Sommerhaus der Stars – Folge 9Der Untergang des Abendlandes beginnt beim Frühstücksei

Während Wadenflüsterer Nico seinen Abgang vorbereitet, Ginger ein Bienenstich in Panik versetzt und Tano über Hühnereier rätselt, naht das Finale. „Da verblödet doch die Menschheit“, findet die Frau mit den vielen Schönheitseingriffen. Wer wollte ihr da widersprechen?
„Laura geht’s richtig schlecht“, verkündet Dr. Legat, Fachexperte für „Aua“. Lassen wir ihn, denn er ist Arzt und es ist natürlich bitter, dass sein armer, armer Schatz nicht mehr „normal abrollen“ kann. Gemeint ist glücklicherweise nur der Fuß, genauer gesagt die Wade, die Laura derart schmerzt, dass an eine Challenge natürlich nicht mehr zu denken ist. Und das ausgerechnet jetzt, wo die letzten Tage im „Sommerhaus der Stars“ angebrochen sind und die Aussicht auf 50.000 Euro zum Greifen nah scheint! Aber was soll man machen? Wenn das Beinchen nicht mehr will, will das Beinchen eben nicht mehr.
Während der Wadenflüsterer seine Laura bemuttert, herrscht bei Ferry und Kathy schon wieder dicke Luft. Ferry möchte nämlich endlich auch mal Fehler machen dürfen, ohne dass seine Freundin ihm ständig erklärt, was er alles falsch macht. Er habe schließlich ein Recht auf eine eigene Meinung, so der Schmollfritze, der merkt, dass eine eigene Meinung im Sommerhaus eben nicht zwangsläufig bedeutet, dass man damit auch durchkommt.
Wer wird in der Pfanne verrückt?
Beim ersten Spiel in dieser turbulenten neuen Folge müssen die Paare eine Leiter erklimmen und wahnsinnig schwierige Fragen beantworten, wobei falsche Antworten mit einem unfreiwilligen Ausflug in den Schlamm bestraft werden. Und Fragen gibt es reichlich. „Wer wird in der Pfanne verrückt?“ Na, der Hund natürlich! Schwieriger wird es bei der Frage, wo die Sonne aufgeht. „Im Norden vielleicht?“ Michelle, Sandros bessere Hälfte, interessiert das ohnehin nicht besonders. Wo die Sonne aufgeht, ändere schließlich nichts an ihrem Leben. Und sagen wir mal so: Ganz unrecht hat sie damit nicht, zumindest solange sie nicht beschließt, als Pfadfinderin anzuheuern.
Ferry hat derweil ganz andere Sorgen. Er landet immer wieder im Schlamm, was er nicht nur demütigend, sondern auch ausgesprochen demotivierend findet. Dass Kathy ihm dabei unentwegt gut gemeinte Ratschläge erteilt, macht die Sache nicht besser. Irgendwann platzt ihm der Kragen. Kathy versteht die Aufregung nicht. „Aber hey, ich bin nicht dein Feind“, versucht sie ihren Liebsten zu beruhigen, der inzwischen aussieht, als hätte man ihn gerade aus einem Schweinetrog gezogen.
Ginger Wollersheim betrachtet all das Elend um sie herum mit einer gewissen Fassungslosigkeit. Ferry sei „ein ziemlicher Jammerlappen“, findet sie, wobei er ja auch „ein schöner Schauspieler“ sei. Immerhin beherrscht er die große Kunst, sich gleichzeitig über ein verlorenes Spiel, die Liebe seines Lebens und den ganzen Matsch, der an ihm klebt, inbrünstig zu ärgern.
Alarm! SOS! Lauras Wade zwickt immer mehr! Es muss was geschehen, denn: „Gesundheitlich klappt das nicht“, erklärt Nico. Wäre das Beinchen in Ordnung, sähe die Sache natürlich anders aus. „Das ist traurig, vor allen Dingen jetzt zum Schluss, aber Gesundheit geht vor (…) Es macht keinen Sinn mehr, sie quält sich“, so der Chefarzt der Sommerhaus-Notaufnahme, während Laura in Tränen ausbricht. Legat macht kurzen Prozess: „Wir müssen gehen.“
Kein Mitleid für das Beinchen
Wer nun glaubt, die verbliebenen Sommerhausbewohner würden den beiden wenigstens ein paar warme Worte mit auf den Heimweg geben, irrt gewaltig. „Ab nach Hause und gut ist! Kein Mitleid!“, lautet die wenig sentimentale Reaktion. Vor allem Kathy kommt die Sache reichlich spanisch vor. „Was für ein Schmierentheater“, findet sie. Schmerzen hätten schließlich auch die anderen. Da waren’s nur noch vier Paare.
Immerhin hat der freiwillige Exit auch was Gutes. Ginger und Lukas müssen nicht mehr ins geplante Exit-Duell. Und das ist doch auch ganz schön, dass man eben manchmal auch gar nichts wuppen oder gewinnen muss, um weiterzukommen.
Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Kaum ist Nico verschwunden, widmen sich die verbliebenen Kandidaten endlich den wirklich großen Fragen des Lebens. Tano, der Freund von Psychologin Anna, möchte nämlich wissen, wie das eigentlich mit den Hühnereiern funktioniert. Warum sind manche Eier befruchtet und andere nicht? Und woher weiß man beim Einkaufen, dass aus dem Frühstücksei nicht irgendwann ein Küken geschlüpft wäre?
Schweigen im Walde. Es ist einer dieser TV-Momente, in denen man nicht weiß, ob man lachen oder Mitleid mit dem deutschen Bildungssystem bekommt. Ginger jedenfalls kann kaum glauben, was sie sich da anhören muss. „Wie kann man diese Gespräche drei Tage lang aushalten? Da verblödet doch die Menschheit“, stellt sie fest.
Ausgesprochen aufschlussreich aber ist in dieser neunten Folge ein Gespräch über Gingers Schönheitsoperationen. Kathy möchte wissen, was die Wollersheim-Ex eigentlich alles an sich hat machen lassen. Und Ginger erzählt bereitwillig. Der Eyeliner ist tätowiert, ebenso der Kajal am unteren Wimpernkranz. Die Lippen hat sie sich ebenfalls pigmentieren lassen, was sie allerdings nie wieder machen würde, weil: „viel zu schmerzhaft“.
Ferry bekommt schon beim Zuhören Angst und fleht seine Kathy geradezu an, bloß nicht auf ähnliche Ideen zu kommen. Ginger erzählt sogar von einem Facelift, während Kathy das Ganze mit einer Mischung aus Faszination und Sorge betrachtet, denn die 40-Jährige habe inzwischen viele, teilweise lebensgefährliche Eingriffe über sich ergehen lassen. Sie sagt, es sei die Angst vor dem Älterwerden.
Man könnte jetzt lange darüber philosophieren, was es mit einer Frau macht, wenn sie sich vor dem eigenen Spiegelbild fürchtet. Im Sommerhaus bleibt dafür allerdings wenig Zeit, denn die nächste Katastrophe ist schon im Anmarsch.
Ein Stich in „die Arschbacke“
Ginger wird nämlich von einer Biene gestochen. Und zwar ausgerechnet „an der Arschbacke“. Weil sie wohl allergisch auf Bienenstiche reagiert, muss sogar ein Sanka anrücken, der sie zum Glück nicht mitnimmt. Und sowieso: In der Notaufnahme sind doch schon Laura und ihr Waden-Tätschler! Ohnehin plagen unsere Ginger ganz andere Sorgen. Gott sei Dank sei wenigstens das „Gesicht nicht angeschwollen“ und ihre „Jawline kommt noch raus“.
Sportlich wird es beim Spiel „Korbleger“, bei dem die Paare gegeneinander antreten. Michelle und Sandro setzen sich gegen Kathy und Ferry durch, Anna und Tano gewinnen gegen Ginger und Lukas. Anschließend müssen die beiden Siegerpaare noch einmal gegeneinander ran, denn es geht um den ersten sicheren Platz im Finale.
Und tatsächlich schaffen es Anna und Tano, sich gegen Michelle und Sandro durchzusetzen. Die Psychologin und ihr Eierforscher stehen damit als erstes Paar mit einem Bein auf dem Siegertreppchen.
Die neunte Folge endet also mit einer verletzten Wade, einer gestochenen Arschbacke, einigen ungeklärten Fragen zur Fortpflanzung von Hühnern und der Erkenntnis, dass es im Sommerhaus offenbar leichter ist, ins Finale zu kommen, als drei Tage lang vernünftig miteinander zu reden.
