Mein Körper, meine RüstungSylvester Stallone spricht über Bulimie und Panikattacken
Sylvester Stallone spricht in einem Interview über die Schattenseiten seines Ruhms. Für die Rolle des Rambo hungert sich der heute 80-Jährige auf ein Minimum an Körperfett herunter. Die Spätfolgen des Raubbaus am eigenen Körper spürt er bis heute.
Hollywood-Legende Sylvester Stallone hat in jüngeren Jahren eigenen Angaben nach an Bulimie gelitten. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu „Rambo“-Zeiten sei sein Körper seine Rüstung gewesen, sagte der heute 80-Jährige in einem Interview der „New York Times“.
Die Kultfigur Rambo sollte seiner Meinung nach im Vergleich zu Boxer „Rocky“ animalischer sein, führte Stallone aus. „Nicht groß wie Arnold (Schwarzenegger), sondern eher wild und aggressiv und sehr geschmeidig und athletisch.“ Es sei zu einer schlimmen Obsession geworden. „Es ging so weit, dass ich bulimisch wurde.“
Beim Dreh zu „Rocky III“ sank sein Körperfettanteil auf 2,6 Prozent und er habe nichts bei sich behalten können, sagte er. Stallone, der damals in seinen Dreißigern war, nannte es eine „zwanghafte Körperanbetung“. Niemand könne das ohne Hilfsmittel und Drogen – man müsse Steroide nehmen.
Immer wieder Panikattacken
Mit Blick auf Teile seiner Karriere sagte er: „Ich habe meinen Körper missbraucht.“ Er habe neun Rücken- und zwei Schulteroperationen sowie mehrere Eingriffe an der Halswirbelsäule gehabt. Heute sei er zwar noch einigermaßen in Form, aber er nehme eine Menge Tabletten, um dranzubleiben, so Stallone.
In dem Gespräch mit der „New York Times“ berichtete der Schauspieler auch von Panikattacken. Die Erste habe er im Alter von 36 Jahren erlebt. Er habe sich Rohmaterial von Aufnahmen angesehen, sei plötzlich aufgestanden, die Nackenhaare stellten sich ihm auf, ihm sei heiß geworden und er habe gedacht: „Ich sterbe. Das war’s. Jetzt ist es vorbei mit mir.“ Dann sei er zusammengeklappt. Es habe sich immer wieder wiederholt.
Von seiner damals schleppenden Schauspielkarriere gefrustet, schrieb Stallone das Drehbuch für den Boxer-Film „Rocky“ – und damit sich selbst die Rolle des fiktiven Boxers Rocky Balboa auf den Leib. „Rocky“ avancierte 1977 mit zehn Nominierungen zur Oscar-Sensation. Das Box-Drama holte die Auszeichnungen als bester Film sowie für Regie und Schnitt.
