Spekulation um Fed-EntscheidungHohe Ölpreise und Zinssorgen belasten die Wall Street
Die jüngsten US-Angriffe in der Straße von Hormus treiben die Ölpreise nach oben. Unterdessen wirkt die Rede des US-Notenbankchefs Warsh nach, der eine straffere Geldpolitik signalisiert. An der Wall Street sorgt das für Verunsicherung.
Zinssorgen und ein kriegsbedingter Anstieg der Ölpreise haben die Wall Street am Montag belastet. Der Standardwerteindex Dow Jones verlor 0,7 Prozent auf 53.186 Punkte. Der technologielastige Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 26.371 Zähler und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 7686 Stellen ein. Trotz der jüngsten Schwäche verbuchten alle drei großen US-Aktienindizes auf Monatssicht Gewinne.
Anleger verarbeiteten die jüngsten Äußerungen von US-Notenbankchef Kevin Warsh, der auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole eine straffere Geldpolitik signalisiert hatte. Zudem schürte die Schließung der Straße von Hormus im Zuge des Konflikts mit dem Iran Ängste vor einem neuen Inflationsschub durch steigende Energiekosten.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September wird an den Finanzmärkten inzwischen auf mehr als 65 Prozent beziffert. Sollte die Notenbank die Zinsen im kommenden Monat nicht anheben, werde es eine dramatische Reaktion an den Märkten geben, da diese nun schon seit geraumer Zeit darauf vorbereitet worden seien, sagte Paul Nolte, Marktstratege bei Murphy & Sylvest.
Präsident Trump bekräftigte zudem seine Ansicht, dass die Zinssätze zu hoch seien. Er hielt sich jedoch damit zurück, Warsh öffentlich aufzufordern, sie nicht anzuheben. „Ich habe großen Respekt vor ihm, und er wird tun, was er tun muss“, sagte Trump gegenüber Reportern im Oval Office auf die Frage nach der Möglichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen anheben wird.
Iran-Krieg dauert an
Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten trugen zur Verunsicherung bei. Der iranische Präsident Massud Peseschkian hatte nach erneuten Luftangriffen und den von Trump verhängten Wirtschaftssanktionen erklärt, Teheran strebe weiterhin eine Verhandlungslösung an.
Auf Unternehmensseite profitierten Energiewerte von den anziehenden Rohölpreisen. Halliburton und Valero Energy legten zu. Versorger zählten dagegen zu den Verlierern. Die Papiere von PG&E erlitten den größten prozentualen Tagesverlust seit mehr als sechs Jahren. Hintergrund war ein Gesetzentwurf im kalifornischen Senat, der die Haftungsrisiken der Netzbetreiber bei Waldbränden kaum abmildert.
Aktien von GameStop stiegen, nachdem der Videospielhändler mitgeteilt hatte, etwa 27 Prozent eines zuvor angekündigten Schuldenausgleichs im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar mit Barmitteln statt durch die Ausgabe neuer Aktien zu begleichen. Dies verhinderte eine weitere Verwässerung der Anteile.
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