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„Sündenbock“ für Trump-Pfusch?: Ex-Olympionike vor Gericht: Farce um Reflecting Pool geht weiter

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Sündenbock“ für Trump-Pfusch?Ex-Olympionike vor Gericht: Farce um Reflecting Pool geht weiter

Die Posse um das berühmte Wasserbecken erhitzt die Gemüter. (Foto: picture alliance / newscom)

David Hearn vertrat die USA mehrfach bei Olympischen Spielen. Nun drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft, weil er in ein Wasserbecken in Washington gegriffen hat, dessen missglückte Renovierung den US-Präsidenten auf die Palme bringt. Der Anwalt des Angeklagten findet deutliche Worte.

US-Präsident Donald Trump hat ein bekanntes Wasserbecken in Washington renovieren lassen – nun beschäftigt der Streit um entstandene Schäden die Justiz: Der frühere US-Olympiateilnehmer David Hearn bestritt heute bei einer Gerichtsanhörung Vorwürfe des Vandalismus und plädierte auf „nicht schuldig“. Dem 67-Jährigen drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Hearn war am 19. Juni bei einem Besuch an dem sogenannten Reflecting Pool festgenommen worden, in dem sich der Obelisk zu Ehren des früheren Präsidenten George Washington und auf der anderen Seite das Lincoln-Denkmal spiegeln. Die von Trump eingesetzte Staatsanwältin Jeanine Pirro wirft ihm die absichtliche Beschädigung öffentlichen Eigentums vor. Nach einem von Trump veranlassten Neuanstrich des Beckens in Schwimmbadfarbe hatte sich der Bodenbelag teils abgelöst. Trump machte dafür „Vandalen“ verantwortlich – ohne jedoch Beweise vorzulegen.

Hearn hatte der „Washington Post“ nach seiner Festnahme berichtet, er habe während einer Fahrradtour an dem Wasserbecken angehalten, um sich die von Trump beauftragten Arbeiten selbst anzusehen. Nachdem er sich hinuntergebeugt hatte, um ein Stück der sich ablösenden blauen Farbe zu berühren, sei er festgenommen worden. In der Anklageschrift heißt es dagegen, Mitarbeiter des Nationalparkdienstes NPS hätten beobachtet, wie Hearn „kraftvoll und gewaltsam etwa zwei Quadratfuß Farbe vom Boden des Beckens abreißt und entfernt“.

Hearns Anwalt Norm Eisen warf Trump vor, unschuldige Bürger zum „Sündenbock“ für verpfuschte Renovierungsarbeiten zu machen. „Wenn Herr Hearn wegen eines Verbrechens angeklagt werden kann, weil er den Reflecting Poom berührt hat, ist jeder Amerikaner gefährdet“, sagte Eisen.

Protest vor dem Gericht

Vor dem Gericht demonstrierten Dutzende Menschen für einen Freispruch Hearns. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie „Trump gibt jedem die Schuld, nur nicht sich selbst“. Neben dem früheren Leistungssportler waren rund ein halbes Dutzend Menschen festgenommen worden und warten auf einen Prozess. Hearn war für die USA bis zum Jahr 2000 drei Mal als Kanufahrer bei Olympischen Spielen angetreten.

Seit der Wiedereröffnung ist das Wasserbecken zudem von Algen befallen. Um diese zu bekämpfen, sollen öffentliche Bedienstete Chemikalien ins Wasser eingeleitet haben. Dies kann laut Experten dazu führen, dass sich ein Bodenbelag ablöst.

Presseberichten zufolge kostete die Renovierung rund 14 Millionen Dollar (gut zwölf Millionen Euro). Sie erfolgte kurz vor den 250-Jahr-Feiern der USA am 4. Juli. Den Auftrag erhielt ein mit Trump befreundeter Unternehmer ohne jede öffentliche Ausschreibung. Dasselbe Unternehmen soll die Schäden nun ausbessern.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP

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