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Orlopp will den Preis treiben: Die Commerzbank-Chefin wird Unicredit nicht mehr los

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 8, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Orlopp will den Preis treibenDie Commerzbank-Chefin wird Unicredit nicht mehr los

08.05.2026, 15:09 Uhr

Eine Analyse von Stefan Schaaf
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Die Commerzbank-Aktionäre sollen „einen anständigen Preis bezahlt bekommen“, fordert Orlopp. Das sei im Moment nicht der Fall. (Foto: picture alliance/dpa)

Bettina Orlopp macht aus der Commerzbank eine Gewinn- und Dividendenmaschine. Damit steigt der Aktienkurs, die feindliche Übernahme durch Unicredit wird teurer. Doch Orlopp kann für ihre Bank bestensfalls noch eine Teilunabhängigkeit sichern.

Die OMR-Konferenz in Hamburg ist einer der wichtigsten Termine im Kalender deutscher Marketingmenschen. Inzwischen pilgern nicht mehr nur Influencer und Startup-Macher dorthin, sondern auch gestandene CEOs altehrwürdiger Banken. Dieses Mal dort: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und seine Commerzbank-Kollegin Bettina Orlopp.

Während die Vorstandschefin von Deutschlands zweitgrößter börsennotierter Bank auf der Bühne sprach, veröffentlichte die italienische Unicredit ihr Übernahmeangebot für die Commerzbank. Aufhorchen ließ besonders ein Satz von Orlopp, der die aktuelle Strategie der Commerzbank im Übernahmekampf zusammenfasst: Die Commerzbank-Aktionäre sollen „einen anständigen Preis bezahlt bekommen“, sagte Orlopp. „Und das ist im Moment nicht der Fall.“ Mit derlei Aussagen treibt die Commerzbank-Chefin den Preis bewusst hoch.

Mit der Vorlage der Geschäftszahlen zum ersten Quartal hat sie ihre Ambitionen zur Kurstreiberei unterstrichen. Nach einem elfprozentigen Anstieg des operativen Gewinns im ersten Quartal auf 1,102 Milliarden Euro, „getragen von einem starken Wertpapiergeschäft sowie höheren Erträgen aus dem Geschäft mit Anleiheemissionen und Konsortialkrediten“, soll die Commerzbank in den nächsten Jahren eine Gewinn- und Dividendenmaschine werden.

Die Eigenkapitalrendite soll bis 2030 auf 21 Prozent steigen, der Nettogewinn sich gemessen an den 2025er Zahlen auf dann 5,9 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Der Markt hatte offenbar etwas in diese Richtung erwartet. Nach dem starken Kursanstieg der Vortage gab die Aktie der Commerzbank zunächst 1,7 Prozent nach. Ob Investoren an Orlopps Wachstums- und Renditeversprechen glauben, werden die kommenden Wochen zeigen.

Kann Orcel am 20. Mai durchregieren?

Bleibt es bei den Zielen, könnte die Dividende in wenigen Jahren also mehr als 2 Euro je Aktie betragen, nach 1,10 Euro in diesem Jahr. Wer zu Kursen bei 12 oder 13 Euro in die Commerzbank eingestiegen ist, dürfte bei diesen Werten feuchte Augen bekommen – Andrea Orcel inklusive, dessen Bank auf ihrem Heimatmarkt mit chronisch schwachem Wirtschaftswachstum leben muss.

Das Versprechen drastisch steigender Gewinne, begleitet von einem deutlichen Stellenabbau, gibt einen Hinweis auf die Abwehrstrategie der Commerzbank gegen Unicredit. Klar ist seit Dienstag, dass die Commerzbank die Unicredit nicht mehr los wird. Es geht also ums Einhegen von deren Einfluss. Je rentabler die Commerzbank ist, desto höher dürfte der Aktienkurs steigen, was den Kauf weiterer Anteile durch Unicredit verteuert.

Orlopp könnte also darauf setzen, dass Orcel nicht genügend Aktien zusammenkauft, um auf der Hauptversammlung am 20. Mai durchzuregieren. Statt einer Komplettübernahme könnte die Commerzbank einen dominanten Großaktionär bekommen, der ihr eine Teilunabhängigkeit zugesteht und sich dafür mit viel Geld bezahlen lässt.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Capital.de.

Quelle: ntv.de

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