RTL/ntv-TrendbarometerLinke jetzt gleichauf mit SPD, AfD-Vorsprung auf Union schmilzt
Während Schwarz-Rot intensiv weitreichende Reformen diskutiert, hellt sich im RTL/ntv-Trendbarometer höchstens für die Union die Lage etwas auf. Die SPD dagegen gerät durch das Ranrücken der Linken noch weiter unter Druck.
Die politische Stimmung in Deutschland bleibt negativ – und wird nach dem so frühen wie blamablen Ausscheiden der DFB-Elf auch keinen Schub mehr durch die Fußballweltmeisterschaft erfahren. Im neuen RTL/ntv Trendbarometer bleibt die AfD führende Kraft, muss aber einen Punkt abgeben. Weil einzig die Linke in der Umfrage einen Punkt zulegen kann, ist sie nunmehr gleichauf mit der SPD. Der Anspruch, führende Kraft im progressiven Lager zu sein, rückt für die Sozialdemokraten in immer weitere Ferne. Für die aufgegleisten Sozialstaatsreformen wird im Trendbarometer noch keine der Regierungsparteien belohnt.
In der zweiten Juni-Woche war die AfD der Union auf sechs Prozentpunkte Vorsprung enteilt. Dieser Abstand ist nun auf vier Punkte geschrumpft, weil erst CDU/CSU um einen Punkt zulegen konnten und nun die AfD nicht länger auf ihren Trendbarometer-Höchstwerten rangiert von zuletzt 27 Prozent – beziehungsweise 28 Prozent Mitte Mai. Die Partei hatte zuletzt mit Berichterstattung über einen Hitlergruß-Verdacht gegen ihren Landesvorsitzenden Martin Reichardt zu kämpfen sowie mit einem neuen Gutachten, das die Verfassungsfeindlichkeit der AfD als eindeutig einstuft.
Würde in dieser Woche gewählt, fielen die Zustimmungswerte wie folgt aus:
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AfD 26 Prozent (Bundestagswahl 2025: 20,8 Prozent)
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CDU/CSU 22 Prozent (28,5 Prozent)
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Grüne 15 Prozent (11,6 Prozent)
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SPD 12 Prozent (16,4 Prozent)
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Linke 12 Prozent (8,8 Prozent)
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FDP 4 Prozent (4,3 Prozent)
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BSW 3 Prozent (4,981 Prozent)
Weder FDP noch BSW würden aktuell den Einzug in den Bundestag schaffen. Auf die sonstigen Parteien entfallen wie in der Vorwoche 6 Prozent der Befragten-Stimmen. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit aktuell 26 Prozent weiter deutlich über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).
Der leicht positive Trend für die Union zeigt sich auch bei der Frage nach der politischen Kompetenz: Erstmals seit mehreren Wochen liegen CDU und CSU wieder vorne bei der Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird. 14 Prozent der Befragten nennen die Union, die AfD kommt auf einen Anteil von 12 Prozent.
Grüne, SPD und Linke liegen in dieser Woche mit einem Anteil von je 6 Prozent der Stimmen gleichauf. Für die Grünen bedeutet das ein Minus von einem Punkt, während die anderen beiden Parteien je einen Punkt zugelegt haben. Sonstige Parteien werden unverändert von 3 Prozent der Befragten genannt. „Keine Partei“ sagen 53 Prozent, ein Punkt weniger als in der Vorwoche.
Auch mit dem Ansehen des Kanzlers und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz geht es leicht bergauf: 15 Prozent der Befragten äußern sich mit dessen Arbeit als Regierungschef zufrieden – ein Punkt mehr als in der Vorwoche und so viele wie zuletzt im April. Auch der Anteil der Unzufriedenen liegt mit 83 Prozent so niedrig wie seit April nicht mehr. Insgesamt sind das dennoch schlechte Werte für einen Bundeskanzler, der angetreten war, die Stimmung im Land zu drehen – und nun schlechtere Zustimmungswerte hat als sein Amtsvorgänger Olaf Scholz.
Selbst unter den Anhängern von CDU und CSU ist mit einem Anteil von 47 Prozent weiterhin nur eine Minderheit mit Merz‘ Arbeit zufrieden und eine knappe Mehrheit von 51 Prozent ist unzufrieden. Von SPD-Anhängern sind 81 Prozent unzufrieden mit Merz, bei den Grünen-Anhängern liegt der Anteil bei 86 Prozent. Mit einem Anteil von 97 Prozent Unzufriedenen ist Merz unter Anhängern von Linke und AfD gleichermaßen schlecht angesehen.
Etwas bergauf geht es bei der wirtschaftlichen Stimmung, womöglich auch wegen des vereinbarten Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran – der zuletzt aber wieder brüchig war. 15 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland in den kommenden Jahren, zwei Punkte mehr als in der Vorwoche. Der Anteil derjenigen, die mit einer Verschlechterung rechnen, fiel in gleichem Maße auf 61 Prozent.
Als wichtigstes Thema der Woche wird von 29 Prozent die Diskussion über die Zukunft der Rente genannt. Der Krieg zwischen den USA und Iran folgt mit 26 Prozent auf Platz zwei. Die Bundesregierung und die Fußball-WM liegen mit 22 Prozent gleichauf. Knapp dahinter folgt die wirtschaftliche Lage mit 20 Prozent, der Krieg in der Ukraine mit 14 Prozent und die Situation in den USA mit 10 Prozent.
Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 23. und 29. Juni erhoben. Datenbasis: 2505 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte.
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