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Politik

Russischer Großangriff verwüstet Kiew – Moskau setzt Oreschnik-Rakete ein

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 24.05.2026 • 11:01 Uhr

Die Ukrainer erleben in der Region Kiew eine weitere verheerende Kriegsnacht mit russischen Drohnen und Raketen, Explosionen und Bränden. Bei dem Großangriff setzte Moskau auch eine besonders zerstörerische Waffe ein.

Bei neuen massiven russischen Angriffen mit Kampfdrohnen und Raketen sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und Umgebung laut Behörden mindestens vier Menschen getötet worden. Es werden aber weitere Opfer befürchtet. Filmaufnahmen aus der Stadt zeigen massive Zerstörungen.

Wie Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mitteilte, starben in der Stadt selbst mindestens zwei Menschen. Zudem habe es mindestens 56 Verletzte gegeben. 30 von ihnen, unter ihnen zwei Kinder, würden in Krankenhäusern behandelt. Einsatzkräfte seien dabei, die Trümmer getroffener Wohnhäuser und Schäden zu beseitigen.

In der umliegenden Region Kiew wurden nach Angaben von Verwaltungschef Mykola Kalaschnyk mindestens zwei Menschen getötet und neun verletzt.

Die Feuerwehr in Kiew löscht einen Brand in einem Wohnblock, der nach russischem Beschuss teilweise eingebrochen ist.

Selenskyj meldet Einschlag einer Oreschnik-Rakete

Den ukrainischen Luftstreitkräften zufolge setzte Russland 90 Raketen und Marschflugkörper sowie 600 Drohnen verschiedener Typen ein. Insgesamt seien 604 Ziele unschädlich gemacht worden, darunter 55 Raketen und Marschflugkörper und 549 Drohnen, teilte die Flugabwehr mit. Dennoch habe es Dutzenden Einschläge von russischen Flugobjekten gegeben.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Moskau dabei auch abermals eine Mittelstreckenrakete „Oreschnik“ eingesetzt – erstmals nahe der Hauptstadt Kiew. Kremlchef Wladimir Putin habe die Rakete gegen Bila Zerkwa abgefeuert, sagte Selenskyj in einer am Morgen in Kiew veröffentlichten Videobotschaft. Die Großstadt liegt im Kiewer Gebiet. Zu Schäden dort machte er keine Angaben.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Russland bestätigt Oreschnik-Einsatz

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax bestätigte den Einsatz der Oreschnik-Rakete. Dies sei eine Vergeltung für die ukrainischen Angriffe in der Region Luhansk. Bei dem Angriff in der von Russland besetzten Region wurde nach russischen Angaben eine Fachhochschule samt Studentenwohnheim in der Stadt Starobilsk getroffen, 21 Menschen wurden dabei getötet.

Kiew bestreitet einen gezielten Angriff auf Zivilisten und erklärte, Ziel sei eine Drohneneinheit der russischen Armee in der Region Starobilsk gewesen.

„Das ist unverantwortlich“

Die Oreschnik-Rakete (auf Deutsch: Haselstrauch) ist wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtet. Die auch in Belarus von Moskau stationierte Rakete kann sowohl konventionelle als auch atomare Sprengköpfe tragen. Ihre extrem hohe Geschwindigkeit von bis zu 12.000 Kilometern pro Stunde und ihre Reichweite von bis zu 5.000 Kilometern machen sie zu einer potenziellen Gefahr für den gesamten europäischen Kontinent.

„Das ist wirklich unverantwortlich. Es ist wichtig, dass dies für Russland nicht ohne Folgen bleibt“, sagte Selenskyj. Es war den Angaben zufolge bereits der dritte Einsatz der Waffe in dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Feuerwehrleute vor einem brennenden Haus: Die Infrastruktur in Kiew und Umgebung wurde in der Nacht massiv beschädigt.

Massive Zerstörungen in verschiedenen Stadtteilen

Der Zivilschutz veröffentlichte Fotos und Videos von massiven Zerstörungen an ziviler Infrastruktur und von großen Bränden, die Einsatzkräfte löschten. Die ganze Nacht über und am Morgen hatte es Luftalarm und Berichte über Explosionen in verschiedenen Teilen der Hauptstadt gegeben.

Auch die Umgebung Kiews und andere Regionen waren betroffen von den Angriffen. Das ganze Ausmaß der Schäden lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.

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Dr. Heinrich Krämer
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