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Tour startet mit Spektakel: Neuer Modus zwingt Red Bull zu schwieriger Entscheidung

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Tour startet mit Spektakel

Neuer Modus zwingt Red Bull zu schwieriger Entscheidung

04.07.2026 | 05:57 Uhr

Die Tour de France startet taktisch anspruchsvoll: Beim Auftakt-Teamzeitfahren drohen auch Topstars empfindliche Rückschläge. Die Lipowitz-Mannschaft tüftelte deshalb monatelang.

Wunderkind Paul Seixas und sein Decathlon-Team testeten noch am Donnerstag auf der Formel-1-Strecke des Circuit de Catalunya den Formationsflug bei Höchstgeschwindigkeit, Florian Lipowitz und seine starke Red-Bull-Mannschaft verlassen sich stattdessen auf die Tüfteleien von Taktik-Guru Dan Bigham. Das Teamzeitfahren zum Auftakt der 113. Tour de France in Barcelona am Samstag (17.05 Uhr/ARD und Eurosport) mit dem Kampf ums erste Gelbe Trikot sorgte bei den 23 Rennställen für viel Betriebsamkeit. Die strategischen Möglichkeiten sind dabei so zahlreich wie mögliche Fehlerquellen.

„Ich finde so ein Zeitfahren cool und viel spannender zum Auftakt als eine klassische Flachetappe“, sagt Ralph Denk, Teamchef von Red Bull-Bora-hansgrohe: „Ich glaube, dass das ein Spektakel wird. Für uns ist das aber deutlich mehr Arbeit, dies vorzubereiten.“ Wenn er die Wahl hätte, hätte er sich aber anders entschieden: „Ich würde den traditionellen Modus bevorzugen. Es heißt ja Teamzeitfahren und nicht individuelles Zeitfahren mit langem Lead-Out. Aber das ist, wie es ist, das muss man so hinnehmen.“

Teams in der taktischen Zwickmühle

Erstmals kommt bei der Tour der neue Modus zur Anwendung, der das Zeitfahren zu einer Mischung aus Einzel- und Team-Wettbewerb werden lässt: War früher die Zeit des vierten beziehungsweise fünften Fahrers für die gewertete Zeit des Teams maßgeblich (die dann für alle Fahrer, die als geschlossene Gruppe ins Ziel kamen, in die Einzel-Gesamtwertung einfloss), zählt nun die Zeit des schnellsten Fahrers für die Team-Tageswertung. Jeder Fahrer wird jedoch mit seiner individuellen Zeit für die Gesamtwertung berücksichtigt. 

Für die Teams bedeutet das: Gehe ich mit dem stärksten Zeitfahrer auf den Tagessieg (sowie Gelb) und riskiere eventuell einen Rückstand für einen Klassementfahrer? Oder richte ich alles auf den Kapitän aus? Red Bull beispielsweise hat im belgischen Olympiasieger Remco Evenepoel den weltbesten Zeitfahrer in seinen Reihen, der Gesamtpodest-Kandidat Lipowitz ziehen, aber auch auch abhängen könnte. Die Planung erschwert, dass die ersten 15 von 19,6Kilometer klassisch-flaches Zeitfahr-Terrain sind, es danach aber bergauf geht. 

Topteams bröckeln auseinander

Bei der Tour Auvergne-Rhone-Alpes Mitte Juni, wo nach dem gleichen Teamzeitfahr-Modus gefahren wurde, bröckelten selbst Topteams auseinander. Nur bei drei von 22 Teams – darunter Red Bull – kamen die schnellsten beiden Fahrer zeitgleich an. Teilweise lag Fahrer eins anderthalb Minuten vor Fahrer zwei. Beim Visma-Team verlor ein Könner wie Wout Van Aert früh den Anschluss – und letztlich über 28 Kilometer fünf Minuten. 

Anders als andere Teams schickte Denk in Barcelona seinen „Zug“ nicht mehr auf die F1-Rennstrecke: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Vor allem der Brite Bigham als „Head of Engineering“ war seit der Präsentation der Strecke im Oktober 2025 mit dem Thema befasst, im Januar testete er mit dem Tour-Team auf Mallorca.

„Die paar Tage davor und der eigentliche Tag selbst werden sehr, sehr streng geregelt, sehr gut organisiert und sehr gut aufeinander abgestimmt sein“, sagte Bigham bei cyclingmagazine.de: „Welchen Fahrer packt man an welche Position? Fährt der physisch stärkste Mann hinter Evenpoel, oder jemand, der mental stark ist? So sehr er Bigham auch tüfteln ließ, so gelassen gibt sich Denk: „Es wird nicht auf Etappe eins die Tour oder das Podium entschieden. Wir reden über Sekunden. Und in der letzten Tour-Woche werden wir dann über Minuten reden.“

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid

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