Eine Sturzflut im Grand-Canyon-Nationalpark im Westen der USA hat zwei Menschen getötet, nach 20 weiteren wird noch gesucht. Es ist unklar, ob die Menschen vermisst werden oder ob sie sich woanders aufhalten.
Eine schwere Sturzflut im Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona hat Dutzende Menschen zur Evakuierung gezwungen und große Felsbrocken, Metallteile und andere Trümmer in den Colorado River gespült. Zwei Menschen starben. Es blieb zunächst unklar, ob es sich um die bisherige Gesamtzahl handelt. Bereits am Sonntag war die Leiche eines 46-Jährigen nahe den Crystal Rapids am Colorado River geborgen worden.
Die Nationalparkverwaltung versuchte, den Verbleib von 20 Menschen zu klären, die möglicherweise vermisst werden oder über deren Aufenthaltsort nichts bekannt ist. Verletzte wurden nicht gemeldet.
Die Überschwemmung ereignete sich auf der Nordseite des Grand Canyon, wo der Bright Angel Creek vom North Rim hinunter zum Colorado River fließt und dabei rund 1.828 Meter an Höhe verliert. Die Wassermassen zerstörten Fußbrücken und veränderten die Landschaft erheblich. Die Sturzflut beschädigte zudem die einzige Wasserleitung, die Touristen und Bewohner des Nationalparks mit Wasser versorgt, wie die Parkverwaltung mitteilte.
Aufruf zum Wassersparen
Touristen können nicht mehr in Lodges und Hotels innerhalb des Grand-Canyon-Nationalparks übernachten. Die Parkverwaltung forderte zudem die ganzjährig dort lebenden Bewohner auf, Wasser zu sparen.
Beliebte Ausflugsziele wie der Bright Angel Campground, die Phantom Ranch und Teile des North Kaibab Trail blieben bereits am Sonntag geschlossen, während Mitarbeiter die Schäden begutachteten. Auch Rafting-Touren auf dem Colorado River wurden vorerst eingestellt. Mehr als 60 Menschen wurden von der Phantom Ranch evakuiert, die über eine historische Kantine und Schlafsäle verfügt und häufig von Rafting-Touristen zum Ein- und Ausstieg genutzt wird.
