Bei einem schweren ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau ist eine Raffinerie in Brand geraten. Der Flugverkehr in der russischen Hauptstadt ist gestört. In der Nacht waren russische Raketen erneut auf Kiew geflogen.
Ukrainische Drohnen haben zum zweiten Mal innerhalb einer Woche eine Ölraffinerie in der russischen Hauptstadt Moskau angegriffen. Die Anlage sei von mehreren Drohnen getroffen worden, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. Nach Angaben des russischen Verkehrsministeriums wurden die vier Moskauer Flughäfen für mehrere Stunden geschlossen.
Über verschiedenen Regionen des Landes seien insgesamt 555 ukrainische Drohnen abgeschossen worden, hieß es weiter. Fast 200 wurden demnach allein beim Anflug auf Moskau abgefangen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff auf die Raffinerie. Er sei Teil der ukrainischen „Langstrecken-Sanktionen“ und „die gerechte Antwort auf die ständigen russischen Schläge gegen ukrainische Städte und Gemeinden“, schrieb er auf Telegram.
Raketen auf Kiew
In der Nacht hatte Russland erneut die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen angegriffen. „Der Feind greift die Hauptstadt mit ballistischen Raketen an“, teilte der Militärgouverneur der Hauptstadt Kiew, Tymur Tkatschenko, bei Telegram mit. In der Innenstadt sollen mehrere Explosionen zu hören gewesen sein. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge flogen mindestens zwei Raketen in Richtung der Dreimillionenstadt, eine war auf das zentralukrainische Gebiet Poltawa gerichtet.
Die Kiewer Militärverwaltung rief die Einwohner auf, sich an sichere Orte zu begeben. Opfer oder Schäden wurden bislang nicht gemeldet. In der Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine wurde örtlichen Behörden zufolge eine Person bei einem Drohnenangriff getötet.
Einladung zum NATO-Gipfel
Präsident Selenskyj ist derzeit in Brüssel, wo er als Gast am EU-Gipfel teilnimmt. Der ukrainische Präsident ist heute zudem im NATO-Hauptquartier in Brüssel beim Treffen der „Ukraine Defense Contact Group“ dabei – einem Bündnis, das Kiew militärische Hilfe leistet. Rutte lud Selenskyj außerdem zum NATO-Gipfel im türkischen Ankara am 7. und 8. Juli ein.
