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Startseite»Politik»Marktbericht: Anleger setzen auf China als möglicher Vermittler
Politik

Marktbericht: Anleger setzen auf China als möglicher Vermittler

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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marktbericht

Stand: 13.05.2026 • 07:47 Uhr

Die stockenden Gespräche zwischen Washington und Teheran sowie eine höhere US-Inflation haben die Börsen am Mittwoch belastet. Nun hoffen die Anleger auf neue Signale beim Treffen zwischen China und den USA.

Zur Wochenmitte und vor dem Feiertag deutet sich am deutschen Aktienmarkt eine Stabilisierung an. Nach den deutlichen Verlusten am Vortag werden leicht steigende Kurse erwartet. Der Broker IG taxiert den DAX 0,6 Prozent höher auf 24.100 Punkte. Damit würde der Leitindex heute wieder über die runde Marke von 24.000 Zählern steigen, unter die er am Dienstag gerutscht war.

Vor allem die weiter hohen Energiepreise sorgen an den Märkten derzeit für Unsicherheit. In den USA stieg die Inflation im April auf 3,8 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Haupttreiber waren die infolge des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Öl- und Gaspreise.

Treibstoff verteuerte sich binnen Jahresfrist um 28,4 Prozent, Energie insgesamt um 17,9 Prozent. Auch Lebensmittel wurden mit plus 3,2 Prozent spürbar teurer.

US-Präsident Donald Trump versucht, die Sorgen zu dämpfen. Der Inflationsanstieg sei nur vorübergehend, sagte er vor seiner Abreise zu einer dreitägigen Reise nach China. Sobald der Krieg beendet sei, würden auch die Ölpreise wieder sinken, so Trump.

Im Fokus der Anleger steht heute zudem das Treffen zwischen Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Peking. An den Finanzmärkten wächst die Hoffnung, dass beide Seiten im festgefahrenen Handelsstreit zumindest wieder Gesprächsbereitschaft signalisieren könnten.

Begleitet wird Trump von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation, was Spekulationen über mögliche Fortschritte bei Zöllen und Handelsbeschränkungen zusätzlich anheizt.

Darüber hinaus hoffen Anleger auf diplomatische Impulse im Konflikt mit Iran. China gilt als wichtiger Akteur in der Region und unterhält enge Beziehungen zu Teheran. Entsprechend aufmerksam verfolgen die Märkte mögliche Signale aus Peking zu einer Vermittlerrolle Chinas im Nahost-Konflikt.

Neben der Politik rücken hierzulande mehrere Unternehmenszahlen in den Blick. Der Darmstädter Merck-Konzern hat zum Jahresstart starken negativen Wechselkurseffekten und Umsatzrückgängen bei wichtigen Medikamenten getrotzt und operativ mehr verdient als gedacht. „Auf Grundlage unserer Leistung im ersten Quartal und der aktuellen Marktbedingungen heben wir unsere Finanzprognose für das Gesamtjahr 2026 an“, sagte der neue Konzernchef Kai Beckmann. Der Manager hatte das Ruder Anfang Mai von Belen Garijo übernommen, die an die Spitze des französischen Pharmakonzerns Sanofigewechselt ist.

Auch der Versicherer Allianz hat Zahlen vorgelegt. Deutschlands größter Versicherungskonzern ist mit einem Rekordgewinn in das laufende Jahr gestartet. Das operative Ergebnis legte um 6,6 Prozent auf einen Rekordwert von 4,52 Milliarden Euro zu. Vom Unternehmen befragte Analysten hatten mit lediglich 4,36 Milliarden Euro gerechnet. Das gesamte Geschäftsvolumen – die Summe aus Versicherungsprämien und Fondsgebühren – verbesserte sich um 3,5 Prozent auf 53 Milliarden Euro.

Weitere Zahlen kommen heute vom Technologiekonzern. Der Technologiekonzern bekommt die US-Zölle und den schwachen Dollar zu spüren. Umsatz und operativer Gewinn blieben im zweiten Quartal 2025/26 hinter den Erwartungen der Analysten zurück, an seinen Zielen für das gesamte Geschäftsjahr (per Ende September) halten die Münchner aber fest.

Der Energiekonzern RWE ist wie erwartet mit einem Gewinnsprung ins Jahr gestartet. Dem DAX-Konzern halfen neben einem Einmaleffekt aus einer Entschädigungszahlung des niederländischen Staates vor allem gegenüber dem Vorjahr verbesserte Windverhältnisse in Europa. Zudem wurden in den vergangenen Monaten weitere Windkraftanlagen, Solarparks und Batteriespeicher in Betrieb genommen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg in den ersten drei Monaten des Jahres verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um rund ein Viertel auf über 1,6 Milliarden Euro, teilte der Konzern mit.

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Dr. Heinrich Krämer
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