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„Kurze Debatte“ zu heikler Frage: USA und Iran äußern sich unterschiedlich zu Atominspektoren

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Kurze Debatte“ zu heikler FrageUSA und Iran äußern sich unterschiedlich zu Atominspektoren

US-Vize Vance nennt die angebliche iranische Zustimmung zur Atomfrage einen „wichtigen Meilenstein für das amerikanische Volk“. (Foto: AFP)

Auslöser für den Krieg gegen den Iran ist nach Angaben der USA vor allem das Atomprogramm Teherans. Nach dem Ende der ersten Verhandlungsrunde mit dem Iran in der Schweiz zieht US-Vizepräsident Vance eine positive Bilanz. Der Iran äußert sich jedoch zurückhaltender.

Der Iran will nach Angaben von US-Vizepräsident JD Vance wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land lassen.  Die Verhandlungen über die Atominspektionen könnten bereits in dieser Woche beginnen, einen Zeitplan dafür gebe es aber noch nicht, sagte Vance zum Ende seiner Gespräche mit der iranischen Seite vor Journalisten im Schweizer Luxusresort Bürgenstock. Der Vize von US-Präsident Donald Trump nannte die iranische Zustimmung einen „wichtigen Meilenstein für das amerikanische Volk“. Es sei zudem „der erste Schritt zur dauerhaften Denuklearisierung oder zur endgültigen Beendigung des Atomwaffenprogramms im Iran“.

Der Iran äußerte sich nach den Gesprächen in der Schweiz deutlich zurückhaltender zu dem Thema. Über die von Vance verkündete Zustimmung zur Einladung an IAEA-Inspektoren verlautete zunächst nichts. Der iranische Außenministeriumssprecher Esmaeil Bakaei teilte mit, bei den Gesprächen in der Schweiz habe mit den USA eine „sehr kurze Debatte über die Atomfrage“ stattgefunden. Das Thema sei von den USA angesprochen worden, Washington habe seine Position dargelegt. „Aber es wurden keine Details erörtert, und man kann nicht sagen, dass Verhandlungen über die Atomfrage begonnen haben.“

Das iranische Atomprogramm ist einer der Gründe, die US-Präsident Donald Trump für den Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnenen Krieg gegen den Iran genannt hatte. Nach Einschätzung der IAEA ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Der Wert liegt weit über dem Anreicherungsgrad, der für die zivile Nutzung der Atomkraft nötig ist – und nahe an dem Grad von 90 Prozent, der zum Bau einer Atombombe benötigt wird.

Kein Zugriff auf Atomanlagen seit Kriegsbeginn

Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben. Im vergangenen Herbst hatte die IAEA im Iran zuletzt einige Standorte des Atomprogramms besichtigt, die nicht durch die israelischen und US-Angriffe im Juni 2025 beschädigt worden waren. Seit diesen ersten Angriffen hat sie keinen Zugang mehr zu den iranischen Urananreicherungs-Anlagen gehabt. Ende Februar haben die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran begonnen, der nach einem Rahmenabkommen nun endgültig beigelegt werden soll.

Vance will noch heute in die USA zurückkehren. Die Verhandlungen mit dem Iran gingen auf technischer Ebene weiter, sagte er. Nach seinen Angaben wurde ein Prozedere vereinbart, damit die Straße von Hormus geöffnet bleibt. Durch die Meerenge wird Öl und Dünger aus den Anliegerstaaten auf den Weltmarkt transportiert. Der Iran hatte sie nach Beginn der Angriffe der USA und Israels geschlossen.

Vance: Noch viel Arbeit

Ebenso sei ein Mechanismus vereinbart worden, um Verstöße gegen die im Rahmenabkommen vereinbarte Waffenrufe auch im Libanon direkt zu besprechen, um eine neue Eskalation zu verhindern. „Wir haben eine sehr solide Grundlage für den Abschluss einer erfolgreichen endgültigen Vereinbarung geschaffen“, sagte Vance. Dennoch liege noch viel Arbeit vor den Verhandlern. Im Rahmenabkommen steht die Absicht, die endgültige Vereinbarung möglichst innerhalb von 60 Tagen zu erreichen.

Über die im Rahmenabkommen erwähnten iranischen Vermögenswerte sagte Vance, die USA und Katar behielten die Aufsicht darüber, was wann ausgezahlt werde. Mit dem Geld würden Sojabohnen, Mais und Weizen aus den USA gekauft. „Sollten die iranischen Vermögenswerte jemals freigegeben werden, werden sie dazu dienen, die amerikanischen Landwirte reicher zu machen und das iranische Volk zu ernähren“, sagte Vance.

Quelle: ntv.de, gut/dpa/

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