An Teilen der Tragflächen von Airbus-A380 sind Risse entdeckt worden. Die Europäische Luftfahrtbehörde EASA ordnet deshalb Kontrollen an. Betroffen sind Maschinen von Emirates und Qantas.
Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat kurzfristige Inspektionen bei 16 Airbus-Flugzeugen des Typs A380 angeordnet. Wie aus einer Anweisung der Behörde hervorgeht, müssen fünf Maschinen noch vor ihrem nächsten Flug überprüft werden. Die übrigen doppelstöckigen Flugzeuge sollen nach 25 Flugzyklen untersucht werden.
Hintergrund der Überprüfung sind Risse an Tragflächen-Bauteilen der Maschinen. Nach Angaben von Airbus wurden die Risse bei routinemäßigen Wartungskontrollen entdeckt.
Betroffen ist ein Strukturteil der Flügelholmkonstruktion. Die EASA warnt, die Schäden könnten die Stabilität der Tragflächen beeinträchtigen. Airbus halte zusätzliche detaillierte Kontrollen deshalb für erforderlich.
15 Flugzeuge von Emirates betroffen
Von den 16 betroffenen Flugzeugen werden 15 von der Fluggesellschaft Emirates und eines von Qantas betrieben. Die fünf Maschinen, die sofort überprüft werden müssen, gehören allesamt zur Emirates-Flotte. Die Kontrollen sollen bereits am Mittwoch beginnen.
Der Airbus A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Airbus hatte die Produktion des Langstreckenjets 2021 wegen ausbleibender Neubestellungen eingestellt.
Lufthansa setzte A380 wieder ein
Neben Emirates und Qantas setzen unter anderem auch Lufthansa, British Airways und Qatar Airways den Flugzeugtyp weiterhin ein. Emirates betreibt die weltweit größte A380-Flotte.´
Die Lufthansa hatte ihre Maschinen des Typs während der Corona-Krise eingemottet. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erachtete einen erneuten Einsatz damals zeitweise als unrealistisch, nahm die verbliebenen Maschinen wegen der starken Passagiernachfrage letztlich aber wieder in Betrieb.
Risse in Tragflächen tauchten schon 2012 auf
Der A380 war bereits in der Vergangenheit mit Rissen in den Tragflächen konfrontiert. Bereits Anfang 2012 ordnete die EASA umfangreiche Kontrollen an, nachdem bei mehreren Flugzeugen Risse entdeckt worden waren.
Zunächst waren 20 Flugzeuge betroffen, später wurde die Inspektion auf die gesamte Flotte ausgeweitet. Airbus entwickelte anschließend Reparaturverfahren und Änderungen. Die damaligen Probleme galten als behoben.
