Es ist ein neuer Schock an den Zapfsäulen: Benzin ist wegen der neuen Kämpfe so teuer wie noch nie. Doch es lohnt ein genauer Blick. Denn wird die Inflation berücksichtigt, waren die Spritpreise schon mal höher.
Nach dem Wiederaufflammen des Iran-Kriegs hat der Preis für Superbenzin der Sorte E10 einen neuen Rekordstand erreicht. Für einen Liter waren im bundesweiten Durchschnitt am Mittwoch 2,22 Euro fällig. Damit übertraf der Benzinpreis seinen bisherigen Rekord von 2,20 Euro aus dem März 2022. Das teilte der ADAC auf Anfrage der dpa mit.
Auch wenn es von den Zahlen her der bislang höchste Preis ist, lohnt sich ein genauer Blick. Denn inflationsbereinigt lagen die Spritpreise in der Vergangenheit bereits höher, so etwa im Jahr 2012.
Ölpreise ziehen an
Die USA hatten vor wenigen Tagen ihre Angriffe auf Iran wieder aufgenommen, der mit Gegenangriffen reagierte. Die neuerliche Eskalation hat die Rohölpreise wieder in die Höhe getrieben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt mehr als 90 Euro.
Auch das Niedrigwasser am Rhein machte sich zuletzt in den Preisen bemerkbar, da es die Transportkosten erhöhte.
Kein neuer Tankrabatt geplant
E10 ist die günstigste gängige Benzinsorte in Deutschland. In der Regel ist sie fünf bis sechs Cent billiger als Super E5, das weniger Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen enthalten darf.
Eine Neuauflage des Tankrabatts, der von Anfang Mai bis Ende Juni gegolten hatte, hatte die Bundesregierung bislang abgelehnt. Der Nachlass von 16,7 Cent pro Liter hatte den Bund nach einer Schätzung des Finanzministeriums rund 1,6 Milliarden Euro gekostet.
