzern verwalteten. Auch Fluggesellschaften und Reedereien gehen auf Distanz zu den sanktionierten kubanischen Institutionen. Kuba steckt derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.
