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Startseite»Nachrichten»Todeszahl angeblich kleiner: Marokko macht Tiktok-Fake-News für Ansturm auf Ceuta verantwortlich
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Todeszahl angeblich kleiner: Marokko macht Tiktok-Fake-News für Ansturm auf Ceuta verantwortlich

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 3, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Todeszahl angeblich kleinerMarokko macht Tiktok-Fake-News für Ansturm auf Ceuta verantwortlich

Die meisten Migranten haben die spanische Exklave Ceuta mittlerweile wieder verlassen. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Mehrere Migranten behaupten, dass sie zum Ceuta-Grenzübertritt ermuntert worden seien. Die marokkanische Regierung weist die Schuld von sich. Auch bei der offiziellen Todeszahl gehen die Angaben zwischen Marokko und Spanien auseinander.

In ihrer ersten offiziellen Reaktion nach dem massenhaften Andrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta hat die marokkanische Regierung den Zwischenfall unter anderem mit Falschinformationen im Internet erklärt. Der Andrang der Migranten sei nicht organisiert gewesen, sondern spontan zustande gekommen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Er machte die Verbreitung falscher Informationen im Netz, Aktivitäten von Schleusern und eine Falschinterpretation eines spanischen Gerichtsurteils verantwortlich, das die Rückführung bestimmter Migranten begrenzt.

Angesichts der Krise in der an Marokko grenzenden Exklave wurden auch Vermutungen geäußert, dass die marokkanische Regierung den Massenandrang auf Ceuta bewusst ausgelöst oder zumindest geduldet haben könnte, um Spanien unter Druck zu setzen. Mehrere Migranten schilderten spanischen Medien zufolge unabhängig voneinander, dass sie nicht gestoppt, sondern vielmehr zum Grenzübertritt ermuntert worden seien. Viele andere berichteten auch, sie seien durch Videos und Nachrichten auf Plattformen wie Tiktok auf die angeblich offene Grenze aufmerksam geworden. 

Der Sprecher des marokkanischen Innenministeriums erklärte weiter, die Regierung in Rabat arbeite mit den spanischen Behörden zusammen und bleibe bei der Bekämpfung irregulärer Migration ein zuverlässiger Partner. Das Ministerium geht nach eigenen Angaben davon aus, dass rund 40.000 Migranten Ceuta erreichen wollten. Rund 1100 weitere sollen versucht haben, Melilla zu erreichen – die zweite spanische Exklave in Nordafrika, die wie Ceuta landseitig von Marokko und seeseitig vom Mittelmeer umschlossen wird. Die spanische Regierung geht nach eigenen Angaben von 50.000 bis 60.000 Migranten aus, die es innerhalb kurzer Zeit von Marokko in die abgeschottete Exklave geschafft haben und später zurückgekehrt sind. 

Die Zahl der Todesopfer bezifferte die marokkanische Seite auf elf. Die spanischen Behörden sprachen zuletzt von mindestens 72 Migranten, die beim Versuch, Ceuta zu erreichen, ums Leben gekommen seien. Viele von ihnen ertranken demnach, als sie nach Ceuta schwimmen wollten.

Wie es zu dem Ansturm auf die Stadt mit rund 84.000 Einwohnern kam, ließ sich bislang nicht abschließend klären. Neben einer möglichen Rolle der marokkanischen Behörden wurde auch darüber diskutiert, dass die spanische Migrationspolitik falsche Signale gesendet haben könnte – insbesondere die Legalisierung des Aufenthaltsstatus von bereits im Land lebenden irregulären Migranten. Diese Maßnahme gilt zwar nicht für Neuankömmlinge, aber es heißt, sie könnte bei Migranten falsche Hoffnungen genährt haben. Zudem wird vielfach einem spanischen Gerichtsurteil eine Rolle beim jüngsten Ansturm zugesprochen. Es erschwert Zurückweisungen nach einer Einreise über das Meer. Darauf verwies auch das Innenministerium in Rabat.

Der beispiellose Ansturm wäre nach Ansicht nahezu aller Beobachter ohne das zumindest zeitweilige Wegschauen der marokkanischen Behörden kaum möglich gewesen, berichten spanische Medien. Die normalerweise streng bewachte Grenze sei gut kontrollierbar. Zehntausende Menschen könnten nach Einschätzung der Zeitung „El Pais“ nicht „ohne Billigung oder Mitwirkung“ der Verantwortlichen die Grenze übertreten. Die in zahlreichen Videos dokumentierte Untätigkeit marokkanischer Sicherheitskräfte lasse „keinen Zweifel“ daran, so die Einschätzung der spanischen Zeitung.

Quelle: ntv.de, bho/rts

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