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Startseite»Nachrichten»„Schreckliche Stunden“: Polizei sucht Motiv nach Amoktat in Schongau
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„Schreckliche Stunden“: Polizei sucht Motiv nach Amoktat in Schongau

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Schreckliche Stunden“Polizei sucht Motiv nach Amoktat in Schongau

17 Minuten nach der ersten Alarmierung konnte der Täter überwältigt werden. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach der mutmaßlichen Amoktat an einem Gymnasium steht das im oberbayerischen Schongau unter Schock. An der Schule sollen Kriseninterventionsteams Schülern und Lehrern helfen, das zu verarbeiten, was am Mittwoch an ihrer Schule geschehen ist, wie ein Sprecher des Landratsamtes sagte. Die Polizei ermittelt zum Motiv des mutmaßlichen 16-jährigen Täters.

Haftprüfung für mutmaßlichen Täter

Bei der Messerattacke waren auf dem Schulgelände zwei 13-jährige Mädchen schwer verletzt worden. Ein 16-Jähriger gilt als mutmaßlicher Täter, gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft München II wegen versuchten Mordes. Er soll im Laufe des Tages zur Haftprüfung dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Es müsse entschieden werden, ob der 16-Jährige in Untersuchungshaft komme oder ob eine einstweilige Unterbringung angeordnet werde, teilten Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit.

Der Jugendliche befand sich demnach zumindest zeitweilig in psychiatrischer Behandlung. Dem Vernehmen nach soll es gegen ihn schon einmal ein Verfahren wegen Billigung von Straftaten gegeben haben. Er soll schon vorher Drohungen ausgesprochen haben und sich bei der Tat in einer „psychischen Ausnahmesituation“ befunden haben.

Tat spielte sich vor den Augen von Schülern ab

Einige der Schüler erlebten hautnah, wie der ehemalige Mitschüler das Schulgelände betrat, wie er laut Polizei einen Schuss aus einer Pistole abgab und dann, als die Waffe versagte, mit einem Messer auf die beiden 13-Jährigen losging. Die Schülerinnen wurden so schwer verletzt, dass eine von ihnen mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden musste. Beide sind außer Lebensgefahr.

Bürgermeister: „Schwarzer Tag für Schongau“

Bürgermeister Thomas Schleich äußerte sich am Morgen bei einem Besuch an der Schule erneut erschüttert. „Es ist ein schwarzer Tag für Schongau“, sagte Schleich. „Wir werden im Rathaus greifbar sein für Leute, die einen Ansprechpartner brauchen.“ Man könne unter anderem Kontakte herstellen, etwa wenn Menschen Betreuung bräuchten. Das Geschehene wirkt nach in dem 12.000-Einwohner-Ort und vor allem in der Schule mit ihren 800 Schülerinnen und Schülern und 80 Lehrkräften. Lehrkräfte waren es auch, die die Polizei dabei unterstützten, den mutmaßlichen Täter zu überwältigen.

„Man ist aufs Mark getroffen. Man macht sich viele Gedanken“, sagte der Bürgermeister weiter. „Ich bin auch Familienvater. Ich habe drei Kinder, und zwei Kinder gehen hier auch zur Schule.“ Er sei persönlich froh, dass die Schule geöffnet habe. Das könne helfen, dass die Schülerinnen und Schüler in der Klassengemeinschaft und mit den Lehrkräften wieder in ihren normalen Alltag hinein fänden. Sie sollten nun vor allem die Möglichkeit haben, sich auszutauschen. Damit sei „diese Woche der Unterricht eher zweitrangig“.

Ermittlungen zum Motiv laufen

Bei dem 16-Jährigen waren ein Messer – die Tatwaffe – und eine Pistole gefunden worden. Wie er an die Schusswaffe kam und was ihn zu der Tat bewegt haben könnte, sind Fragen, die noch zu klären sind. Auch, ob er weitere Munition dabei hatte – und was hätte geschehen können, wenn er weiter hätte schießen können.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurde die Wohnung des 16-Jährigen, der bei seinen Eltern lebt, durchsucht. Dabei gehe es vor allem um die Suche nach dem Motiv für die Tat. Nun laufe die Auswertung der Spuren, darunter auch digitaler Daten. Zudem sollen Schüler und Lehrkräfte vernommen werden – und auch die beiden schwer verletzten Mädchen, sofern es ihr Zustand zulässt.

„Schreckliche Stunden“ in Schongau

„Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau“, hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nach einem Besuch in der Schule gesagt, die in seinem Bundestagswahlkreis liegt. „Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat.“ Dobrindt bedankte sich bei den Einsatzkräften, die mit 160 Einsatzkräften vor Ort gewesen sei. 17 Minuten nach der ersten Alarmierung sei der Täter überwältigt gewesen. Dadurch habe Schlimmeres verhindert werden können.

Quelle: ntv.de, raf/dpa

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