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Schadet er dem Team?: Rekordmann Ronaldo erlebt zutiefst frustrierendes WM-Debakel

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 18, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Schadet er dem Team?

Rekordmann Ronaldo erlebt zutiefst frustrierendes WM-Debakel

18.06.2026 | 04:42 Uhr

Er will es noch einmal wissen: Cristiano Ronaldo läuft mit 41 Jahren nochmals bei einer WM auf und fährt damit einen Rekord ein. Doch auf dem Platz läuft der WM-Auftakt so gar nicht nach Plan.

Superstar Cristiano Ronaldo stemmte erst fassungslos die Hände in die Hüften, dann schritt der Portugiese nach dem verpatzten Start bei seiner sechsten WM frustriert in Richtung Kabine. Das als Mitfavorit gehandelte Team des 41-Jährigen kam gegen den Außenseiter Demokratische Republik Kongo nur zu einem 1:1 (1:1).

Gut 16 Stunden nach dem Galaauftritt seines ewigen Superstarrivalen Lionel Messi mit drei Toren spielte Ronaldo über weite Strecken unauffällig – und blieb ohne Treffer und Sieg. João Neves brachte Portugal zwar früh in Führung (6. Minute). Der Ausgleich durch Yoane Wissa (45.+5) bestrafte den Europameister von 2016 aber dafür, zunehmend das Tempo aus dem Spiel genommen zu haben.

Schwacher Ronaldo verzweifelt an Kongo-Abwehr

„Am Ende war das Ergebnis, das wir erwartet hätten, natürlich der Sieg“, zeigte sich Neves enttäuscht. „Es nimmt einen natürlich mit. Wir haben gut gespielt, aber die drei Punkte am Ende nicht geholt. Wir stehen aber immer noch geschlossen da.“

Portugal mit Weltstars gespickt

Ronaldo hier, Ronaldo da – schon lange vor dem Anstoß war der Name des Superstars rund um das Stadion in Houston allgegenwärtig gewesen. Tausende Menschen trugen ein Trikot mit der Nummer 7. Als der 41-Jährige dann zum Aufwärmen das erste Mal den Rasen betrat, brandete großer Jubel auf. Ronaldo sei „eine Ikone des Weltfußballs“, hatte Portugals Nationaltrainer Roberto Martínez vor der Partie gesagt.

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Anders als zum Teil bei vergangenen Weltmeisterschaften bietet Portugal bei dieser Endrunde aber mehr als nur den einstigen Weltfußballer auf. Rund um den Triumph in der Nations League im vergangenen Jahr entwickelte sich ein Team voll mit Spielern von mindestens internationaler Klasse. Das Mittelfeld mit den Paris-Spielern Vitinha und Neves gehört zu den besten der Welt.

Kongos Traum-Kopfball bringt Portugal ins Wanken

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Entsprechend übernahmen die Portugiesen von der ersten Minute an die Spielkontrolle. Insbesondere über die Außen näherte sich der Europameister von 2016 immer wieder dem kongolesischen Tor – auch nach der Führung. Ronaldo lauerte im Zentrum auf die in den Strafraum kommenden Flanken, weite Wege ging der Superstar wie gewohnt nicht (mehr).

Der am Mittwoch mit 41 Jahren und 132 Tagen älteste jemals in einer WM-Startelf eingesetzte Profi sei für das Offensivspiel unverzichtbar, hatte Martínez gesagt. Dass Kritiker das durchaus anders sehen, erwähnte während der Übertragung im ZDF Ex-Nationalspieler Christoph Kramer: Die portugiesische Mannschaft sei „so mit Weltklasse gespickt, dass er ihnen auch ein bisschen was nehmen kann“, sagte der Weltmeister von 2014. Auf nur wenige Ballberührungen und drei Abschlüsse kam der Starspieler während der 90 Minuten plus Nachspielzeit, keiner ging auf das kongolesische Tor. Seinen ersten Torschuss hatte er sogar erst in der 68. Minute.

Kongolesen schlagen zu

Außenseiter Kongo war in Houston bis kurz vor dem Halbzeitpfiff nicht unbedingt der Gegner, der das auf die Probe stellte. Die Profis des von der Ebola-Krise gezeichneten Landes überraschten dann aber mit dem Ausgleich nach einer Ecke. Nach dem Treffer von Newcastle-Profi Wissa per Kopf jubelten die im Vergleich zu den Portugiesen wenigen Fans in der Arena lautstark. Wegen der von den US-Behörden erlassenen Ebola-Einreisebeschränkungen hatten kaum Menschen aus dem Kongo selbst anreisen können.

Die Portugiesen erwischte der Gegentreffer kalt – und er war die Quittung für die vorausgegangenen Minuten, die nach zu viel Selbstzufriedenheit aussahen. In der zweiten Halbzeit drängte Portugal umso mehr auf den zweiten Treffer. Ein scheinbares Tor durch einen sehenswerten Fallrückzieher von João Cancelo (nicht Ronaldo) zählte nicht, weil der Außenspieler im Abseits stand (55.).

In der Folge lief dem Mitfavoriten zunehmend die Zeit davon – die kongolesische Abwehr wirkte wieder besser eingestellt auf das Kurzpassspiel Portugals. Ein Abschluss von Ronaldo im Strafraum ging am Tor vorbei (67.), ein weiterer Schuss des Superstars war zu hoch angesetzt (74.). Sein Mitspieler Bruno Fernandes versuchte es vergeblich mit einem Distanzschuss (90.).

Verwendete Quellen: ntv.de, lme/dpa

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