Es ist die erste Zinsentscheidung unter dem neuen Fed-Chef Warsh: Der US-Leitzins bleibt unverändert und liegt weiter bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Präsident Trump geht mit seinen Forderungen nach Zinssenkungen leer aus.
Die US-Notenbank Federal Reserve hält den Leitzins stabil. Die Entscheidung der zwölf zuständigen Notenbankmitglieder für einen stabilen Leitzins fiel einstimmig. Damit bleibt die Spanne bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
Es ist die erste Zinsentscheidung unter der Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh. Doch offenbar wollte nicht einmal er die von US-Präsident Donald Trump geforderten Zinssenkungen durchsetzen.
Iran-Krieg und gestiegene Inflation
2025 hatte die Fed aus Sorge um den Arbeitsmarkt den Leitzins dreimal um jeweils einen Schritt (25 Basispunkte) gesenkt. Bei den bisherigen drei Sitzungen im laufenden Jahr legte sie dann Pausen ein.
Aufgrund des Iran-Kriegs, der Blockaden in der Straße von Hormus und infolgedessen einer kräftig gestiegenen Inflation scheint eine Zinssenkung künftig unwahrscheinlich. Stattdessen scheint eine straffere Geldpolitik im Jahresverlauf wahrscheinlicher, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Zuletzt lag die Inflation in den USA bei 4,2 Prozent und damit weit über dem von der Fed angestrebten Ziel von zwei Prozent.
Trump fordert Zinssenkungen von Fed
Trump hatte die unabhängige Notenbank immer wieder vergeblich zu kräftigen Zinssenkungen gedrängt. Mit dem neuen Fed-Chef Warsh sollte das nach Trumps Willen anders werden. Vor der Übernahme des Vorsitzes durch Warsh sagte der US-Präsident, sollte Warsh die Zinsen nicht „sofort“ senken, wäre er sehr enttäuscht.
Der vorherige Fed-Chef Jerome Powell war wiederholt Ziel von Trumps Angriffen gewesen. Powell war turnusgemäß im Mai ausgeschieden und als Mitglied in den Vorstand gewechselt. Er versperrt Trump damit die Möglichkeit, einen weiteren Kandidaten im Fed-Führungsgremium zu platzieren. Powell dürfte es Warsh zudem schwer machen, Zinssenkungen durchzubringen.
