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Nach Kampfabstimmung in der FDP: Strack-Zimmermann reicht Kubicki die Hand – die der nicht will

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 31, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Nach Kampfabstimmung in der FDPStrack-Zimmermann reicht Kubicki die Hand – die der nicht will

Auch nach seiner Wahl zum FDP-Chef gibt sich Kubicki gewohnt kantig. Auf die unterlegene Strack-Zimmermann und deren Anhänger will er nicht zugehen. Dabei hat die Europapolitikerin ihm eine Brücke gebaut.

Die in der Kampfabstimmung um den FDP-Vorsitz unterlegene Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat dem neuen Parteichef Wolfgang Kubicki ihre Unterstützung angeboten. „Ich reiche Wolfgang Kubicki ausdrücklich die Hand für eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit“, sagte die Europa-Abgeordnete der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Es geht jetzt nicht um Personen, sondern darum, die FDP gemeinsam wieder stark zu machen.“

Die 68-Jährige hatte am Vortag beim Bundesparteitag überraschend gegen Kubicki für den Parteivorsitz kandidiert. 33 Delegierte schlugen sie erst unmittelbar vor der Neuwahl von Präsidium und Bundesvorstand vor. Kubicki setzte sich mit 59,27 Prozent der Delegiertenstimmen gegen sie durch.

Strack-Zimmermann wies darauf hin, dass sie kraft ihres Amtes als Leiterin der FDP-Abgeordneten im Europäischen Parlament Teil des Präsidiums und der Parteiführung bleibe. Sie habe in der Abstimmung über den Parteivorsitz knapp 40 Prozent der Stimmen erhalten. Den Mitgliedern, die so für einen anderen Kurs votiert hätten, wolle sie im Präsidium weiterhin eine starke und verlässliche Stimme geben. „Mein Anspruch ist es, konstruktiv an der Erneuerung der FDP mitzuwirken, notwendige inhaltliche Korrekturen anzumahnen und dort Impulse zu setzen, wo sie aus meiner Sicht erforderlich sind“, sagte Strack-Zimmermann.

Kubicki geht nicht auf Strack-Zimmermann zu

Kubicki zeigt allerdings wenig Bereitschaft, Rücksicht auf die Positionen von Strack-Zimmermann und ihrer Anhänger zu nehmen. „Gar nicht“, antwortete er in den ARD auf die Frage, wie er diese für sich gewinnen wolle. „Weil meine Aufgabe nicht darin besteht irgendjemanden zu gewinnen, sondern dazu beizutragen, dass die Freien Demokraten von den Wählerinnen und Wählern wieder ernst genommen werden. Es ist völlig egal, wie wir uns da selbst empfinden, ob wir lustig oder traurig sind.“

Während Kubicki seine Bewerbung um den Vorsitz schon vor längerer Zeit bekanntgemacht hatte, hatte Strack-Zimmermann erst auf dem Parteitag in Berlin kandidiert, unmittelbar vor den Wahlen zum Präsidium und Bundesvorstand. Nach ihrer Niederlage argumentierte sie, dass ihr Ergebnis zeige, dass es Mitglieder gebe, die keine Verschiebung der Koordinaten der Partei wollten. Der Platz der FDP sei nicht zwischen Union und AfD.

Schon in den Vorstellungsreden von Kubicki und Strack-Zimmermann ging es auch um das Verhältnis zur AfD. Strack-Zimmermann ging scharf mit Kubicki und dem dann zum Generalsekretär gewählten Martin Hagen ins Gericht wegen der von ihnen geführten Debatte gegen die Brandmauer. Allerdings hatte auch Kubicki zuvor eine Kooperation mit der AfD klar abgelehnt: „Es wird mit Liberalen nie eine Zusammenarbeit mit der AfD geben, niemals.“

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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