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Startseite»Nachrichten»Mehr als ein Dutzend Arten: Diese Reptilien sind neu in Deutschlands Gewässern
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Mehr als ein Dutzend Arten: Diese Reptilien sind neu in Deutschlands Gewässern

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Mehr als ein Dutzend ArtenDiese Reptilien sind neu in Deutschlands Gewässern

Die Falsche Landkarten-Höckerschildkröte (Graptemys pseudogeographica) ist eine eigentlich nicht-heimische Schildkrötenart in Deutschland. (Foto: Johannes Penner)

In deutschen Gewässern leben immer mehr exotische Reptilien. Eine aktuelle Untersuchung zählt 14 verschiedene Schildkrötenarten, von denen sich drei bereits selbstständig fortpflanzen. Die Forscher haben einen klaren Verdacht, wie die Tiere dorthin gelangten.

Waschbären, Asiatische Hornissen und Nutrias zählen zu den bekanntesten invasiven Tierarten in Deutschland, die eigentlich woanders herstammen. Doch auch die Zahl der Reptilienarten hat sich in den vergangenen Jahren erhöht – ein Forschungsteam zählte 14 gebietsfremde Schildkrötenarten, die mittlerweile in der Natur zu finden sind.

Die einzige ursprünglich heimische Art ist die Europäische Sumpfschildkröte Emys orbicularis. Mit Abstand am häufigsten tritt in Deutschland mittlerweile jedoch die Nordamerikanische Buchstaben-Schmuckschildkröte Trachemys scripta auf. Die stammt ursprünglich aus der Mississippi-Region der USA. Inzwischen ist die Art weltweit – mit Ausnahme der Antarktis – in der Natur verbreitet.

„2016 wurde Trachemys scripta in die EU-Liste der unerwünschten Spezies aufgenommen“, sagte Co-Autorin Melita Vamberger von den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden laut einer Mitteilung. „Auch in Deutschland hat sich die eingeschleppte Schildkröte mit einer Panzerlänge von etwa 13 bis 25 Zentimetern etabliert und kommt in zahlreichen Gewässern vor.“

Nachfahren ausgesetzter Haustiere?

Doch wie gelangten die Reptilien nach Deutschland? Auffällig laut der Studie: Die Artenvielfalt und Anzahl der Schildkröten sind in Städten und stadtnahen Gebieten besonders hoch, und das vor allem im Westen Deutschlands, so die Autoren. In Ostdeutschland gibt es dagegen nur einen größeren Verbreitungsschwerpunkt im Raum Berlin sowie einige Nachweise bei Leipzig.

„Das Muster bestätigt einen engen Zusammenhang zwischen der Verbreitung der Tiere und menschlicher Präsenz“, erklärt Studentin und Erstautorin Hedi Schloddarick. Insbesondere das gezielte Aussetzen könnte eine entscheidende Rolle spielen. „Die weite Verbreitung mancher Arten wie Trachemys scripta, Pseudemys concinna und Graptemys pseudogeographica lässt sich vermutlich durch ihre große Beliebtheit als Haustiere erklären“, so Schloddarick. Diese würden als vergleichsweise pflegeleicht gelten, sähen attraktiv aus und seien lange Zeit günstig erhältlich gewesen.

Fast 1800 Schildkröten-Meldungen

Schloddarick untersuchte gemeinsam mit weiteren Forscherinnen und Forschern die heutige Vielfalt und Verbreitung nicht-heimischer Süßwasserschildkröten in Deutschland. Grundlage für ihre Analyse war ein Datensatz mit 1770 Schildkröten-Nachweisen, der aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen und öffentlich zugänglichen Daten aus Citizen-Science-Projekten zusammengestellt wurde.

Die Auswertung des Forschungsteams entdeckte die insgesamt 14 gebietsfremden Wasserschildkrötenarten in Deutschland. Davon haben sich bereits drei dauerhaft in freier Natur etabliert und pflanzen sich selbstständig fort. Offiziell als invasiv gilt bislang jedoch nur die Schmuckschildkröte Trachemys scripta. „Durch den Klimawandel könnten sich jedoch künftig mehr Arten erfolgreich vermehren, eventuell ausbreiten und stärkere Auswirkungen auf heimische Ökosysteme verursachen“, warnt Zoologin Vamberger.

Quelle: ntv.de, kst

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